Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

"schon früh außerordentliche Begabung artikuliert"

Lise de la Salle - ein umjubelter Gast am 10. September in Essen

Geboren wird Lise de la Salle 1988 im nordfranzösischen Cherbourg. In der Familie spielen Malerei und Vokalmusik eine Rolle, die Mutter ist Chorsängerin. Als sich in Lise, die seit ihrem vierten Lebensjahr das Klavier zu ihrer Passion erklärt hat, schon früh außerordentliche Begabung artikuliert, folgt sie dem vorgezeichneten Weg.

Privatlehrer und erste Wettbewerbssiege führen zu ihrem Lehrer Pascal Nemirovski, mit dem sie insbesondere russisches Repertoire erarbeitet. Von augenblicklich sieben Klavierkonzerten, die sie öffentlich spielt, sind zwei von Prokofiew und Schostakowitsch - deren jeweils erste.

Zugleich besucht Lise de la Salle ab ihrem 11. Lebensjahr als außerordentliche Schülerin das Conservatoire Supérieur de la Musique in Paris das sie 2001 mit Auszeichnung abschließt. Danach wechselt sie dort in die Meisterklasse von Bruno Rigutto am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris.

 Auch Genevieve Joy-Dutillieux verdankt sie wesentliche künstlerische Anregungen. Ihre öffentliche Karriere hat freilich schon mit neun Jahren begonnen, als sie ein von Radio France übertragenes Konzert spielt.

Ohne Überforderung entwickelt sie sich mit ausgesuchten Podiumsauftritten weiter. Bis heute sind es selten mehr als zwanzig im Jahr. Ihr erstes Klavierkonzert, das eigens in wenigen Tagen gelernte 2. von Beethoven, spielt sie als mutige wie glänzende Einspringerin 13jährig in Avignon.

 Für solche Abenteuer ist Lise de la Salle durchaus zu haben - doch sie sollen Ausnahme bleiben. Ein Abenteuer ist auch die erste CD bei Naive. Der mit großem Kritikerbeifall aufgenommene Erfolg der Koppelung von Rachmaninov und Ravel zieht einen Exklusivvertrag nach sich.

Nach diversen ersten Preisen ermöglicht ihr der Sonderpreis bei den "2004 Young Artists International Auditions" in New York eine Reihe von Konzertauftritten in den amerikanischen Metropolen. Im selben Jahr gibt sie auch ihr Debüt in Japan sowie beim Schleswig Holstein Musik Festival.

 Auch im sommerlichen französischen Pianisten-Mekka, beim provenzalischen Festival von La Roque d'Anthéron ist sie neuerlich ein umjubelter Gast. So geht Lise de Salle unbeirrt ihren Weg. Sie, die sowohl den kalkuliert perfektionieren Schönklang einer Elisabeth Schwarzkopf wie auch die beinahe ungebändigt individuelle Leidenschaft einer Maria Callas gleichermaßen liebt, will das Klavier zum Singen bringen, damit die Farben des Orchesters vergessen machen.

 Nicht als egozentrische Tastengrenzgängerin, sondern als frühreife, wenngleich entwicklungsfähige Meisterin der Balance. Die im Augenblick vor allem die Ausweitung ihrer Repertoiregrenzen im Auge und in den Fingern hat. Konzentriert. Wesentlich. Ganz Lise de la Salle eben

 Quelle: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

http://www.lisedelasalle.com/