Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes, hat am Donnerstag und Freitag als deutsch-französische Kulturbevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland am erweiterten G8-Kulturgipfel in Avignon mit Kulturministern und Gesandten aus 19 Ländern, der EU-Kommission sowie Vertretern der UNESCO teilgenommen.
Im Mittelpunkt des Gipfels stand der Meinungsaustausch über Instrumente und Möglichkeiten der Staaten, das Urheberrecht im Zeitalter des Internets zu schützen.
Es wurde über europäische und internationale Regelungen diskutiert, um einerseits einen möglichst freien Zugang zum kulturellen Erbe Europas und der Welt zu sichern und andererseits eine solide Existenzgrundlage für Künstler zu gewährleisten.
Die Bevollmächtigte zeigte sich sehr beeindruckt von dem ernsthaften Bestreben der internationalen Gipfelteilnehmer eine gemeinsame Lösung für das Spannungsverhältnis zwischen den Interessen der Allgemeinheit und den Bedürfnissen der Künstler zu erarbeiten.
„Im Kampf um den Schutz des Urheberrechtes halte ich den Weg von Internetsperren für falsch“, sagt Kramp-Karrenbauer. Sie betonte, dass es wichtig sei, nicht nur über Sanktionen nachzudenken, sondern vielmehr auf eine verstärkte Medienbildung zu setzen, um Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen.
Diese Medienbildung müsse möglichst früh – nämlich schon in den Schulen – beginnen. „Je früher die Kinder lernen, mit digitalen Medien umzugehen, sie zu nutzen und dabei die Rechte anderer zu respektieren und zu wahren, umso selbstverständlicher wird es ihnen auch, Urheberrechte und andere Schutzrechte zu achten“, sagt Kramp-Karrenbauer.
Die Bevollmächtigte wurde von der Bundesregierung entsandt, die Interessen Deutschlands in dieser internationalen Gemeinschaft zu vertreten. Im Anschluss an das Gipfeltreffen lud der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Mittagessen ein, an dem auch die Bevollmächtigte teilnahm.

