Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge: Juden, Christen und Muslime auf engstem
Raum, allesamt verstrickt in Glaubens- und Machtkämpfe – das ist die Ausgangssituation von Lessings letztem Drama NATHAN DER WEISE. Lessing
bildet in seinem Ideendrama nicht die ihn umgebende Welt ab, sondern
zeichnet eine künstliche Welt, anhand derer er uns seine Idealvorstellung
von Aufklärung und Toleranz präsentiert. Mit der Ringparabel, dem gedanklichen Zentrum des Stücks, zeigt der Jude Nathan, warum keine Religion
allein im Besitz der Wahrheit sein kann, und propagiert eine vorurteilslose
Menschlichkeit. Doch wird er seinem eigenen Anspruch gerecht, handelt er
gut, wenn er, seinem beinah fanatischen Wahrheitsdrang folgend, die wahre
Verbindung zwischen Recha und dem Tempelherrn zu ergründen sucht?
Mit NATHAN DER WEISE debütiert die Regisseurin Franziska Marie Gramss,
Jahrgang 1981, am THEATER BONN, die nach ihrem Regiestudium an der
Folkwang Hochschule in Essen bereits in Trier, Koblenz und am Deutschen
Theater Berlin arbeitete.
Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen
Besetzung
Inszenierung: Franziska Marie Gramss
Ausstattung: Caronlin Mittler
Musik: Kostia Rapoport
Licht: Lothar Krüger
Dramaturgie: Kristina Wydra, Christopher Hanf
Sultan Saladin: Wolfgang Rüter
Sittah, dessen Schwester: Nina Vodop'yanova
Nathan, ein reicher Jude in Jerusalem: Günter Alt
Recha, dessen angenommene Tochter: Anastasia Gubareva
Daja, eine Christin, aber in dem Hause des Juden, als Gesellschafterin der Recha: Susanne Bredehöft
Ein junger Tempelherr: Konstantin Lindhorst
Der Patriarch von Jerusalem/Ein Klosterbruder: Stefan Preiss
Aufführungen bis zum 25.9.2010
Kontakt
Theater Bonn
Opernhaus
Am Boeselagerhof 1
53111 Bonn
0228-778000
E-Mail: theater@bonn.de
Link
http://www.theater-bonn.de/production.asp?ShowtimeID=993

