Text von Lorenzo da Ponte nach der Komödie «La Folle Journée, ou Le mariage de Figaro» von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
An sich hat der Graf es abgeschafft: Das Recht der ersten Nacht. Aber nun gelüstet es ihn doch nach Susanna, der Kammerzofe seiner Frau, die kurz davor ist, Figaro zu heiraten. «Cinque, dieci, venti, trenta, trentasei, quarantatre»: Figaro ist gerade dabei, das zukünftig gemeinsame Zimmer auszumessen, als ihm Susanna von den gräflichen Avancen erzählt. Pläne werden gefasst, die Absichten des adligen Verführers zu vereiteln.
Am Vorabend der französischen Revolution richtet Figaro keine Waffe gegen seinen Feudalherren, sondern nutzt wirksam das probate Mittel der Intrige. «Ich weiss nicht, welcher Mensch, welcher Dämon, welcher Gott alles zu meinem Nachteil wendet», bemerkt der Graf dann auch im dritten Akt. Aber nicht nur er blickt nicht mehr durch, alle zweifeln an ihren Verhältnissen, keiner ist sich seiner Liebe mehr sicher. Und Lieben gibt es viele.
Im Gewand der Opera buffa spielt Mozart nahezu alle Spielformen und Aggregatzustände der Liebe durch, führt sein umfangreiches Personal in die Verstrickungen der Erotik und steckt selbst immer mittendrin. Wie in allen seinen Werken steht er nie auf der Seite der Moral, der Konvention, sondern immer auf der Seite des Gefühls – auch wenn am Schluss der reumütige Ehemann zu seiner Ehefrau zurückkehrt und Figaro eine unberührte Susanna umarmen darf.
Am Pult steht der ehemalige Chefdirigent des Sinfonieorchester Basel,
Mario Venzago, der momentan die gleiche Funktion beim Indianapolis Symphony Orchestra und bei den Göteborger Sinfonikern innehat und am Theater Basel zuletzt 2007 durch seine Interpretation von Schoecks «Penthesilea» in der preisgekrönten Inszenierung von Hans Neuenfels hervortrat. Elmar Goerden, regelmässig zum Berliner Theatertreffen eingeladener Schauspielregisseur und seit 2005/2006 amtierender Intendant des Schauspielhauses Bochum, wird mit «Le Nozze di Figaro» seine erste Oper inszenieren.
Musikalische Leitung: Mario Venzago
Inszenierung: Elmar Goerden
Bühne: Silvia Merlo und Ulf Stengl
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Chor: Henryk Polus
Dramaturgie: Brigitte Heusinger
Mit Rita Ahonen, Maya Boog, Svetlana Ignatovich, Karl-Heinz Brandt, Eung Kwang Lee, Andrew Murphy u.a., dem Chor des Theater Basel und dem Sinfonieorchester Basel
Premiere am 25.3.2010
Weitere Aufführungen bis zum 18.6.2010
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