Es hagelt Preise für alte Männer. Otto Piene, Bruno Latour, Karl Prantl, Peter Handke, Claudio Magris, Peter Zumthor.
Der Oktober hat es in sich, nicht nur weil die Blätter von den Bäumen fallen, aber es wird auch Zeit für die alten Herren langsam abzutreten.
Aber der Reihe nach: Der Bildhauer Karl Prantl erhält den österreichischen Staatspreis 2008. Der 94-jährige erhält die mit 30.000 € höchst dotierte Kultur-Auszeichnung des Landes.
Der Künstler Otto Piene wurde mit dem grossen Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Reinland geehrt. Otto Piehne nahm den mit 30.000 € dotierten Preis im Max-Ernst Museum in Brühl in Empfang. Piene gehörte mit Heinz Mack und Günther Uecker zur Gruppe ZERO. In Frankfurt wurde der französische Soziologe und Philosoph Bruno Latour mit dem 50.000 € dotierten Siegfried Unseld Preis geehrt. Die Auszeichnung gehe, sagte die Geschäftsführerin des Suhrkamp Verlags, Verlegerwitwe Ulla Unseld-Berkewicz an einen grossen Erneuerer der Sozialwissenschaften.
Der italienische Schriftsteller Claudia Magris wird im November mit dem 15.000 dotierten Walter-Hallstein-Preis ausgezeichnet. Die Preisverleiher sind die Goethe-Universität der Stadt Frankfurt und die Dresdner Bank (haben die noch Geld?) und Peter Handke erhielt den mit ebenfalls 15.000 € dotierten Thomas-Mann-Preis der Bayrischen Akademie der schönen Künste. Und zum guten Schluss der Premium Imperiale. Der mit 100.000 € weltweit höchstdotiertesten Preis „Nobel-Preis der Künste“ wurde vom japanischen Prinzen Hitachi an den 65-jährigen Architekten Peter Zumthor in Tokio vergeben. Auch der mit 100.000 € höchstdotierteste Preis der portugiesisch sprachigen Welt ging an den Basilianischen Autor Murilo Antonio de Carvalho ("Die Spur des Jaguars"). Im Übrigen, wie schrieb einst Magnus Enzensberger: „Alte Männer vergeben Preise an alte Männer“.
GFDK, 19. Oktober 2008

