Lenz, der Unbehauste, ist zum Jahreswechsel 1777/78 physisch und psychisch erschöpft. Im Jahr zuvor hat er ständig die Orte gewechselt, doch eine Anstellung war nirgends in Sicht. Die Freundschaft zum verehrten Goethe ist zerbrochen. Lenz irrt in der Welt umher und wird irre an der Welt. Da raten ihm Freunde, den Pfarrer Oberlin in den Vogesen aufzusuchen. Am 20. Januar 1778 trifft Jakob Michael Lenz im Pfarrhaus ein und wird nur drei Wochen bleiben. Dann lässt Oberlin ihn unter Bewachung wegschaffen nach Straßburg. Er selbst hat keine Kraft mehr, den Wahnsinnsschüben und Selbstmordversuchen von Lenz weiter zu begegnen…
Straßburg im Sommer 1835: Georg Büchner beginnt mit seiner Novelle „Lenz“. Von einem Freund hat er Oberlins Bericht über dessen Aufenthalt erhalten, der ihn tief getroffen haben muss: „Die Verwandlung dieses Materials in Kunst riecht nach Hexerei“, schreibt Christa Wolf. „Bis man dahinter kommt, dass der Erzähler den vollen Einsatz gezahlt hat: Mit wenigen Mitteln hat Büchner sich selbst dazugetan, seinen unlösbaren Lebenskonflikt: der Dichter, vor die Wahl gestellt, sich an unerträgliche Zustände anzupassen und sein Talent zu ruinieren oder physisch zugrunde zu gehen.“
Wie mit der Novelle Lenz die moderne Prosa entsteht, so beginnt mit dem Dichter Jakob Michael Lenz die zuweilen verzweifelte Suche des modernen Individuums nach seinem Platz in der Welt. Sich anzupassen gelingt dabei nicht jedem…
Besetzung
Regie: Frank Hänig
Bühne und Kostüme: Frank Hänig
Dramaturgie: Martin Vöhringer
Aufführungen bis zum 18.2.20110
Kontakt
Saskia Fetten
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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