Mit rund 170 Arbeiten wird 20 Jahre nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung eine herausragende Künstlerpersönlichkeit aus dem Osten Deutschlands in Cottbus gefeiert. Im November vergangenen Jahres widmete das Institut für Auslandsbeziehungen Arno Fischer, dem "bekanntesten der unbekannten Fotografen", eine Retrospektive, die nach ihrem Auftakt in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus gezeigt wird.
"Wenn ich einen Mann an einer Bushaltestelle fotografiere, muss mehr auf dem Bild zu sehen sein als ein Mann an einer Bushaltestelle", so der Fotograf. Dieses Credo bestimmt sein Werk. Arno Fischers erste Arbeit "Situation Berlin" entstand bereits zwischen 1954 und 1969. Mit historischem Abstand betrachtet gewinnt diese Fotoserie gar an Bedeutung.
Keiner der vier Stadtsektoren konnte sich vor der Authentizität suchenden Kamera Fischers verstecken. Seine Bilder geben Zeugnis von der von den Wunden des Zweiten Weltkriegs und den Friktionen und Hysterien des Kalten Kriegs gezeichneten Stadt.
Die Ausstellung "Arno Fischer. Retrospektive" zeigt, dass sich die verschiedenen Schaffensphasen Fischers in seinem besonderen Kamerablick verbinden: Die Bilder sind nicht inszeniert, sondern erzählen die Geschichte hinter dem Motiv.
Von Cottbus ausgehend wird die von Matthias Flügge im Auftrag des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) kuratierte Ausstellung auf eine langjährige Welttournee gehen. Durch Ausstellungen deutscher Nachkriegskunst im Ausland soll die kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik gefördert werden. Den interkulturellen Dialog fördert zusätzlich die Begleitung durch ein intensives Rahmenprogramm.
Arno Fischer, geb. 1927. Nach seinem Studium der Bildhauerei in Ost- und Westberlin widmete er sich seiner früheren Leidenschaft, der Fotografie. Er hatte Lehraufträge an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Fachhochschule in Dortmund inne und war als Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig tätig.
Als Fotografielehrer war er für drei Generationen von Fotografen maßgeblich stilprägend. Im Jahr 2000 erhielt er den Dr. Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPH). Bis heute unterrichtet Arno Fischer an der Ostkreuzschule für Fotografie und Gestaltung in Berlin. Er lebt mit seiner Frau, der Fotografin Sibylle Bergemann, zurückgezogen auf dem Land.
Ausstellungsdauer
18.2.2010 – 25.4.2010
Weitere Ausstellungen des ifa zu deutsch-deutscher Geschichte:Teilpräsentation von "Barbara Klemm. Helldunkel. Fotografien aus Deutschland" in der Paulskirche in Frankfurt am Main anlässlich der Max-Beckmann-Preisverleihung, 12.2. bis 20.2.2010
"Sibylle Bergemann. Photographien" in der Galerie Le Manège in Dakar/Senegal in Kooperation mit dem Goethe-Institut Dakar, 15.03.2010 bis 09.04.2010
Über das ifa:
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen.
Pressekontakt:
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa),
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Weitere informationen zur Ausstellung
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Quelle:
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