Gesellschaft Freunde der Künste

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Er sucht nach Spuren auf einer Oberfläche

KUNSTMUSEUM STUTTGART IM DEZEMBER 2009

Manche Nebelflecken löset kein Auge auf. Dieses Zitat von Jean Paulstellte W. G. Sebald in seinem Erzählband Die Ausgewanderten jener Geschichte um einen allseits beliebten Mann voran, der sich vor einen Zugstürzt, weil er das Erinnern nicht mehr erträgt. Elger Esser kennt diese Nebelflecken nicht. Und doch rufen die gestochen scharfen Heliogravüren des deutsch-französischen Fotokünstlers ein ähnliches Gefühl der Melancholie beim Betrachter hervor.

Wie Sebalds Texte mit denen Esser sich intensiv auseinander gesetzt hat - kreisen auch seine genau komponierten Aufnahmen von einsamen Landschaften, verlassenen Dörfern und stürmischen Küsten um Themen des Erinnerns und Vergessens, der Schönheit und der Trauer.

Er sucht nach Spuren auf einer Oberfläche, die scheinbar nur schön oder gleichgültig ist. Dabei entstehen geheimnisvolle Bilder, die vor dem Begriff des Schönen nicht zurückschrecken. Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt das fotografische Werk des gebürtigen Stuttgarters erstmals in einer großen Überblicksausstellung.

So einsam ist der Mensch sucht gen Osten wo die Melancholia im Dämmerungsgesicht erscheint Rot ist der Osten vom Hähnekrähen. Die Gedichtzeilen von Nelly Sachs belegen, dass die Farbe Rot nicht nur die Farbe der Liebe und Sinnlichkeit, der Revolution und des Rausches ist,sondern auch die der Melancholie. Unter dem Titel Für mich solls rote Rosen regnen spüren die Sprecher der Akademie für gesprochenes Wort am9. Dezember bei einem literarischen Abend in der Reihe ?KlangFarben im Kunstmuseum Stuttgart der Bedeutungsvielfalt dieser ersten Farbe nach.

Weitere Veranstaltungshinweise des Kunstmuseum Stuttgart im Dezember 2009 entnehmen Sie bitte dem Kalender und der Programmübersicht im Anhang.

Auf ein Wiedersehen im Kunstmuseum

Dr. Eva Klingenstein
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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