„Ich bin sehr froh, ihnen Anne Spaeter als erste Preisträgerin des Joachim-Fontheim-Preis vorstellen zu dürfen“, so lüftete Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede das gut gehütete Geheimnis. Die Regieassistentin Anne Spaeter erhielt die mit 5 000 Euro dotierte Auszeichnung für junge Theatertalente an den Vereinigten Städtischen Bühnen (VSB) Krefeld und Mönchengladbach.
Der langjährige Intendant Joachim Fontheim hatte testamentarisch verfügt, dass aus seinem Erbe ein Sondervermögen bei der Sparkassen-Kulturstiftung Krefeld gebildet wird. Von den Zinsen soll ein nach ihm benannter Förderpreis alle zwei Jahre verliehen werden
„Der Preis war ein großer Wunsch meines Vater“, sagt sein Sohn Matthias Fontheim bei der Vorstellung der Preisträgerin in Krefeld. In diesem Sinne sei die Würdigung der Arbeit und Förderung junger Talente eine Herzensangelegenheit seines 2007 verstorbenen Vaters gewesen.
Bereits zu den Intendantenzeiten seines Vaters in Krefeld und Mönchengladbach (1966-1985) habe dieser immer wieder junge Talente gefördert. Zu diesen zählte unter anderem Gottfried John. Der Schauspieler wurde später weltbekannt durch seine Rolle im James-Bond-Film „Golden Eye“.
Die 32-jährige Anne Spaeter wurde in Kiel geboren. „Ich stamme nicht aus einer Theaterfamilie“, so die Regisseurin. Seit zwei Spielzeiten ist sie an den VSB als Regieassistentin engagiert. Bereits an der Schule interessierte sie sich für das Theater und die Schauspielerei. Nach dem Abitur studierte sie in Leeds angewandte Theaterwissenschaften.
„Nach meiner Rückkehr habe ich mich aber zuerst an Schauspielschulen beworben. Doch ich wurde nirgends angenommen, weil ich zu alt war“, erinnert sich Spaeter. Als Quereinsteigerin startete sie in Kiel als Regier-Assistentin. Mit „Kasper Häuser Meer“ hat sie nun ihre dritte eigenständige Inszenierung vorgestellt. Ihre erste Arbeit in Krefeld
Mit viel Fingerspitzengefühl habe sie die drei Frauen vom Sozialamt geschildert, so der scheidende VSB-Intendant Jens Pesel. „Sie hat die Frauen nicht denunziert. Es ist ein sehr schwieriges Stück und Anne Spaeter hat es gut gemeistert“, betont Pesel.
Nach dieser Spielzeit wagt die 32-Jährige nun den Sprung in die freie Arbeit als Regisseurin. „Ich bin sehr dankbar, dass mir der Preis zugesprochen worden ist. Das ist in meiner jungen Theaterkarriere ein absolutes Highlight“, sagt Spaeter. Sie hofft, dass ihr die Auszeichnung bei ihrer zukünftigen Laufbahn hilft.
„Man wird ja nicht am Beginn mit Inszenierungen überhäuft“, so die Preisträgerin. Die Preisverleihung fand nach der Aufführung des Stücks „Kasper Häuser Meer“, am Samstag, 22. Mai, in der Fabrik Heeder an der Virchowstraße 130 statt.
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