Gesellschaft Freunde der Künste

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Lesereisen: Der Bonner Autor Dr. Detlev Arens liest an „Originalschauplätzen“ in Köln aus seinem Buch ‚Rheinische Welt’

Augenweiden und Gaumenfreuden am Bergischen Rand zwischen Dhünn und Sieg.

Erste Station ist das ehemalige Fischerdorf (Köln-)Poll auf der rechten Rheinseite. Hier wird ein Fisch geehrt, der in den Kölner Brauhäusern den Wonnemonat verkörperte. An der Dhünn gilt der Blick weiterhin dem nassen Element, aber auch der Natur, diesmal allerdings entschieden einer von Menschenhand: Die Pflanzendarstellungen im Altenberger Dom zeugen glanzvoll für den grünen Daumen mittelalterlicher Steinmetze. Ebenfalls lässt sich mit der entfesselten Agger bei Troisdorf, ja sogar mit dem heute kaum mehr bekannten Gagel bei (Siegburg-)Stallberg, ein imposanter Bogen von der Natur- zur Kulturgeschichte schlagen. Das geheimnisvolle Johannesbrünnchen im Stadtteil Seligenthal und der höchst geschichtsträchtige Michaelsberg über der Stadt selbst stehen für zwei ganz unterschiedliche Aspekte der rheinischen Lebenswelt. An der „Kontrollstation“ in Sankt Augustin-Buisdorf endet diese Lesereise fast so, wie sie begonnen hat: Nur dass hier statt des wenig bekannten Maifischs der höchst prominente Lachs gewürdigt wird.

Mi., 13. April 2011,
9.00 - ca. 17.00 Uhr

Start/Ende: Komödienstraße, 50667 Köln, Haltestelle für Reisebusse, neben dem St. Andreas Kloster

 

Weltkultur und Wolfsnatur

Ein erzählerischer Streifzug vorbei an Mühlen und Schlössern im Rhein-Erft-Kreis

Diese Tour würdigt die oft so sträflich vernachlässigte Ville-Region. Dagegen hat das UNESCO-Weltkulturerbe Brühler Schlösser einen triumphalen Auftritt in der Kulturgeschichte, wobei an einem verschwiegeneren Ort im Park den Bezügen zu Schloss Falkenlust nachgegangen wird. Weniger, genauer viel zu wenig, bekannt ist der Park von Schloss Gracht in Erftstadt-Liblar. Und vielleicht lässt sich irgendwo in der Ville ein besonderer Höhepunkt des lenzlichen Blühens vorstellen, der mit seinen äußerst seltenen einheimischen Orchideen so gar nicht zum Thema „Braunkohle“ zu passen scheint. Dagegen duldet nicht den mindesten Zweifel, dass Mühlen zur Erft gehören. Und da die Gymnicher Mühle sich gerade zu einem Mühlenzentrum entwickelt, ist sie der berufene Standort für die beiden Mühlen- und Müller-Kapitel aus der ‚Rheinischen Welt’. Waren aber schon die Müller nicht ganz ohne, geht es beim Bedburger Werwolf grausam-blutig zur Sache. Nur so kann, so darf diese Lesereise nicht enden: Jedenfalls ist der Maulbeerbaum von (Pulheim-)Brauweiler ein viel stimmungsvollerer Abschluss.

Mi., 11. Mai 2011,
9.00 - ca. 17.00 Uhr

Start/Ende: Komödienstraße, 50667 Köln, Haltestelle für Reisebusse, neben dem St. Andreas Kloster

 

Von Liebes- und anderen Mühen

Erinnerungsorte im Bergischen Land zwischen Waldbröl und Hückeswagen

Diese Lesereise geht bis zum Äußersten. Jedenfalls bis zum äußersten Rheinland in Radevormwald-Landwehr. Sie würdigt weiterhin die Bevertalsperre als „erste Geige im Wasserquintett“. Und auch zwei unmittelbare Reisethemen spielen eine Rolle, beide erinnern an die Beschwerlichkeit solcher Unternehmungen. Das gilt sowohl für die Mühen auf der historischen Brüderstraße als auch für die „sentimental journey“ des Pfarrers Johann Moritz Schwager nach Gimborn zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Als der ungleich berühmtere D. H. Lawrence, später Verfasser des Skandalromans ‚Lady Chatterley’, nach Waldbröl kam, stand er am Wendepunkt eines bewegten Lebens, seine Waldbröl-Erzählung ‚Hagel im Rheinland’ spiegelt diese Krise wider. Zur weltliterarischen Prominenz tritt an gleicher Stelle der heimatliche Ausklang. Denn Wilhelm von Zuccalmaglio hat eine besondere Beziehung zu Waldbröl, und vielleicht meint sein bekanntestes Lied ja tatsächlich das Bergische: „Kein schöner Land in dieser Zeit“.

Do., 9. Juni 2011,
9.00 - ca. 17.00 Uhr

Start/Ende: Komödienstraße, 50667 Köln, Haltestelle für Reisebusse, neben dem St. Andreas Kloster

 

Zum Buch

Johannesbrünnchen, Anton Raaff und Johann Baptist Geich: Wer mit diesen Namen nichts anfangen kann, offenbart keine klaffende Bildungslücke. Doch mit jedem Namen verbindet sich nicht nur eine Geschichte, sondern jeder führt auch ins Zentrum des Rheinlandes. Städte und Kreise der Region bieten die imposante Bühne, auf der die Geschichten der Verbundenheit spielen. Sie zeigen, wie nicht nur dieses Rheinland, sondern auch wie dieses Rheinland mit seinen Rheinländern zusammen hängt. Diese Geschichten sind keine, die in Werbeprospekten erzählt werden, sie sind Geschichten, die sich aufzuspüren lohnen und die eine Entdeckungsreise in die Heimat eröffnen.

 

 

„Rheinische Welt“ von Dr. Detlev Arens

Bouvier Verlag

ISBN: 978-416-03300-8

 

 

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