Er hebelt die pathetischen Gesten der Rockmusik aus, mit Authentizität, tiefer Stimme und nacktem Oberkörper. Iggy Pop - er ist der animalische Theatraliker des Pop, nicht im Sinne der kühl kalkulierten Inszenierungen eines David Bowie (der ihn übrigens immer wieder produzierte). Iggy Pop arbeitet sich mit seinen Songs und Shows auf den Spuren der großen Schmerzensmänner der Kunst ab, von Antonin Artaud bis Rudolf Schwarzkogler – auch in diesem Sinne kann man ihn getrost als einen Miterfinder des Punk bezeichnen. Seine Songs sind wie sein Auftritt – immer grundiert von einem direkten, aggressiv dunklen Witz. Der drahtige Performer spielt nicht nur als faszinierender Frontman seiner Band The Stooges, Iggy Pop gehört auch seit vielen Jahren zu den gefragtesten Filmschauspielern unter den Musikern des Rock. Seinen vielleicht schönsten Auftritt hatte er zusammen mit Tom Waits in Jim Jarmuschs Coffee and Cigarettes.
Schamlos schön nannte sie ihre erste Platte mit deutschen Volksliedern aus fünf Jahrhunderten. Die in New York lebende Tine Kindermann hat ihre Wurzeln in der bildenden Kunst und lässt sich in ihrer Malerei oft genug von deutschen Märchensammlungen der Romantik inspirieren. Ihre Ausgrabungen sieht sie als Erinnerungen an die Unschuld: »Es sind fast alles eher morbide Lieder, weil ich es schon als Kind immer am schönsten fand, wenn am Ende alle tot waren – die zwei Königskinder, der Wirtin Töchterlein und das Schwesterlein.« So pendelt dieser Century of Song-Abend zwischen fiebriger und lichter Direktheit, ein Konzert zwischen Liebe und Tod.
Der amerikanische Rocksänger, Songwriter, Schauspieler und Godfather of Punk Iggy Pop ist bekannt für seine energiegeladenen und dynamischen Bühnenshows, die er stets mit freiem Oberkörper absolviert. Iggy Pop – der seinen selbst gewählten Vornamen seiner Highschoolband The Iguanas zu verdanken hat – war in den 1960er und 1970er Jahren Leadsänger der Band The Stooges. Mit ihnen nahm er die Alben The Stooges (1969), Fun House (1970) und Raw Power (1973) auf. In den 1990er Jahren gelang es ihm, an seine Erfolge anknüpfen – im Alleingang nahm er das Album The Idiot auf. Zu seinen bekanntesten Hits gehören I’m Bored, Real Wild Child, Candy und The Passenger. Während dieser Zeit wurde Pop als Schauspieler in Kino- und Fernsehproduktionen tätig. Er spielte u. a. in The Colour of Money, Cry Baby, Tank Girl, The Brave, Coffee & Cigarettes, Star Trek Deep Space Nine und Tales from the Crypt. Im Jahr 2003 engagierte er schließlich die ehemaligen Mitglieder der StoogesRon und Scott Asheton, gemeinsam mit ihm vier Songs für sein Album Skull Ring zu schreiben. Mit einer neuen Besetzung gingen The Stooges in der Folge wieder auf Tour. Im Mai 2009 veröffentlichte Iggy Pop Préliminaires, ein eher leises, vom Jazz und Michel Houellebecqs Roman La possibilité d'une île beeinflusstes Album. Ein Film über sein Leben mit dem Titel The Passenger wird derzeit produziert.
Termine: 11. und 12. September 2009, jeweils 19 Uhr
Location: Gießhalle, Landschaftspark Duisburg-Nord
Infos unter: www.ruhrtriennale.de/de/programm/2009/love-and-death


© Xavier Martin