Bereits zum zwölften Mal findet der Literarische Sommer zwischen Rhein und Maas statt, diesmal unter dem Motto „Grenzgänger/Grenspendelaars“. Und Krefeld ist auch dieses Mal dabei. Als Grenzgänger bezeichnet man Personen, die zwischen dem Land, in dem sie leben und dem Land, in dem sie arbeiten, pendeln. Dies ist in Europa laut Statistik vor allem zwischen den Ländern Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden der Fall. So sind die Autoren des Literarischen Sommers im wörtlichen Sinne Grenzgänger, denn sie kommen aus sämtlichen Benelux-Staaten, der Schweiz, Österreich – und natürlich aus Deutschland. Aber auch im literarischen Sinne sind es Grenzgänger.
In Krefeld startet das überregionale Kulturfestival mit der Lesung von Marente de Moor aus dem Buch „Amsterdam und zurück“ am 14. Juli in der Fabrik Heeder. Marente de Moor, geboren 1972, lebte nach ihrem Studium der Slawistik mehrere Jahre in St. Petersburg, wo sie Theaterwissenschaft studierte und als Korrespondentin für De Groene Amsterdammer arbeitete. „Amsterdam und zurück“ ist ihr Debütroman. Die Niederländerin erzählt von russischen Immigranten, die sich legal und illegal durchs Leben schlagen, Wodka trinken und melancholisch werden, abseits des Amsterdamer Alltags und jenseits eines Heimatgefühls.
Die Auftaktveranstaltung zum Literarischen Sommer wird am Montag, 11. Juli, in Neuss der Autor Roger Willemsen mit seinen Reiseerlebnissen „Die Enden der Welt“ bestreiten. Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Dabei geht es um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Bis zum 31. August wird es insgesamt 26 Veranstaltungen mit niederländischen und deutschen Autoren, Schauspielern und Übersetzern geben. Der skizzierte Schwerpunkt in diesem Jahr soll den Besuchern deutlich machen, wie geistig inspirierend metaphorische und reale Wanderungen zwischen Ländern, aber auch zwischen sozialen Milieus sind.
Beteiligt sind als Ausrichter des Literaturfestivals neben Krefeld die Städte Aachen (D), Beesel (NL), Düsseldorf (D), Mönchengladbach (D), Neuss (D), Roermond (NL), Vaals (NL), Maasbree (NL) und Helden (NL). In Krefeld wird das Publikum zum Beispiel in das Kulturzentrum Fabrik Heeder und in die Mediothek eingeladen. Als „Grenzgänger“ sind außerdem unterwegs Gerbrand Bakker, Guy Helminger, Nicol Ljubi´, Oliver Uschmann, Tanja Dückers und viele andere.
Das Programmheft liegt stadtweit aus. Die Einzelkarte kostet sieben Euro, ermäßigt fünf Euro und kann reserviert werden beim Kulturbüro unter der Telefonnummer 02151 583611.
Die Festivalkarte kostet 25 Euro, ermäßigt 15 Euro. Festivalkartenbesitzer werden gebeten, ihre Plätze für die einzelnen Veranstaltungen online unter www.literarischer-sommer.eu oder telefonisch bei den örtlichen Bibliotheken, in Krefeld bei der Mediothek, beziehungsweise beim Kulturbüro zu reservieren. Weitere Informationen zum Programm stehen auch im Internet unter www.literarischer-sommer.eu.
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