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Dezente Klanganimationen mit fließenden Klavierakkorden

Konzert Pop: Dakota Suite mit neuem Album "an almost silent life" auf Tour

1996 gegründet, arbeitet Hooson an seinen ersten Demos, als er Formby 1996 zum ersten Mal begegnet. Dieser ist gleich so angetan von seiner Musik, dass er gemeinsam mit einem Besitzer eines Plattenladens in Leeds ein Label gründet und die ersten drei Dakota Suite-EPs aufnimmt. 1998 erscheint die erste Platte “Alone With Everybody”.

Die Kritiken fallen positiv aus, das Independent-Label Glitterhouse Records nimmt sie unter Vertrag. Hoosons Ehefrau Johanna ist Fotografin, ihre düsteren schwarz/weiß Motive werden das Markenzeichen der Dakota Suite-Covergestaltung. Mit “The End Of Trying” setzt der Engländer 2008 auf dezente Klanganimationen mit meist fließenden Klavierakkorden und einem geschmeidigen Cello-Arrangement. Rein instrumental erzählen die Songs von Kummer und Schmerz.

Beim Schreiben der einzelnen Piano-Stücke sieht Hooson ein jähes Ende seines Lebens vor Augen. Mit dem klassisch ausgebildeten Sirjacq beginnt 2009 eine neue Phase. “Als ich ihn beim Pianospielen zuhörte, hörte ich jemanden, der wie knöcheltief in seinen eigenen Problemen steckt”, so Hooson. Das aktuelle Album “The Side Of Her Inexhaustible Heart” (2011) zeugt von ihrer filigranen wie fruchtbaren Zusammenarbeit.

Chris / Dakota Suite:

Chris 2011

Jedes Stück Musik, das ich mache, handelt von meinem Leben mit Johanna. Von der Erkenntnis, dass ich ohne sie verloren bin, von dem Wissen, das sie mich am Leben hält. Jeden Song, den ich je geschrieben habe, habe ich für sie geschrieben. Ich schreibe diese Songs, um ihr zu sagen, dass ich weiß was sie für mich tut. Obwohl ich sie so oft verletzt und ihr tiefe emotionale Narben zugefügt habe, weil ich den Weg durch das Leben nicht finde. Weil ich glaube, dass ich nicht auf diese Welt gehöre und obwohl ich jeden Tag leide und kämpfe, lässt sie mich nicht gehen. Und obwohl ich mich selbst hasse und verabscheue, liebt sie mich. Und das hält mich am Leben.

Dakota Suite & Quentin SirjacqAls ich Quentin im November 2009 traf, merkte ich schnell, dass er aus dem gleichen Holz wie ich geschnitzt ist. Wenn wir über irgendwelche Dinge redeten, hatte er schnell Beispiele aus seinem Leben zur Hand, die meinen Erfahrungen sehr ähnlich waren. Als ich ihm beim Piano spielen zuhörte, hörte ich jemanden, der wie ich knöcheltief in seinen eigenen Problemen steckt.

Ich schickte Quentin Songideen, die ich mit Gitarre und Piano aufgenommen hatte und über Monate arrangierte er sie zu den Stücken, die hier zu hören sind. In diesen Stücken stecken hunderte Stunden Arbeit, penibelstes Nuancieren, das ständige Nachhören von Miniaturen auf der Suche nach der Wahrheit. Der Gedanke war, nicht zu spielen, wenn wir nicht mussten. Zwei meiner absoluten Helden – Arvo Part und Bill Evans – lehrten mich, dass man NUR das spielen muss, was wirklich nötig ist. Die Stille, die Momente zwischen den Tönen, das ist Johanna.

Ein paar Worte zu den Songs

Alle Stücke handeln von Johanna und sind neu, mit einer Ausnahme. Quentin wollte How Safe We Must Seem von einer meiner früheren Platten neu arrangieren und Yes We Will Suffer schrieb ich spontan nach dem Tsunami in Japan. Ich erinnere mich, dass ich davon direkt nach dem Aufstehen in den Morgennachrichten erfahren habe. David Darling, Quentin und ich sind noch im Dezember in Japan aufgetreten und schon als kleiner Junge habe ich dieses Land geliebt.

Sofort schrieb ich beide Gitarrenparts und hatte die Idee, dass ein Streichquartett das Geräusch von berstendem Holz und Wasser nachahmen sollte. Ich kriege sofort heftige Bauchschmerzen, wenn ich an all die verschwundene Schönheit der Küstenregion und das Leid der Menschen denke.

Dakota Suite 2011 David Buxton Chris Hooson Quentin Sirjacq

Becoming Less And Less war ein gemeinsamer Versuch, unseren Geisteszustand in Musik zu verwandeln. Man hört kleine Passagen von absoluter Schönheit, aber es besteht ständig die Gefahr eines Zusammenbruchs. Als wir das Stück eines Nachts in Paris aufnahmen, lagen wir beide auf Quentin’s Fussboden und überlegten, wie akkurat dieses Stück Musik unsere Gefühlslage beschreibt. Und wir waren dankbar, dass wir überhaupt die Möglichkeit hatten, uns so auszudrücken.

Im Artwork kann man folgenden Text nachlesen. Er sagt alles, was man über Johanna und mich wissen muss. Dafür, dass sie jeden Morgen aufwacht und mein Leben rettet.

Konzerttermine:

25.01. Saarbrücken – Sparte 4
26.01. Offenbach – Weinstube
27.01. Chemnitz – Atomino
28.01. Jena – Rosenkeller
29.01. Berlin – Crystal
30.01. Hamburg – Knust
31.01. Dresden – Thalia

 

 

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