Wie weit geht eine Gemeinschaft, wenn ihr ein Leben ohne finanzielle Nöte mit einer florierenden Wirtschaft und sozialem Wohlstand in Aussicht gestellt wird?
Wenn der Gewinn derart vielversprechend ist, sehr weit – denkt sich die Multimillionärin Claire Zachanassian, als sie nach jahrzehntelanger Abwesenheit in ihr Heimatstädtchen Güllen zurückkehrt. Claire Zachanassian, geborene Klara Wäscher, hat eine alte Rechnung zu begleichen.
Der Güllener Alfred Ill, ihr ehemaliger Jugendfreund, hatte seinerzeit die Vaterschaft des gemeinsamen Kindes vor Gericht bestritten und bewirkt, dass Klara entehrt und gedemütigt Güllen verlassen musste. Jetzt will die alte Dame nur noch eines: Vergeltung.
Sie macht den Bürgern Güllens ein unmoralisches Angebot: Sie sichert ihnen eine „Spende“ in Höhe von einer Milliarde zu, wenn sie im Gegenzug Alfred Ill umbringen ...
Güllen wird zu einem Schlachtfeld der gesellschaftlichen Werte, auf dem sich Gewinn- und Verlustrechnungen, Korruption und Gier gegen Moral und Solidarität in Stellung bringen.
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) hat mit seinem 1956 in Zürich uraufgeführten Stück eine zeitlose Parabel über den Menschen in kapitalistischen Systemen geschaffen.
„Der Besuch der alten Dame ist eine Geschichte, die sich irgendwo in Mitteleuropa in einer kleinen Stadt ereignet, geschrieben von einem, der sich von diesen Leuten durchaus nicht distanziert und der nicht so sicher ist, ob er anders handeln würde.“ (Dürrenmatt)
Inszenierung > Felix Rothenhäusler Ausstattung > Katharina Kownatzki Musik > Matthias Krieg Dramaturgie > Anna Gerhards
DER BESUCH DER ALTEN DAME ist auch am 25. und 31. Mai 2011 um 19.45 Uhr sowie am 1. Juni 2011 um 20.30 Uhr, am 6., 10., 16., 24. und 28. Juni 2011 um 19.45 Uhr zu sehen.
Sandra Visscher
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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