Die Zeiten sind unruhig. Das Herzogtum von Brabant steht ohne männlichen Thronfolger da. Elsa von Brabant – vom Volk wie eine Heilige verehrt – wird beschuldigt, ihren Bruder Gottfried ermordet zu haben. Doch Elsa schweigt zu den Vorwürfen. Ein Gottesgericht soll ihre Schuld oder Unschuld beweisen. Doch kein Ritter wagt es, sich dem Ankläger, Friedrich von Telramund, entgegenzustellen. Nur ein Wunder kann Elsa noch helfen.
Da erscheint plötzlich der Ritter, den Elsa in einer Vision voraussah, um für sie zu streiten. Er bietet ihr nicht nur die ersehnte Rettung, sondern auch die Ehe an, allerdings unter der Bedingung, dass sie ihn nie nach Namen und Herkunft frage. Ganz Brabant und auch Elsa erliegen dem geheimnisvollen Zauber, der den fremden und siegreichen Ritter umgibt. Fraglos wird der Fremde als neuer Herrscher anerkannt. Nur Telramund und seiner Gattin Ortrud bleiben das Wunder und das Frageverbot suspekt.
Ortrud, aus dem Geschlecht der Friesenfürsten, das ehemals in Brabant herrschte, sieht den Thron unrechtmäßig besetzt und entweiht. Sie stachelt Telramund an, vom fremden Ritter die Offenlegung seiner Herkunft zu fordern. In der Spannung zwischen lichter Welt des Wunders und düsterer Wirklichkeit thematisiert sich die Frage, ob der Mensch das Wunder braucht und auch mit ihm leben kann.
„Lohengrin“ ist Richard Wagners populärstes Bühnenwerk. Die Musik lässt bereits im Vorspiel die überlieferten Formen der Oper hinter sich und formt die poetische Idee von Erscheinen und Verschwinden des Wunders in schillernde Klänge, die sich später leitmotivisch über das gesamte Werk ausbreiten.
Besetzung
Musikalische Leitung: Tetsuro Ban
Inszenierung: Michael Sturm
Bühne und Kostüme: Hannes Neumaier
Aufführungen bis zum 15.1.2011
Kontakt
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