Gesellschaft Freunde der Künste

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Jugendschutz vs Kunstfreiheit - Künstler vor Gericht

Kunstprojekt HEROIN KIDS - "Sozial ethisch desorientierende Kunst"? - Gerichtsverhandlung am 24.11.2010 in Ebersberg (bei München)

Unser Artikel vom 6.11.2010, Was ist draus geworden?

Schon seit Veröffentlichung des ersten Bildes aus der "HEROIN KIDS" Serie sind wir auf heftige Reaktionen gestoßen. Hass, Ablehnung und Unverständnis von oft selbsternannten Jugendschützern und staatlichen Stellen aber auch Interesse und Begeisterung.

"Drogenverherrlichend. Pornografisch und gewalttätig" "...menschenverachtend..." "...Kunst für Pädophile und Perverse - sowas sollte verboten werden..." "emotional einfühlsam aber auch aggressiv und verstörend narzisstisch" "sozial ethisch desorientierend" (BLM), "...ein Kunstprojekt über Sehnsucht..."

Das ist das erste Kunstprojekt in Deutschland, das wegen dem Vorwurf der "sozial ethischen Desorientierung" vor Gericht gehen wird. Beteiligte Modelle wurden ausfindig gemacht und zur Rede gestellt wie sie bei so einem Projekt mitwirken können, Adressen von beteiligten Fotografen wurden zusammen mit Gewaltandrohungen veröffentlicht.

Jugendschützer fordern die Sperrung der Seite, ein Indizierungsverfahren gegen den ersten Vorab Trailer der gerade einmal 27 sec. läuft wird von der Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) angeregt, bevor es überhaupt ein fertig geschnittenen Film dazu gibt, es wird geprüft ob Verletzungen gegen die Menschenwürde vorliegen.

Jugend zwischen Verwahrlosung, Gewalt, Sex, Drogen und Prostitution. "HEROIN KIDS" versteht sich als Ausschnitt eines wilden und freien Lebens, das an der Grenze zur Selbstzerstörung gelebt wird und keine Regeln oder festen Werte kennt. "Ich liebe jene welche nicht zu leben wissen"

"Das Scheitern in dieser Welt ist kein Versagen sondern ist die Treue zu einem Leben dessen einzige Gewissheit der Tod ist".

ZITATE, FRAGMENTE und GEDANKEN ZU HEROIN KIDS von den Künstlern:

"Liebe muss jung, wild und frei sein, und schmeckt nach Früh-Morgen-Tau-einsame-Waldlichtungsküsse auf der Rückbank von verdreckten Autos - nach Versprechen von ewiger Liebe und den Sternen die sich in gläsernen jung-Mädchen-Augen widerspiegeln - voll zugedröhnt von den härtesten Drogen die man gerade bekommen konnte - kommen Sie mit auf eine Reise ohne Ziel, Richtung: weg - fort, Richtung: "nie-wieder-zurück-in-dieses-scheiss-Leben..."

MITTWOCH, DEN 24.11.2010 UM 11.30 UHR, SITZUNGSSAAL IV IM AMTSGERICHT EBERSBERG (bei München).

Verteiger ist Herr Dr. Daniel Kötz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie e.V. (DGPh), bei der er zwei Jahre im Vorstand der Sektion Kunst, Markt und Recht tätig war.

Dr. Kötz veröffentlicht regelmäßig Beiträge zum Urheberrecht speziell für Fotografen und verfasst Fachbeiträge zum Thema Bildnis- und Persönlichkeitsrecht in verschiedenen Zeitschriften.

Im April 2009 ist sein Buch "Fotografie und Recht, Die wichtigsten Rechtsfälle für die Fotopraxis“, in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Jens Brüggemann, im Mitp-Verlag erschienen.


Was bedeutet das Wort in der Kunst? - "Sozial ethisch desorientierende Kunst".
Kunst ist kein Streichelzoo, in den man mit der ganzen Familie gehen kann und jeder mal die kleinen Schäfchen streicheln darf.

Neue Denkstrukturen zu entwickeln


Es ist nicht die Aufgabe der Kunst kritisch zu sein, oder vernünftig. Es ist die Aufgabe der Kunst neue Denkstrukturen zu entwickeln. Wenn ein Projekt auf so viel Aufmerksamkeit stößt, dann spricht das immer für das Projekt.

Jedes Kunstwerk braucht seinen Betrachter denn erst in ihm entwickeln sich Bilder zu Realitäten, zum Erlebnis von Kunst. Denken ist genauso wie Schönheit nichts statisches. Die DVD und der Bildband "HEROIN KIDS" ist fast abgeschlossen und wird dieses Jahr über den INDEX VERLAG erscheinen.