Die britische Band The Tiger Lillies ist längst kein Geheimtipp mehr, aber Kult sind sie immer noch. Mit großem Erfolg zeigten die drei unnachahmlichen Ausnahmemusiker bei den Internationalen Maifestspielen 2005 ihr Programm ‚Circus‘. Ihr neuestes Werk ‚Freakshow‘ ist eine Art Fortsetzung.
Wieder geht es um Außenseiter und Verlierer, wieder führen uns die Tiger Lillies mit ihrem betörenden Sound in eine Welt des Varietés, der Manege und des Jahrmarkts.
Fantastische Traumbilder und unmögliche Welten, die aus einer anderen, vergessenen Sphäre zu stammen scheinen, werden melancholisch und ironisch heraufbeschworen: ‚Welcome to the Carnival of Circus Freaks!‘
In vergangenen Zeiten reisten die Gaukler mit Zirkuswagen von Ort zu Ort; Kreaturen der Nacht aus einer seltsamen Welt mit Pailletten und Glitzer, ein düsterer Zirkus mit den ungewöhnlichsten Darstellern, der uns in ein Leben von Schönheit, Hässlichkeit und Zauber lockt.
Treten Sie also ein in die ‚Freakshow‘ und lassen Sie den Alltag des Herkömmlichen und Normalen zurück, um der Faszination der Manege zu verfallen. Erleben Sie den Zauber des Abnormalen, die Verformung des Körpers, des Geistes und der Seele, den die Tiger Lillies mit ihrer Menagerie aus ‚Freaks‘ heraufbeschwören.
Ihre unverwechselbare Musik trägt uns von einer Szene zur nächsten, über dreißig Songs erzählen die Geschichten dieser seltsamen Figuren – einzigartig, bezaubernd und verstörend.
Die Schlangenfrau, der dreibeinige Jake, Rosa mit den drei Herzen, die dicke Frau, der Liliputaner, der Streichholzmensch, der haarige Mann und der Somnambule – sie tummeln sich auf der Bühne, um unsere Neugier auf das Bizarre zu befriedigen. Ein Karneval der Kuriositäten, aber wer ist der Freak – sie oder wir?
,‚Freakshow‘ ist die dunkle Seite des Mondes, die die Menschen nicht sehen möchten und nicht verstehen können. In ‚Freakshow‘ geht es um die Schönheit und die Hässlichkeit, die Zerbrechlichkeit und die Grausamkeit dieses kleinen Freak-Universums.‘
(Sänger Martyn Jacques)
Trotz zahlreicher Nominierungen und Preise (ein Grammy und zwei Olivier Awards) entziehen sich die Tiger Lillies jeder einfachen Definition. Seit ihrem großen Erfolg mit der Struwwelpeter-Adaption ‚Shockheaded Peter‘ haben sie weltweit zahlreiche Fans um sich geschart, zu denen das seriöse Feuilleton ebenso gehört wie der ‚Simpsons‘-Schöpfer Matt Groening, der Regisseur Mel Brooks oder der Sänger Marc Almond.
Martyn Jacques ist der Gründer der Band The Tiger Lillies. In seiner Jugend lebte er im Londoner Viertel Soho über einem Bordell – eine Inspiration für den Stil und den Sound der Band, die er Anfang der 90er Jahre ins Leben rief.
Für das Stück ‚Shockheaded Peter‘, das er gemeinsam mit dem Regisseurs-Duo Phelim McDermott und Julian Crouch erschuf, wurde er 2002 mit dem Laurence Olivier Award ausgezeichnet. Martyn Jacques singt Falsett und spielt Akkordeon, Klavier und Ukulele.
Adrian Huge, der ‚James Joyce am Schlagzeug‘, arbeitete in Schlachtereien, Konditoreien, Banken, Motorradläden und Autowerkstätten, bevor er Anfang der 80er das Comedy Ensemble Uncle Lumpy and the Fish Doctors ins Leben rief. Bei den Tiger Lillies spielt er Schlagzeug, auch unter Einsatz von verschiedenen Spielsachen und Küchen-Utensilien.
Bevor Adrian Stout 1995 zu den Tiger Lillies stieß, spielte er Blues, Jazz und Country in verschiedenen Bands in Europa und Indien. Mit der Blues-Diva Dana Gillespie nahm er zwei Alben auf, mit Sexton Ming brachte er 2007 eine CD heraus und tourte mit Stuart A Staples von den Tindersticks. Bei den Tiger Lillies spielt Stout Kontrabass, Theremin und singende Säge.
Der gebürtige Belgier Sebastiano Toma begann seine Theaterkarriere bei der Gruppe ‚Die Schaubude‘ in Oberhausen, in den 80ern wurde er Mitglied der Hamburger Truppe Fliegende Bauten. Während der folgenden Jahre tourte er mit der Truppe als Autor, Schauspieler und Bühnenbildner, später als Produzent. Gemeinsam mit den Tiger Lillies schuf er deren Shows ‚Circus‘ und ‚Freakshow‘.
Im Grunde sind sie eine einzige Provokation. Ihre neueste Show aber treibt dieses Spiel, das sie seit ihrer Gründung 1989 perfekt beherrschen, auf einen grandiosen Höhepunkt. Es sind nur zwei Stunden, die die Tiger Lillies da auf der Bühne verbringen. Aber sie sind einfach umwerfend.
Süddeutsche Zeitung
Eine herrlich-schöne Kampfansage an das Sein.
Süddeutsche Zeitung
Eine vom Kultregisseur Sebastiano Toma mit reichlich englischem Humor auf die Bühne gezauberte Performance, die fasziniert.
Donaukur
| Inszenierung und Bühne | Sebastiano Toma |
| Musik und Texte | Martyn Jacques |
| Choreografie | Sophia Spyratou |
| Kostüme | Clare Bracewell |
| Mit: | |
| den Tiger Lillies | |
| Gesang, Klavier, Akkordeon, Ukulele | Martyn Jacques |
| Kontrabass, Theremin, Gitarre, Singende Säge | Adrian Stout |
| Schlagzeug, Percussion, Spielzeuge | Adrian Huge |
| und den Darstellern | |
| Irene und Roland Hofer | |
| Kiki Nikolaidou | |
| Schlangenfrau | Lena Ries |
| Seilkünstler | Kati Hauf |
| Philipp Thimm | |
Varieté
Dienstag, den 31.05.2011, 20.00 Uhr
Großes Haus
Aufführungsdauer: 2 Stunden, eine Pause
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