Der zwischen Kunst und Leben zerrissene Dichter Hoffmann wartet auf einen Brief seiner Geliebten, der Sängerin Stella, die gerade in einer Don Giovanni-Vorstellung singt. Währenddessen trinkt er in Luthers Weinkeller mit seinen Freunden, gerät ins Erzählen und bald darauf erscheinen ihm im Rausch drei seiner früheren Geliebten, alptraumhaft, gleichsam Zerrbilder seiner Phantasie: drei Seelen in einer Seele. Die perfekte Puppe Olympia, die sich als Automat ent-puppt, die lungenkranke, der Kunst geweihte Antonia, die sich buchstäblich zu Tode singt, und die venezianische Kurtisane Giulietta, die Hoffmann skrupellos sein Spiegelbild raubt, und für die er schließlich zum Mörder wird. Als Initiator jeder Geschichte taucht Lindorf, der Gegenspieler Hoffmanns, in wechselnden Figuren als „Bösewicht“ auf, der ihn zu seinen jeweiligen Taten verleitet.
Offenbach erfüllte sich mit seinem letzten Werk einen lang gehegten Wunsch: Nach zahlreichen Operetten schuf er nun die ersehnte Oper, in der er musikalisch mit einem spannungsvollen Neben- und Gegeneinander von karikierend-komischen und expressiv-tragischen Elementen spielt. Die Form der Oper ist an den Erzählstil E.T.A. Hoffmanns angelehnt, der mit seinen unheimlich-grotesken Erzählungen einer der wichtigsten Dichter der Romantik war und in dieser Oper zur Hauptfigur wird. Offenbach begann 1877 mit der Vertonung und vollendete zwar den Klavierauszug, starb aber vor der Uraufführung 1880 und hinterließ eine verwirrende Quellenlage, die noch immer neue Deutungen zulässt. Die Begeisterung für diese Oper ist jedoch beim Publikum seit der posthumen Uraufführung 1881 in Paris ungebrochen.
Termin: 24.6.2009 um 19.30 am Landestheater Innsbruck www.landestheater.at
Musikalische Leitung: Jochen Rieder
Zunächst Studium der Kirchenmusik. Ab 1992 Assistent des GMD am Badischen Staatstheater Karlsruhe, ab 1996 Kapellmeister am Bremer Theater. Daneben zahlreiche Gastdirigate u. a. beim Mainzer Kammerorchester, dem Orchester des Pfalztheaters Kaiserslautern, dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden und dem Philharmonischen Staatsorchester Halle. 2001 und 02 Assistent von Christian Thielemann und Maestro Suggeritore bei den Bayreuther Festspielen. Seit 2001.02 Engagement am Opernhaus Zürich.
Inszenierung: Brigitte Fassbaender
Bühnenbild: Helfried Lauckner
Ausstattungsleiter am TLT
Kostüme: Michael D. Zimmermann
Leiter der Kostümabteilung am TLT
Mit
Hoffmann Daniel Magdal / Michael Putsch
Nicklausse / Muse Anne Schuldt / Lysianne Tremblay
Olympia Anna Kim / Debra Fernandes
Antonia / Stella Anna Kim / Susanna von der Burg / Christine Buffle
Giulietta Anna Kim / Jennifer Chamandy
Lindorf/Coppelius/Miracle/Dapertutto Sébastien Soules / Michael Dries
Andres/Cochenille/Frantz/Pitichinaccio Dale Albright / Alexander Mayr
Nathanael Martin Mitterrutzner / Thomas Paul
Spalanzani Ansgar Matthes / Brenden Gunnell
La voix de la mère Anne Pellekoorne
Hermann / Schlemil Andreas Mattersberger / Sebastian Kroggel
Luther Marc Kugel / Jerzy Kasprzak
Crespel Marc Kugel
Tiroler Symphonieorchester Innsbruck; Chor des TLT
Foto: v.l.: Lysianne Tremblay (Nicklausse/Muse), Daniel Magdal (Hoffmann), Anna Kim (Olympia/ Antonia/ Stella)

