Gesellschaft Freunde der Künste

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Kunstwelt verliert bedeutende Mäzeninn

LUDWIG MUSEUM IM DEUTSCHHERRENHAUS Koblenz - Zum Tod von Irene Ludwig

Mit dem Tod von Irene Ludwig verliert die Kunstwelt eine ihrer bedeutendsten Mäzeninnen. Die gebürtige Aachenerin und ihr Mann Peter Ludwig, der aus Koblenz stammte, sammelten über Jahrzehnte herausragende Kunstwerke, von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst, deren Bandbreite und Qualität allein schon einmalig waren. Diese Sammlung wurde sehr bald auf die durch sie neu initiierten und gegründeten Museen verteilt.

Es war ein beispielloser und für die Zeit bedeutsamer Schritt, ihre stetig anwachsende Sammlung nicht der Öffentlichkeit vorzuenthalten, sondern zunehmend in kommunalen Museen jedermann zugänglich zu machen.

Dies gelang ihnen bereits lange bevor andere internationale Museen mit Dependenzen ihre Ausstellungspolitik erweiterten.

Für die Ludwigs stand von Anfang an auch eine international orientierte Ausbreitung ihrer Sammlungsstandorte im Vordergrund. Dabei waren die Standorte, die Museumsbauten, der weitere Aufbau der Sammlung, die Ermöglichung von wissenschaftlicher Betreuung und die stets bewusst aus den Stiftungsgeldern angelegte finanzielle Unterstützung einzelner Museen wie auch besonderer Ausstellungsprojekte Bestandteil ihres Selbstverständnisses und ihrer Kommunikationsstrategie.

So entstanden im Laufe der Zeit nicht nur zwölf Museen weltweit, sondern darüber hinaus ein Engagement für weitere Museen, in denen sich wiederum einzelne Sammlungsblöcke der Sammlung Ludwig befinden.

Nach dem frühen Tod von Peter Ludwig im Jahr 1996 hat Irene Ludwig mit großem Engagement die Stiftung noch einmal wesentlich umgebaut und durch den Verkauf der Schokoladenfabriken finanziell maßgeblich erweitert und unabhängiger gemacht.

Das erlaubte es ihr, in all den Jahren mit großer Freude, mit gleichbleibender Wissbegier und ihrem Kuratorium wichtige Entscheidungen für die einzelnen Museum zu treffen und diese zu unterstützen.

Dies geschah immer im Dialog mit den Direktorinnen und Direktoren, deren Wünsche sie respektierte und begleitete, wo immer sie konnte. Zuweilen geschah dies auch mal ganz unbürokratisch, wenn das Geld knapp war.

Mit ihr verlieren wir in Koblenz nicht nur eine Mäzenin, sondern auch eine Freundin, die das Ludwig Museum in der Heimatstadt ihres Mannes besonders geschätzt hat und für das sie sich stets in herausragender Weise eingesetzt hat.

Jedes Jahr ließ sie dem Museum über den vereinbarten Vertrag mit der Stadt hinaus weitere Gelder zur Unterstützung von Ausstellungsvorhaben zukommen und ermöglichte entscheidende Ankäufe, die das Profil der Ludwig Sammlung in Koblenz ergänzen halfen.

So konnte zuletzt in diesem Frühjahr noch ein bedeutendes Werk von François Morellet (π piquant n° 4, 1 = 20°, Acryl und Bleistift auf Leinwand, 80 x 80 cm, 1998) erworben werden.

Nicht zu unterschätzen war aber auch ihre Unterstützung bei internationalen Kontakten und bei dem ihr so bedeutsamen Zusammenhalt der Ludwig Museen untereinander.

Aus diesem Grund organisierte sie mehrfach Zusammenkünfte aller Museumsdirektoren, damit der innere Dialog und die Verfestigung von gemeinschaftlichen Projekten sichtbare eine Plattform erhalten konnte. Diese Zusamenkünfte  waren im besten Sinne „Familientreffen.“ Zuletzt geschah dies noch Anfang September in Köln, im noch nicht eröffneten Rautenstrauch-Jost-Museum. 

Irene Ludwig war eine Mäzenin, die nicht nur über Sachverstand und finanzielle Mittel verfügte, sondern Humor und ein großes Herz besaß. So interessierte sie sich auch für die Entwicklungen in der Stadt Koblenz, nahm Anteil an dem Fortschritt der BUGA-Vorbereitungen und wollte die Fortsetzung ihrer und ihres Mannes Bemühungen für das Ludwig Museum fortgesetzt sehen.

Zuletzt kam sie zum Sommerfest des Ludwig Museums im vergangenen Sommer, wollte nicht viel Aufhebens und schon gar nicht auf die Podiumsbühne. Sie liebte eher die Diskretion, Interviews waren ihr im Grunde zuwider und Presserummel mochte sie nicht.

Dafür pflegte sie einen tiefen freundschaftlichen Umgang und konzentrierte sich auf diejenigen, die ihre Stiftung und ihr Werk weiter fortführen und es mit Leben füllen. Diesem Auftrag werden wir im Ludwig Museum auch in Zukunft nach besten Kräften gerecht werden wollen.

Ludwig Museum, Koblenz

Dr. Beate Reifenscheid, Direktorin Ludwig Museum

29.11.2010

Pressekontakt:

Dr. Christiane Morsbach

Tel.: 0049 261 30 40 415 | Fax: 0049 261 30 40 413

christiane.morsbach@stadt.koblenz.de | info@ludwigmuseum.org
Öffnungszeiten: Di-Sa 10.30 - 17.00, So 11.00 - 18.00 Uhr

Eintritt zur Ausstellung: 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Kinder und Jugendliche haben bei uns freien Eintritt!