Mit klarer Entschlossenheit hat sich der New Yorker Galerist Zach Feuer von acht Künstlern getrennt, die er bisher vertreten hatte. Dies stellt eine weitere schlechte Nachricht innerhalb der von der Wirtschaftskrise hart getroffenen Kunstbranche dar. Immerhin entspricht die Entlassung von acht Künstlern einer Halbierung des Feuerschen Galerieprogramms. Unter den entlassenen Künstlern finden sich so prominente Vertreter der zeitgenössischen internationalen Kunstszene wie der israelische Maler Tal R, der an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrt, oder der deutsche Maler Christoph Ruckhäberle, dessen Schaffen der Leipziger Schule zuzuordnen ist. Feuer selbst betonte allerdings gegenüber der Zeitung „Die Welt“, dass die Entscheidung gegen die acht Künstler keineswegs wirtschaftlichen Überlegungen zuzuschreiben sei.
Entgegen aller Krisenzeichen setzt die Berliner Galeristin Diana Achtzig neue positive Impulse. „Gerade in dieser schweren Zeit könnte ich es mir nicht vorstellen, junge vielversprechende Künstler zu entlassen“, so der Kommentar Achtzigs zu den Geschehnissen in New York, „und in meiner Galerie gibt es sogar noch jeweils eine freie Position im Bereich Malerei und Photographie für das Jahr 2009/2010.“
Die Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst wird 2009 ihre Pforten für alle Kunstinteressierten öffnen. Im Zentrum des Galerieprogramms werden junge europäische Künstler aus hervorragenden Ausbildungsstätten und ihre innovativen Ideen stehen. Auch Zach Feuer startete im Jahr 2000 mit einem auf junge Künstler zugeschnittenen Programm.
Galerieprofil Achtzig Galerie Berlin www.dianaachtzig.de
Die Zahl Achtzig ist unter anderem bereits durch Martin Kippenberger (1953-1997) in die Kunstgeschichte eingefügt worden, denn er gründete einst die Etage 80 in Berlin. Im Mittelpunkt der Galerie Diana Achtzig stehen überwiegend aufstrebende Künstler, die mithin derzeit vielleicht noch nicht in einer weiteren Galerie vertreten sind. Das künstlerische Konzept der Malerei, Skulptur, Fotograph, Videokunst und Installation sollte einen klaren Bezug zur Kunstgeschichte aufweisen.
Beispielhaft ist die Bildwelt von Diana Achtzig anzuführen. Hier legen sich die Schnittstellen der Bildsprache wie folgt dar: ein Spannungsbogen aus ungegenständlicher Malerei (z. B. die abstrakte Malerei aus der Stilrichtung des Kubismus von Pablo Picasso (1881- 1973) bis hin zum veristischen Surrealismus der Neuen Leipziger Schule (Professor Neo Rauch *1960, vertreten vom Galeristen Gerd Harry Lybke in: Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, an der Hochschule für Grafik und Buchkunst von 2005-2008) unter der Berücksichtigung der Zitatanwendung der Kunstgeschichte. Hierzu sei weiterführend auf folgende Links verwiesen: Graphikmuseum Pablo Picasso Münster; Musée national Picasso; Neo Rauch (Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin); The Metropolitan Museum of Modern Art - Special Exhibitions : Neo Rauch at the Met; Mdbk; Kunstmuseum Wolfsburg.
Der Surrealismus (1917–1945) stellt eine intellektuelle und breite Kunstbewegung dar, die in den 1920er und 1930er Jahren ihren Höhepunkt erreichte und die das Unbewusste in die Kunst einbrachte. Die Inhalte speisten sich aus Visionen, Träumen und spontanen Gedanken. Die Psychoanalyse und Traumdeutung von Sigmund Freud (1856-1939) wurde für die Kunst der Surrealisten entlehnt.
Innerhalb des Surrealismus bildeten sich zwei Hauptrichtungen aus: der absolute Surrealismus verzichtete auf Bildgegenstände und entstand, ohne der Logik oder bestimmten Gesetzen zu folgen, zufällig. Die Farben und Formen dieser absoluten surrealistischen Kunst gaben die Träume und Assoziationen des Künstlers wieder. Joan Miró (1893-1983) beispielsweise malte spontan, deutete Gegenstände nur an und zeigte kindliche Strichfiguren.
Die Kunst in diesem Bereich stellte ein unvorhergesehenes Zufallsprodukt dar, wobei die bewusste Kreativität außen vor bleiben sollte. Dieser Automatismus, der dem Unbewussten entspringen sollte, war eine wichtige surrealistische Kunstpraxis, und beim automatischen Zeichnen sollte der Pinsel unbewusst und impulsiv geführt werden.
Diese Art der Kunstherstellung sollte sich jedoch weiterentwickeln, so dass in einer ersten Phase der Zufall ein bestimmtes Bild hervorbrachte, von dem aus man dann das Thema und Aussehen für den weiteren Verlauf bestimmte. Dem Zufallsauftrag folgte also die anschließende überlegte malerische Bearbeitung.
Die zweite Hauptrichtung – der veristische Surrealismus – entstand dabei besonders in Hinblick auf die Inhalte. Der Entstehungsprozess der Traumbilder war hier sorgfältig geplant und geschah nicht, wie beim absoluten Surrealismus, aus dem Zufall heraus. Magritte, Dalí und Max Ernst führten diesen Bereich des Surrealismus an. Die Wirkung ihrer Bilder entsteht durch die detailliert dargestellte Natur und Landschaft und durch das Wissen des Betrachters, dass die Bildgegenstände und Situationen nicht echt sind und in dieser Art in der Wirklichkeit auch nicht geschehen. Vorbild in diesem Zusammenhang war der italienische Maler H. Giorgio Chirico (1888-1978), der bereits in den 1910er Jahren das Nebeneinander unzusammenhängender Objekte darstellte.
Weitere Einflüsse des Surrealismus sind jedoch bis heute zu vernehmen, beispielsweise in der französischen Gruppe Actual oder in der Chicagoer Zeitschrift Arsenal. Doch auch die Mode und Werbung sind bis heute in der Gegenwart surrealistisch beeinflusst, eine Erscheinung, die schon durch Dalís Schaufensterdekoration in New York für Bonwit Teller, seine Parfümreklame oder die Stoffmuster für die Modedesignerin Elsa Schiaparelli (1890-1973) einsetzte, und bis hin zu den imposanten Bildwelten von Neo Rauch und seiner fulminanten Ausstellung im Metropolitan Museum of Art (The Metropolitan Museum of Modern Art - Special Exhibitions : Neo Rauch at the Met) zu verfolgen ist.
Quelle: www.offenes-presseportal.de


Holger Kurt Jäger in der Galerie Achtzig © Künstler