Kassel. Über eine Sängerin mit Kultpotential und eine ebenso hochkarätige Band freuten sich die 150 Besucher beim zweiten Abend des Kasseler Jazzfrühlings. Musik, die sich nicht in eine Schublade stecken lässt, gab es beim umjubelten Auftritt von Randi Tytingvåg, im Gewölbekeller des Karlshospitals.
Im erfinderischen Eklektizismus der norwegischen Liedschreiberin kommt es vor, dass ein Song wie eine Jazzballade beginnt und als Chanson im Dreiertakt weitergeht ("Red Or Dead"). Oder dass ein Stück mit fernöstlicher Melodik zum Kraftfeld einer heftigen Jazz-Entladung der Band wird ("Big In China").
Kurios lang ist dann auch die Liste der Namen, die Journalisten bisher zum stilistischen Vergleich bemühten: Tom Waits, Kate Bush, Kurt Weil, Barbra Streisand, Astor Piazzolla und - nicht zu vergessen - Pippi Langstrumpf.
Viele Facetten, vom lasziven Hauch bis zum kräftigen Spitzenton, finden sich in Tytingvågs perfekt intoniertem Gesang.
Auch ihre Performance hat etwas Theatralisches im besten Sinn: ausgebreitete Arme, mal verträumte, mal verschmitzte Mimik. Nicht minder großartig sind Anders Aarum (Keyboards), Espen Leite (Akkordeon), Magne Thormodsaeter (Kontrabass) und Ivar Thormodsaeter (Drums).
Schräge Einsprengsel, choralhafte Akkorde wie in der Kirche und vitale Tangovirtuosität kommen vom Akkordeonisten. Der Pianist hat ebenfalls eine ganze Menge zu bieten - vom Griff in den Innenraum des Flügels bis zu eleganter Raserei.
Nach begeistertem Beifall schlägt in den Zugaben nochmals der Stilmix zu. Denn auf eine gewitzte Mitmach-Version von Cole Porters "My Heart Belongs To Daddy" lässt Tytingvåg die Elfentöne eines norwegischen Traditionals folgen. Kultverdächtig.
Dresdener Neueste Nachrichten am 09.03.2010:
Grenzenlose Perfektion und Schönheit. Randi Tytingvåg und Band übertrafen die Erwartungen.
Besser als gut – schlichtweg grandios. Randi Tytingvåg und ihre vier Tourmusiker sorgten für einen Abend der Extraklasse.
Technik? Als wäre es nichts, wurde der zu recht gelobte Sound ihrer Studioaufnahmen in die schwierige Akustik der Dreikönigskirche transportiert.
Ausstattung? Jeder einzelne gespielte Song erschien im Gewand der reduzierten Instrumentierung perfekt – und in keinster Weise reduziert.
Musikalische Fähigkeiten? Auf meiner Tastatur fehlt das Unendlichkeits-Symbol.
Ganz, ganz langsam fädeln sich Anders Aarum am Klavier, Espen Leite am Akkordeon, Magne Thormodsaeter am Kontrabass und Ivar Thormodsaeter an den Drums in den ersten Song, „Cohesion“ ein. „I couldn’t leave you if I wanted to“ stellt die kleine Frau, die sich zum Mikrofon regelrecht hinaufrecken muss, nüchtern fest und sofort ist diese Stimme so voll da, als wäre es nicht anders denkbar.
Viel weniger kindlich als in der Studioaufnahme, erahnt man bereits in den ersten Tönen die Bandbreite, über die diese Sängerin verfügt. Aarum bearbeitet das Innere des Klaviers mit einem Schlagzeug-Klöppel, die angedeutete Melodie wird von Leite am Akkordeon vorgegeben. Die Brüder Thormodsaeter tupfen. Zart, ganz zart. Schließlich geht es um die Verletzlichkeit von Liebenden.
„Why“ schien ein wunderbares Lied einer verlassenen Liebenden zu sein – was es auch ist, jedoch das der vom verstorbenen Vater verlassenen Tochter, wie die Norwegerin erklärt, die den Song für eine Freundin geschrieben hat.
Sanft beginnen die Rhythmen, bis Bass und Drums den regelrecht gewalttätigen Schmerz hineinbringen. Wahre, tiefe Trauer: „It won’t go away“. Intensiver hat man das Thema in seiner musikalischen Verarbeitung selten erl
…Laute Jubelrufe holen die Sängerin und ihr grandioses Team schnell wieder auf die Bühne zurück…
Weiter geht es schon in diesem Monat:
20.04. Halle/S, Objekt 5
21.04. München, Unterfahrt 22.04. Duisburg, Steinbruch 23.04. Essen, Zeche Carl 24.04. Lüdinghausen, Burg Vischering 25.04. Bad Wildungen, Wandelhalle14.07. Memmingen, Memminger Meile 06.08. Palatia Jazz
27.08. Seebad Kölpinsee/Usedom, Saal des Hotels Seerose
29.08. Saarbrücken, SR Rundfunk Mitschnitt
05.11. Jena, Jazzmeile
Dagobert Böhm
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Randi Tytingvåg - RED oz026cd + LET GO oz031cd (march 2010)
The musical wonderland of Norway has, thanks to Randi Tytingvåg, a new voice - one that sails to the far reaches of the universe.
In the norwegian charts. CD of the week at RBB Radio 1, Lounge-FM, HR2, MDR-Figaro, NDR-Info
Number 1: Best Jazz Album 2008 in Norway: Helge Lien Trio - Hello Troll
Winner of the norwegian Grammy Awards. Winner of the Indie Acoustic Project Awards.
Best Audiophile Release 2009 (Ray Bennets Best Audiophile Releases for 2009).


© Randi Tytingvåg 1Bild /1Video