Gesellschaft Freunde der Künste

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Lese-Feuerwerk: Hamburger Literaturfestival vom 16. bis 23.4.2009

Vom 16. bis 23. April 2009 dreht sich in Hamburg wieder alles um das Buch: Vattenfall präsentiert sein jährlich stattfindendes Literaturfestival – in diesem Jahr mit 140 Veranstaltungen in der ganzen Stadt. Über 180 Autoren und Mitwirkende aus dem In- und Ausland lesen an ungewöhnlichen Orten. Dabei richtet sich die Hälfte des Programms an Kinder und Jugendliche.
Dr. Rainer Schubach, Generalbevollmächtigter der Vattenfall Europe AG, lädt alle großen und kleinen Bücherfreunde herzlich ein: „Denn auch in diesem Jahr gibt es wieder ein attraktives Programm mit erstklassigen Künstlern.“

Mit sechs verschiedenen Rubriken bieten die Lesetage eine große thematische Bandbreite: Den Auftakt machen Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl mit einer Lesung für Kinder auf Kampnagel. Für seefeste erwachsene Besucher bietet sich die Veranstaltung mit Erik Lindner im Internationalen Maritimen Museum an, und im Planetarium wird Christine Lehmann nicht nur in die Sterne gucken, sondern sogar zum Mond reisen. Übersinnlich wird es bei Thorsten Havener in der Ree-Location, in der Reihe „Bildergeschichten“ nimmt uns Reinhard Kleist mit nach Kuba, und Val McDermid geht bei der HanseMerkur einem der zahlreichen Kriminalfälle auf die Spur.

 

Infos unter: www.thalia-theater.de oder www.vattenfall.de

 

Programm:

Freitag 17. April 19 Uhr ‚Der Kaiser von China’ und ‚Grand Hotel’ mit Tilman Rammstedt und Jaroslav Rudiš; Moderation: Shelly Kupferberg

Samstag 18. April 19 Uhr ‚Die Chaussee der Enthusiasten. Eine Reise durch das russische Deutschland’ und ‚Der Neuling’ mit Merle Hilbk und Michael Ebmeyer; Moderation: Dr. Paul Kersten

Sonntag 19. April 19 Uhr ‚Das war der gute Teil des Tages’ mit Theresa Bäuerlein

Montag 20. April 19 Uhr ‚Von japanischen Brotbüchsen, indischen Göttern, komischen Alpendialekten, süßen Südstaaten, afrikanischen Kriechtieren und der Köstlichkeit des langsamen Reisens’ und ‚Alles über die Welt’ mit Kristian Ditlev Jensen und Klaus Ungerer; Moderation: Nina Diezemann

Dienstag 21. April 19 Uhr „Das geheime Tagebuch der Carla Bruni“ mit Silke Burmester

Mittwoch 22. April 19 Uhr „Berlin-Seoul-Berlin“ Miriam Yung Min Stein und Hye-Yoon Jung


Freitag 17. April 19 Uhr ‚Der Kaiser von China’ und ‚Grand Hotel’ mit Tilman Rammstedt und Jaroslav Rudiš; Moderation: Shelly Kupferberg

Tilman Rammstedt Der Kaiser von China

Keith Stapperpfennig kommt aus einer einzigartigen Familie. Von der Mutter weiß er wenig, vom Vater gar nichts. Zusammen mit vier vermeintlichen Geschwistern wuchs er beim Großvater auf – mit immer neuen, immer jüngeren Großmüttern. In eine von ihnen hat Keith sich selbst verliebt. Zum Achtzigsten schenken die Enkel ihrem Großvater eine gemeinsame Reise an ein Ziel seiner Wahl. Als er sich China wünscht, will keiner ihn begleiten - am Ende bleibt es an Keith hängen. Der lehnt sich zum ersten Mal im Leben auf, verjubelt das Reisegeld und lässt den Großvater alleine ziehen. Doch dann bekommt Keith von der jüngsten Großmutter einen Anruf, sein Opa sei im Westerwald gestorben. Er muss eine Geschichte aus dem Hut zaubern, die den Geschwistern glaubhaft macht, die Reise habe stattgefunden – und erfindet sein eigenes China. Doch je weiter sich Keith in seine Lügen verstrickt, desto deutlicher wird, dass er nicht als Einziger die Unwahrheit sagt. Tilman Rammstedt ist ein überwältigender Roman gelungen, so sprühend, rasant und urkomisch, dass man sich mit dem größten Vergnügen belügen lässt. Tilmann Rammstedt ist eingeladen zum Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb.

Tilman Rammstedt wurde 1975 in Bielefeld geboren, er lebt in Berlin. Bei DuMont erschien 2003 sein Debüt ›Erledigungen vor der Feier‹ und 2005 der Roman ›Wir bleiben in der Nähe‹. Tilman Rammstedt wurde unter anderem ausgezeichnet mit dem Open Mike, dem Rheinischen Kulturförderpreis, dem New-York-Stipendium der Kulturstiftung der Länder, dem Kasseler Literaturförderpreis für grotesken Humor und dem Literaturförderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Jaroslav Rudiš Grand Hotel

Roman. Aus dem Tschechischen von Eva Profousová
Fleischman ist ein etwa 30jähriger Mann, der in seinem Leben schon mehr verloren hat als nur seinen Vornamen oder das zweite „n“ in „Fleischmann“. Als Kind musste er einen schweren Autounfall und den Verlust seiner Eltern verkraften. Er kommt in die Obhut seines Cousins Jégr, eines unverbesserlichen Frauenhelden, der Fleischman wohl nur wegen der Zahlungen vom Sozialamt bei sich aufnimmt. Jégr übernimmt nach der Wende die Leitung des futuristischen Grand Hotels auf dem Berg Jested in der tschechischen Provinz. Fleischman hat keine andere Wahl, als für Jégr zu arbeiten. Denn sein größtes Problem: Sobald er auch nur in die Nähe der Ortsgrenze gerät, wird er Opfer schlimmer Angstattacken, und so scheint er für immer an den kleinen Ort gefesselt. Doch Fleischman träumt sich weit hinauf, sein Spezialgebiet sind die verschiedenen Wolkenformationen, seine große Liebe ist die Meteorologin im Fernsehen. Ihr schreibt er freundlich verliebte Briefe, wenn ihr mal wieder eine kleine Unrichtigkeit unterlaufen ist, die Antwort sind stets gleiche Autogrammkärtchen. Im wirklichen Leben muss er sich mit den Gästen des Grand Hotel herumschlagen. Mit einem Gast aber schließt er Freundschaft, Franz, dessen Obsession geschmacklose Kaffeetassen sind, in denen sich die Überres-te seiner besten Freunde befinden, die auf heimischen Boden „begraben“ werden wollten. Franz und Fleischman unternehmen nächtliche Ausflüge, um die Asche an ihrem jeweiligen Wohnort auszu-streuen. Als Franz selbst stirbt, versteckt ihn Fleischman und bringt ihn zu seinem Kumpel im Krematorium. Er will Franz’ Asche verstreuen, wenn er seinen endgültigen Ausbruchsversuch im Heißluftballon unternimmt, seinen geliebten Wolken entgegen. Dass ihn dabei die Serviererin Ilja, von der er doch geglaubt hatte, sie könnte seine Meteorologin ersetzen, nicht begleitet, muss er in Kauf nehmen. Man kann nicht alles haben, diese Lektion hat er schon früh im Leben gelernt.

Jaroslav Rudiš, geboren 1972, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker. »Grand Hotel«, nach »Der Himmel unter Berlin« sein zweiter auf Deutsch erscheinender Roman, wurde 2006 verfilmt. Mit seinem tschechischen Verleger hat er darüber hinaus die Band »The Bombers« gegründet. Sein dritter Roman »Potichu« (Die Stille) ist gerade in Tschechien erschienen und von der Kritik begeistert aufgenommen worden.


Samstag 18. April 19 Uhr
‚Die Chaussee der Enthusiasten. Eine Reise durch das russische Deutschland’ und ‚Der Neuling’ mit Merle Hilbk und Michael Ebermeyer; Moderation: Dr. Paul Kersten

Merle Hilbk Die Chaussee der Enthusiasten. Eine Reise durch das russische Deutschland

Zwischen Borschtsch und Russendisko
Russen in Deutschland – Die Journalistin Merle Hilbk (u. a. Spiegel und GEO) wirft einen unterhaltsamen, witzigen und anrührenden Blick hinter die Kulissen einer Parallelgesellschaft, die mitten unter uns ist – und doch so fern. 3, 5 Millionen Menschen kamen, geleitet meist nur durch Träume und die Hoffnung auf ein besseres Leben, in den 90er Jahren aus Russland nach Deutschland. Seither hat sich eine vielfältige und lebendige Szene aus russischen Kindergärten und Schulen, Sport- und Kulturvereinen, Anwaltskanzleien, Banken, Supermärkten, Bars und Diskos gebildet, in der es eigene Sitten und Regeln – und sogar ein eigenes Idiom gibt, das „Russki Deutsch“. Nach dem grandiosen Debüt „Sibirski Punk“ hat sich Merle Hilbk – nur mit Neugier und einer Straßenkarte bewaffnet – auf den Weg gemacht, um den wil-den Osten mitten unter uns zu finden. Ob Datscha-Party, traditioneller Bardenklub oder die „Landsmannschaft der Russen in Deutschland“ – Merle Hilbk zeigt alle Facetten des neuen deutsch-russischen Lebens – abenteuerlich, berührend und grandios geschrieben.
Diese russische Gemeinschaft wird, so die These ihres Buches, einen vergleichbaren Einfluss auf die deutsche Kultur und Gesellschaft nehmen wie die Einwanderung türkischer Gastarbeiter in den sechziger Jahren.

Merle Hilbk, Jahrgang 1969, ist nach Jurastudium und Redaktionstätigkeit bei „Spiegel“ und „Zeit“ als freie Journalistin in Russland und Osteuropa und als Journalismusdozentin an der „Hamburg Media School“ tätig. Nebenbei legt sie in Bars und Clubs Russenpop auf. Bei AtV lieferbar: Sibirski Punk. Eine Reise in das Herz des wilden Ostens.

Michael Ebmeyer Der Neuling

In Michael Ebmeyers neuem Roman verschlägt es einen schüchternen Stuttgarter Versandhauslogistiker nach Sibirien, wo er sich zum obsessiven Liebenden wandelt und nicht mehr zurück in sein altes Leben findet. Matthias Bleuel steht neben sich. Seit seiner Scheidung lebt er wie betäubt vor sich hin. Als sein greiser und russlandsentimentaler Chef ihn bittet, nach Kemerowo in Südsibirien zu reisen, um dort in einer winzigen Zweigstelle des Versandhauses eine Urkunde zu überbringen, willigt er ein, weil er zu schwach zum Neinsagen ist. Doch in der mystischen sibirischen Sommerlandschaft erkennt sich Bleuel plötzlich selbst nicht mehr wieder. In Liebe zur geheimnisvollen Sängerin Ak Torgu entflammt, die dem kleinen Volk der Schoren angehört, wird der verzagte Logistiker zum geistergläubigen Heißsporn. Zunächst stolpernd, dann immer drängender, bewegt er sich in eine völlig neue Welt hinein. Er setzt alles aufs Spiel, um Ak Torgu für sich zu gewinnen – und um sich endgültig zu verab-schieden vom alten Matthias Bleuel. Michael Ebmeyer ist es gelungen, die alte Geschichte über den Aufbruch in ein ganz anderes Leben verblüffend neu zu erzählen. Ein großer Roman über Identitätssuche und dem Mut zum Neuanfang.

Michael Ebmeyer,
geboren 1973, wuchs in Bielefeld auf. Er studierte in Tübingen und Barcelona, heute lebt er als Schriftsteller, Journalist und Übersetzer in Berlin. Mit der Gruppe Fön bringt er „Texte an Musik“ auf die Bühne. Mit ausgiebigen Fön-Touren begann auch seine Begeisterung für Osteuropa und Russland.


Sonntag 19. April 19 Uhr
‚Das war der gute Teil des Tages’ mit Theresa Bäuerlein

Theresa Bäuerlein Das war der gute Teil des Tages

Roman
Lena ist geflohen aus Deutschland: aus einer Beziehung, die irgendwann nur noch Beziehung war, aus einem urbanen Twenty-something-Leben in den Schubladen der Gleichgültigkeit. Sie arbeitet für einige Monate als Betreuerin in einem Heim für Autisten – in Tel Aviv. Dort lernt sie den Pfleger Tom kennen, der gerade seinen Militärdienst hinter sich gebracht hat und mit dem gewalttätigen Konflikt in seinem Land nichts mehr zu tun haben will. Genau wie Lena ist er auf der Suche nach einem anderen Leben. Und durch ihn erfährt sie plötzlich aus nächster Nähe, dass es andere Gründe als Langeweile geben kann, um davonzulaufen. Als er vorschlägt, eine Scheinehe einzugehen, damit er einen deutschen Pass bekommen kann, steht sie zum ersten Mal in ihrem Leben vor einer Entscheidung, vor der sie nicht weglaufen will.

Theresa Bäuerlein, geboren 1980 in Bonn, lebt in München und Tel Aviv, studiert Journalismus und schreibt u.a. für ›NEON‹ und ›jetzt.de‹. Sie wünscht sich eine Welt ohne teure Sonnenbrillen und Angst, und hält sich für einen Menschen, der manches kann, aber große Probleme hat, sich zwischen zwei Sorten Joghurt zu entscheiden. »Das war der gute Teil des Tages« ist ihr erster Roman.


Montag 20. April 19 Uhr
‚Von japanischen Brotbüchsen, indischen Göttern, komischen Alpendialekten, süßen Südstaaten, afrikanischen Kriechtieren und der Köstlichkeit des langsamen Reisens’ und ‚Alles über die Welt’ mit Kristian Ditlev Jensen und Klaus Ungerer; Moderation: Nina Diezemann

Klaus Ungerer Alles über die Welt

Roman
Einhunderteinundfünfzig Schauplätze, Geschichten und Schicksale, die die Welt kaum spürbar und doch entscheidend verändert haben. Der weit gereiste Erzähler präsentiert sich und die Welt in einem großen literarischen Bericht voller unvergesslicher Kürzestromane, Portraits und Bilder, aus denen sich ein eigenwilliger, komischer und bestürzender Blick auf die Menschheit ergibt. Dies ist die ungewöhnlichste Weltreise, die man zwischen zwei Buchdeckeln unternehmen kann. Ein junger Mann aus Zschopau hängt sein bürgerliches Leben an den Nagel und macht sich auf die Reise. Um nichts Geringeres zu versuchen, als der Welt die ihr gemäße Ordnung zurückzugeben. Denn die Welt, wie sie sich uns heute darstellt, hat eine Geschichte, die von Politikern geschrieben und ihren braven Vasallen hinausposaunt wurde; Napoleon, Hitler, Bush – helau, alaaf und tschüss! Welche vergessenen Taten, welche überraschenden Erkenntnisse wirklich von Wert gewesen sind, wird oft erst nach Jahr-tausenden erkannt oder nie:
Wie Randy, der jüngste Sohn der Familie Kendall, beim großen Erdbeben an Karfreitag 1964 in Anchorage beinahe im Schlafanzug vor Gott trat. Wie der Weltumsegler Captain James Cook in einem Moment der Unachtsamkeit eine Insel im Südpazifik Osnabrück taufte. Wie Aleksandr Aleksandrowitsch Schinenkij in einer durchsoffenen Nacht eine ganze Stadt beim Kartenspiel verlor. Wie in Tunguska an einem einzigen Junitag 60 Millionen Bäume umfielen, ohne dass jemand etwas merkte. Wie ein Mammut 10.000 Jahre nach seinem Tod das Fliegen lernte. Hier ist endlich »Alles über die Welt«. Bühne frei und gute Reise. Die außergewöhnlichste Weltreise, die man zwischen zwei Buchdeckeln unternehmen kann.

Klaus Ungerer,
Jahrgang 1969, aufgewachsen in Lübeck, ist seit 1998 Feuilleton-Autor der F.A.Z. Als Redakteur betreute er dort von 2001 bis 2003 die Seite Stil sowie die Münchner Seiten der F.A.S. Als Kolumnist schickte er bis 2004 seinen »Gruß aus dem Sprachlabor« und berichtet seitdem in »Nichts als die Wahrheit« über Fälle aus dem Kriminalgericht in Moabit. Er ist Mitgesellschafter der Agentur »glossendienst« und lebt mit Frau und Tochter in Berlin. »Alles über die Welt« ist sein erster Roman.

Kristian Ditlev Jensen Von japanischen Brotbüchsen, indischen Göttern, komischen Alpendialekten, süßen Südstaaten, afrikanischen Kriechtieren und der Köstlichkeit des langsamen Reisens
„Langes Zugfahren macht etwas ganz Besonderes mit dem Reisenden.“ Zu diesem Schluss kommt Kristian Ditlev Jensen, der auf zwölf verschiedenen Bahnfahrten durch alle Kontinente gekommen ist. Was es mit ihm, dem Autor, gemacht hat, erfährt man neben vielen anderen Dingen in diesem köstlichen Reisebuch. Jensen fängt nicht nur eindrücklich die Bilder ein, die an seinen Augen vorüberziehen, er philosophiert auch übers Kofferpacken, über die Vor- und Nachteile des Alleinreisens, über italienische Tomatensoße, buddhistische Taxifahrer und darüber, dass man beim langsamen Reisen vor allem bei sich selbst ankommt. „Glänzende Essays … Zug um Zug liest man sich in die Ferne und wieder zurück. Immer mit einem Anflug von Neid.“ (Weekendavisen)

Kristian Ditlev Jensen
wurde 1971 bei Kopenhagen geboren. Nach seinem Literaturstudium begann er als Journalist zu arbeiten. Er veröffentlichte Kurzprosa, ein Memoir und Essays sowie ein Drama, bevor 2004 sein hoch gelobtes Romandebüt „Leibspeise“ erschien (Hoffmann und Campe, 2006). Für seinen Romanerstling erhielt er auf der Kopenhagener Buchmesse den Preis für das beste Debüt.
Neben seiner journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit ist er auch als Übersetzer und Lektor tätig. Er lebt in Kopenhagen.


Dienstag 21. April 19 Uhr
„Das geheime Tagebuch der Carla Bruni“ mit Silke Burmester

Silke Burmester Das geheime Tagebuch der Carla Bruni

Ein Jahr an der Seite des kleinen Nick
Seit ihrer Liaison mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ist das Leben von Ex-Model und Sängerin Carla Bruni nicht mehr, wie es war. Die ganze Welt schaut auf sie. Wem kann sie jetzt noch vertrauen? Nur ihrem geheimen Tagebuch. Staatsbesuche, Galaempfänge und »Wer-wird-Millionär«-gucken im Elysée-Palast: Alles könnte so schön sein. Wären da nicht die Presse, die jedes Nacktfoto zur Staatsaffäre aufbläht, Cecilia, die alte Krähe, die ständig wegen Erziehungsfragen ihren Ex anruft, und der Möchtegern-Casanova Jean, Nicolas’ Sohn aus erster Ehe.Als seien das der Widerstände gegen das junge Glück nicht genug, kann Eric (Clapton) das Jammern über seine verlorene Liebe nicht lassen, denken sich die PR-Strategen täglich neue Schikanen für die Première Dame aus: auf dem Großmarkt Hände schütteln (morgens um fünf!), sich mit Marmelade verschmierten Gören fotografieren lassen und ständig in diesen dämlichen Ballerinas rumlaufen!
Zum Glück ist sie nicht ganz allein: Benjamin (Biolay), Freund aus alten Tagen, hält in besonders schweren Stunden einen Joint bereit und der schmachtende Gärtner lässt sich selbst vom Geheimdienst nicht in die Flucht schlagen. Und auch aus Deutschland kommen gute Nachrichten: Carla soll den Ehren-Bambi bekommen für ihren Mut, gegen alle Widerstände zu ihrer Liebe zu stehen. Jetzt muss sie es nur noch hinbekommen, dass ihr petit Pygmée, wie sie ihren Ehemann zärtlich nennt, nicht ständig die Fassung verliert.
Lustiger als Helen Fielding, wahrer als Yazmina Reza: Das geheime Tagebuch der Carla Bruni ist die komischste Liebesgeschichte des Jahres (und enthüllt, wie Speedy Sarko wirklich ihr Herz eroberte)!

Silke Burmester
lebt und arbeitet in Hamburg. Sie schreibt über Medien, Kultur und Gesellschaftspolitik für einige hochseriöse, manche nützliche und ein paar gänzlich überflüssige Zeitungen und Zeit-schriften, darunter Financial Times Deutschland, Geo Saison und Stern. Ihre Kolumne »Das geheime Tagebuch der Carla Bruni« erscheint zur großen Begeisterung unzähliger Leser jede Woche in der taz.


Mittwoch 22. April 19 Uhr „Berlin-Seoul-Berlin“ Miriam Yung Min Stein und Hye-Yoon Jung

Miriam Yung Min Stein Berlin - Seoul - Berlin

Auf der Reise zu mir selbst
»Do you speak English?« Eine junge Deutsche versucht in Seoul mit dem Bus zu ihrem Hotel zu fahren. Doch sie scheitert bereits am Ticketkauf. Denn auch wenn sie aussieht wie die Einheimischen, so spricht sie kein Wort Koreanisch. Ihre Sprachlosigkeit isoliert sie in Asien genauso wie ihr asiatisches Gesicht in Deutschland.
Das Buch der jungen Journalistin erzählt von der Begegnung mit einer fremden Kultur und schildert gleichzeitig eine bewegende Reise voller schmerzhafter, komischer und überraschender Momente. Zu Hause im falschen Land: Die Fremde in mir

Miriam Yung Min Stein wurde 1977 in Daegu/Südkorea geboren und wuchs bei ihren Adoptiveltern in Osnabrück auf. Sie studierte in den USA Dramatic Writing und Drehbuch und produzierte als Regisseurin und Texterin TV-Kampagnen und Werbefilme. Sie arbeitet heute als freie Journalistin und Autorin. Miriam Stein lebt in Berlin, schreibt unter anderem für ›Brigitte‹ und die ›Süddeutsche Zeitung‹ und unterrichtet in der Sparte Musikvideo an der Filmakademie Ludwigsburg und dem Institut für Musik und Medien an der Musikhochschule Düsseldorf.