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Kommentar zur Vergabe des Literaturnobelpreises

Literaturnobelpreis geht an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa - der erste südamerikanische Preisträger seit fast 30 Jahren

Ingolstadt (ots) - Am Ende waren wieder alle überrascht. Der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger, der Peruaner Mario Vargas Llosa, selbst hielt es sogar für "einen Scherz", dass er den mit immerhin zehn Millionen schwedischen Kronen ausgelobten Preis zugesprochen bekam.

Sicher hätten manche der Literaturszene gerne einen anderen als Preisträger gesehen. So ist das immer. Doch Llosa ist keiner, bei dem einen schaudern muss. Denn die Nobelpreise sollen "denen zugeteilt werden, die der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben."

Wie immer man zum politischen Engagement Llosas steht, er hat das Feuer Lateinamerikas in die Literatur getragen und setzt sich vehement für Freiheit ein - weltweit.

Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber. Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht.

Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in London, Paris, Madrid und Lima.


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Donaukurier - Michael Schmatloch

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