Gesellschaft Freunde der Künste

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03.05.2013, Frankfurter Hof Mainz

Konzert Pop: CHIMA auf "Merkst du was"-Tour 2013 - Im Gepäck seine elektronischen Tanzbeats & die frische Sprache

Mit seinem Album "Stille" platzierte sich CHIMA direkt in den Top 30 der deutschen Albumcharts. Seine erste Singleauskopplung "Morgen" rotierte im Sommer 2012 auf jeden Radiosender und verkaufte mehr als 100.000 Einheiten. Dies bescherte ihm auch eine Nominierung der 1Live Krone als Bester Künstler 2012. Im November 2012 hat CHIMA seine erste Tour mit einem fulminanten Konzert in der Frankfurter Batschkapp beendet, nun stehen neue Termine für 2013 fest. CHIMA kommt nach Gera, Köln, Konstanz, Mainz, Potsdam und Bremen.

Wie erfrischend CHIMA auf seinem Album "Stille" (Universal Music) in humorvollen Bildern und in beinah sorgenfrei klingenden Tönen erzählt, das macht Spaß. CHIMA weiß, wovon er redet: ein Mann, längst erwachsen, dem gleichen Traum folgend wie jüngere, blauäugigere Kerle - doch viel länger, und durch ganz andere Wiederstände hindurch. Einer, dem das Leben auch schon mal gesagt hat: lass es lieber. Mit "Morgen" spricht er dem Publikum in seiner einzigartigen unbeschwerten Art genau aus der Seele. Ein Sänger, dessen Lachen laut und voller Herz ist, weil es schwierige Zeiten überdauert hat.

Chima ist kein wirklicher Newcomer mehr, da er schon lange seine Musik macht, aber in diesem Anlauf setzt er auf Alles oder Nichts. "Risiko! Augen zu und durch! Risiko! Einmal richtig Risiko. Volles, volles, volles Risiko!" Und plötzlich passiert etwas: Die Vision wird klar, Entschlossenheit spürbar. Knoten, diese harten, gordischen, Jahrzehnte alte Knoten lösen sich, platzen beinah. Und das, was sich darunter verbarg strömt nun aus CHIMA heraus: "Flügel bauen, Sterne jagen, Wolken kratzen". Das Ultimatum, dass er sich selbst gestellt hat, katapultiert ihn mit aller Wucht aus den alten Mustern heraus, hilft ihm dabei Tempo zu entwickeln, weiter zu beschleunigen, langsam abzuheben und endlich - wirklich - zu fliegen. Dies ist die schöne Seite der Stille - und sie ist jetzt, und nicht erst Morgen. Es ist Zeit für CHIMA.

Biografie:

So beginnen Filme wie "Falling Down": Bilder von Frankfurt am Main, Finanzmetropole der Gegensätze, Hochäuser, Banken in Hochglanz, Bahnhofsviertel, schäbige Seitenstrassen in vergilbtem, dreckigem Weiß. Geld. Status und Symbole. Schein. Scheinwelt. Chima, Sohn nigerianischer Eltern, ist umgeben von augenscheinlich freien, erfolgreichen, gut gelaunten Menschen. Freunde, die Sonntags zum Bauernmarkt gehen um zu flanieren, junge Gastronomen, Werber, Anwälte, Marketingcracks, die kreativ verortet sind, mitgestalten, funktionieren – und Geld verdienen.


Türken, Jugos, Afrikaner – das "neue Deutschland" derer, die aus den Träumen ihrer Eltern etwas gemacht zu haben scheinen. Eigentlich gehört Chima dazu: Musik, Poesie, Freigeistigkeit, ein Leben nach scheinbar eigenen Regeln. Doch hinter dem lauten, offenherzigen Lachen liegt eine zweite Welt. Wenn die Stille kommt, dann kommt mit ihr auch diese zweite Welt: Chima ist erziehender Vater und mit allen Mitteln darum bemüht, sein einziges Kind durchzubringen. Eine Herausforderung, die das Herz auch manchmal mürbe machen kann.
Doch für die Liebe zum Kind gibt es keinen zu hohen Preis. Dafür schluckt er Stolz, dafür beschneidet er die eigene Freiheit. Weil ihm alles daran liegt. Chima erkämpft sich den Lebensunterhalt. Er folgt einer Idee, nicht nur entgegen gesellschaftlichen Normen, denn das wäre ja schon fast normal und wenig erwähnenswert, sondern auch entgegen dem Status Quo seines eigenen Umfelds: ein Mann in seinen Dreißigern, nicht gefestigt, unbeständig und ohne geregeltes Einkommen, ohne Zehn-Jahres-Plan, ohne Bausparvertrag.


Einer, bei dem jeder Versuch den Beigeschmack der "letzten Chance" hat. Menschen, die ihn eigentlich "echt gern mögen", schreiben ihn ab. "Alle haben Ziele, machen ihr Ding, und was ist mit mir?" Doch für die Liebe zu seinem Traum ist kein Preis zu hoch. Dafür geht er mit seiner Existenz auf Risiko. Weil ihm alles daran liegt. Chima wühlt in den Resten aus enttäuschten Wünschen, verlorenem Glauben Anderer oder zunehmender Existenzangst und beginnt von vorne.


Die eigene kleine Familie fordert von ihm "Beständigkeit" und "Planbarkeit", doch anfühlen tut es sich für ihn wie Selbstaufgabe. Die eigene Mutter wünscht sich die Sorgen um den Sohn endlich, endlich gemindert. Chima selbst wünscht sich den Glauben der geliebten Menschen zurück: "Lieb mich einfach, ich lieb Dich doch auch. Geh mit mir, ich geh auch voraus". Doch wohin? Chima hat Freunde, die aushelfen und andere, die ihre Hilfe irgendwann dann auch schlichtweg verweigern müssen, weil der Hilfsbedürftige zum Fass ohne Boden geworden ist.


Unter ihnen natürlich auch solche die seinen Traum schon leben, erfolgreiche Künstler, Visionäre, Macher – doch wie sollten sie jemanden unterstützen, der zu beschäftigt ist, seine Scham zu bändigen, bevor er sein Potential in positive Masse wandeln kann? "Es bleibt schwer, heute geht’s mir beschissen, grad’ unterdrücke ich die Tränen und ertrinke in Neid. Darum bleibt mir gestohlen denn ich muss grad’ nicht wissen, was die anderen haben wenn mir selber nichts bleibt". Chima kämpft um den Boden unter seinen Füßen und um das Album seiner Träume. Er arbeitet mit Produzenten, bittet um Gefallen und zahlt mit Zukunftsvisionen.
Er verschuldet sich – finanziell, ideell, spirituell. Dieses Mal muss es anders gehen; ohne Geld, ohne Rückhalt, gegen die Angst. Weil ihm alles daran liegt. Chima fasst den letzten Entschluss. Er leiht sich ein letztes Mal Geld. Dies soll das letzte, verdammte Mal sein. Von allem. Danach: Alles oder Nichts. "Risiko! Augen zu und durch! Risiko ! Einmal richtig Risiko! Volles, volles, volles Risiko, Risiko!" Und plötzlich passiert etwas: Die Vision wird klar, Entschlossenheit spürbar. Knoten, diese harten, gordischen, Jahrzehnte alten Knoten lösen sich, platzen beinah.


Und das, was sich darunter verbarg strömt nun aus Chima heraus: "Flügel bauen, Sterne jagen, Wolken kratzen". Das Ultimatum, dass er sich selbst gestellt hat, katapultiert ihn mit aller Wucht aus den alten Mustern heraus, hilft ihm dabei Tempo zu entwickeln, weiter zu beschleunigen, langsam abzuheben und endlich – wirklich – zu Fliegen. "Countdown, Staubwolken, Schnitt! Ich lass alles hinter mir. Lasse alle Stricke reißen, vertraue auf mein Tier. Ich siege, ich atme, ich will mich vermehren. Nahe der Unendlichkeit kann ich mich spüren: Ich fliege!"


Der Kampf um das Kind, das jahrelange Warten am Existenzminimum, das Hoffen auf ein nebulöses "Glück", das Ringen um Vertrauen in das eigene Geschick während es in den Händen zerrinnt: Chima singt es sich raus, er schreibt es in die Welt. Chima, und man muss es gesehen haben, tanzt beim einsingen. Er schleudert die Arme von links nach rechts. Er exorziert den Frust, er beschwört den Sprung von der Klippe - und wenn auch nur für den kurzen Moment der frischen Luft, so springt er doch!


"Ich will nicht länger vermeiden, was sich nie vermeiden ließ. Ich hab mir was zu beweisen. (...) Es zieht mich ins Unbekannte. Nicht zu wissen,was passiert. Daher, heute geh’ ich aufs Ganze. Keine, keine Angst mehr vorm Verlieren." Und aus der Stille entspringt Entladung. Explosive Freude. Strahlkraft von erlebten Worten. Lautes Lachen. Schweiß. Lust. Tanzen. Weinen. Sex. Und Zuversicht, immer wieder erneuerte, geprüfte, verdorbene und doch wieder zum Leben erweckte Zuversicht. Momente der Angst. Neid und Betrug. Momente des Hasses, unverkennbar, nicht zu vertuschen.


Und dann plötzlich wieder Wind; neu, frisch, die Spinnenweben verwirbelnd. Der Klang von Loslassen, nein, viel mehr von Wegwerfen, von Abstreifen, von ganz weit weg schleudern. Der hörbare Kontrollverlust, ein neuer, heller Mut dazu, die Dinge nicht immer lenken zu müssen. Und man hört auch die Fehler. Und Chima’s Freude daran. "Ich nehm' meinen Schatz in den Arm, schenk meiner Mutter Blumen! Ich mach irgendwas - aber ich mach. Glück kommt nach Bemühung".


Und unter den elektronischen Tanzbeats, unter den Streichern, die gekonnte Spitzen setzen, unter 150 Bpm Rumms und Poprefrains, unter synthetischen Ecken und programmierten Kanten, unter so präzise gewählter, wunderschöner, frischer Sprache – unter all dem "JA!"-schreienden Spaß - beginnt unüberhörbar die ruhige, heilende Seite dieser Sache, die noch vor wenigen Momenten so erdrückend schien. Endlich entfaltet sie sich; die schöne Seite der Stille.

Künstler-Homepage: www.chima.tv

Freitag, 03.05.2013 um 20:00 Uhr

Eintrittspreise €:
(Alle angegebenen Preise im Vorverkauf zzgl. VVK-Gebühr)
VVK 18,- / AK 22,-

Veranstaltungsort:  

FRANKFURTER HOF MAINZ
Augustinerstrasse 55
55116 Mainz

Tickethotline: 06131-220438

 

Weitere Konzerttermine auf der Künstlerhomepage.

 

Andreas Fauser
NuzzCom Music Office
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