Eine kürzlich durchgeführte Studie zu KulturRaum München zeigt, dass das Projekt kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe auch unter bisher bildungsfernen Gruppen fördert und deren Interesse an Kultur weckt. Katharina Maurer hat im Rahmen ihrer Masterarbeit am Institut für Kultur- und Musikmanagement an der Musikhochschule München die Arbeit von KulturRaum München evaluiert. Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie der Zugang zu Kultur in München für alle Bildungs- und Einkommensgruppen erleichtert werden kann.
KulturRaum München ermöglicht seit Oktober 2011 Menschen mit geringem Einkommen den kostenlosen Zugang zu Münchner Kulturveranstaltungen. Nach dem „Tafelprinzip“ vermitteln Ehrenamtliche nicht verkaufte Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen an einkommensschwache Menschen in München. Bereits 96 Münchner Kulturinstitutionen stellen den ca. 2.400 registrierten Gästen von KulturRaum München monatlich ca. 1.000 Kulturplätze zur Verfügung. Die Anzahl der Gäste und der Kulturpartner steigt kontinuierlich an.
Die Befragung von 450 Kulturgästen hat gezeigt, dass das in München einmalige Angebot einer Kulturtafel auf positive Resonanz stößt. So spricht die Initiative des Vereins Kulturloge e. V. nicht nur Menschen jenseits von Bildungs- und Altersgrenzen an, sondern begeistert auch ein bisher wenig kulturaffines Publikum für den Besuch von Kulturveranstaltungen. Die überwiegende Mehrheit der Gäste hat vor der Registrierung bei KulturRaum wenige oder gar keine Kulturveranstaltungen besucht und wurde erst durch das Angebot der Initiative zu aktiven Kulturnutzern.
Die Studie belegt, dass nicht primär das kostenfreie Angebot, sondern das persönliche Vermittlungsgespräch und die Ansprache der Bedürftigen in den sozialen Einrichtungen, die Hemmschwellen der Kulturnutzung abbauen und somit den Mehrwert der Arbeit von KulturRaum ausmachen. Auch die Möglichkeit, mit der zweiten Karte eine Person einzuladen und gemeinsam einen schönen Abend zu verbringen, gehört zu den Erfolgsfaktoren von KulturRaum.
Sabine Ruchlinski, eine der Initiatorinnen des Projekts, freut sich über die Ergebnisse der Studie: „Die Untersuchung zeigt ganz deutlich, dass wir unserem Anspruch ‘Kultur für alle!‘ gerecht werden und unser Konzept aufgeht. Wir leisten einen erheblichen Beitrag dazu, Kunst- und Kulturangebote über eine kleine bildungsbürgerliche Elite hinaus auch neuen Bevölkerungsgruppen nahezubringen. Der große Zuspruch und die Begeisterung, die wir bei unseren Kuturgästen verspüren, zeigt, dass sich der KulturRaum als ein wichtiger Akteur in der niedrigschwelligen Kulturvermittlung etabliert hat.“
Michaela Kiermeyer
KulturRaum München
Dachauer Straße 114
80636 München
www.kulturraum-muenchen.de
ein Projekt von Kulturloge München e.V.


