Für den Komponisten Alban Berg war sie »das erste Werk der Neuen Musik«, heute gilt Gustav Mahlers 9. Symphonie als kompositorisch bedeutendstes Werk ihres Schöpfers: Am 18. März führt die Junge Deutsche Philharmonie unter dem Dirigenten Jonathan Nott Mahlers letztes vollendetes Werk im Großen Saal der Laeiszhalle auf und spürt Mahlers Fragen nach Tod, Abschied und Trauer nach.
»Das Allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat«: Für Alban Berg, einen der bedeutendsten Komponisten der Moderne, kündigte sich mit Gustav Mahlers letzter vollendeter Sinfonie bereits bei ihrer postumen Uraufführung 1912 der Übergang in eine neue musikalische Epoche an. In dem rund 75-minütigen Werk verlässt Mahler den gewohnten tonalen Raum und wendet sich neuen harmonischen Strukturen zu - ein Affront für das damalige Publikum. Heute gilt die Komposition nicht nur als das bedeutendste Werk Mahlers, sondern auch als sein Manifest des Abschieds von der Welt: Sein Bruch mit der Wiener Staatsoper, deren erster Kapellmeister und Operndirektor er war, der Tod seiner älteren Tochter und der bei ihm selbst diagnostizierte Herzfehler werden oft als Ursachen für die in Teilen resignative Stimmung der Symphonie gesehen. Dennoch ist Mahlers letztes vollendetes Werk ein Abschied, der seine Liebe zum Leben voller Hoffnung und Optimismus in Töne fasst als »Ausdruck einer unerhörten Liebe zu dieser Erde«.
Nach ihrem umjubelten Auftritt im Rahmen von »Orchester 3.0« unter Kristjan Järvi im April 2012 in der Laeiszhalle gastiert die Junge Deutsche Philharmonie im Rahmen ihrer Frühjahrstournee mit dem englischen Dirigenten Jonathan Nott, der als ausgemachter Mahler-Spezialist gilt und sich als dessen Interpret einen weltweiten Ruf erarbeitet hat. Das Orchester, das sich aus Studenten der wichtigsten Musikhochschulen Deutschlands zusammensetzt und so renommierte Klangkörper wie die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen hervorgebracht hat, wird für seine lebendigen Interpretationen gefeiert, die sich mit großer Kreativität und hohem künstlerischen Anspruch fern althergebrachter Konventionen bewegen. In einem Interview erklärte Jonathan Nott, man habe bei Mahlers Werken »die Chance, echte Tiefe und beeindruckende Andeutungen zu finden, wenn nicht sogar Antworten auf die ewigen Fragen des Lebens, des Menschseins, des Todes«. Genau diese Antworten sind es, die Nott und die hochtalentierten Musiker der Jungen Deutschen Philharmonie in Mahlers Werk ausfindig machen.
Mit Unterstützung der Deutschen Bank und des Scandic Hamburg Emporio.
Mo 18.03. / 20.00 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal Nordic Concerts: Junge Deutsche Philharmonie ● Nott Junge Deutsche Philharmonie Jonathan Nott.
Dirigent Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9 D-Dur € 48 / 42 / 35 / 27 / 15 / 8 Konzerteinführung: 19.15 Uhr / Kleiner Saal
REDticket der Haspa Musik Stiftung: Die besten verfügbaren Plätze für nur € 10 ab einer Woche vor dem Konzert – für alle bis einschließlich 27 Jahre. Das REDticket ist erhältlich im
Elbphilharmonie Kulturcafé, im HaspaJoker Shop / Filiale am Jungfernstieg (keine Barzahlung), an der Abendkasse und über www.elbphilharmonie.de.
ZukunftsMusik: Wer könnte Kinder und Jugendliche besser für klassische Musik begeistern als die Künstler höchstpersönlich? Im Rahmen der Musikvermittlungsinitiative »ZukunftsMusik« bringt Elbphilharmonie Kompass Schüler und Schülerinnen aus Hamburg bei Schulbesuchen, Workshops und Probenbesuchen mit den Künstlern zusammen. So werden anlässlich ihres Gastspiels in Hamburg Musiker der Jungen Deutschen Philharmonie Schulen besuchen und den Schülern wird die Möglichkeit eines Probenbesuchs sowie Gesprächs mit den Musikern geboten. Weitere Informationen unter: www.elbphilharmonie.de/zukunftsmusik.de.
Die Junge Deutsche Philharmonie Die Junge Deutsche Philharmonie wurde 1974 durch ehemalige Musiker des Bundesjugendorchesters gegründet, die weiterhin miteinander Musik machen und dabei vor allem eigene Ideen umsetzen wollten. Mit hohem künstlerischen Anspruch und viel Leidenschaft engagiert sich das Orchester, das sich heute aus Studenten der wichtigen Musikhochschulen im deutschsprachigen Raum zusammensetzt, für eine lebendige Fortführung der deutsch-europäischen Musiktradition. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Bereits zwei Jahre nach seiner Gründung gewann das Orchester den 1. Preis beim Herbert-von- Karajan-Wettbewerb, es folgten der Deutsche Schallplattenpreis, der Deutsche Kritikerpreis sowie der Grand Prix Année Européenne de la Musique. Renommierte Klangkörper, wie die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen oder das Ensemble Modern, gingen ebenfalls aus der Jungen Deutschen Philharmonie hervor.
Regelmäßige Tourneen im Frühjahr und Sommer führen die Musiker in die wichtigsten Konzertsäle Deutschlands, so die Berliner Philharmonie, die Alte Oper Frankfurt oder den Gasteig München; internationale Stationen waren bisher unter anderem Belgien und Polen, die Schweiz und Mexiko. Die 18 bis 28 Jahre alten Orchestermitglieder setzen ebenso auf innovative Programme und eine demokratische Organisation des Orchesters wie auf die Zusammenarbeit mit weltweit renommierten Musikern, darunter Patricia Kopatchinskaja, Christian Tetzlaff und Sol Gabetta sowie Dirigenten wie Pierre Boulez, George Benjamin, Ivor Bolton und Kent Nagano. Für die Frühjahrstournee 2013 gastiert das Orchester mit Jonathan Nott in Konzerthäusern in Deutschland und der Schweiz.
Jonathan Nott Der 1962 in England geborene Dirigent Jonathan Nott studierte Musikwissenschaft in Cambridge, Gesang und Flöte in Manchester sowie Dirigieren in London. Erste Anstellungen als Kapellmeister führten ihn an die Alte Oper Frankfurt, an das Staatstheater Wiesbaden und an das Luzerner Theater. Von 2000 bis 2003 leitete er außerdem das von Pierre Boulez gegründete Ensemble Intercontemporain. Seit 2000 hat Jonathan Nott die Position des Chefdirigenten bei den Bamberger Symphonikern – Bayerische Staatsphilharmonie inne. Im Laufe seiner bisherigen Tätigkeit – sein Vertrag wurde bis 2016 verlängert – entwickelte sich das Orchester zu einem international gefragten Klangkörper, der auf den Festivals in Salzburg, Edinburgh und Luzern gefeiert wird. Ebenfalls in Luzern werden Nott und die Bamberger Symphoniker 2013 mit der erstmaligen konzertanten Aufführung von Wagners »Ring«-Tetralogie für eine Premiere sorgen.
Neben seiner Arbeit bei den Bamberger Symphonikern dirigiert Nott regelmäßig die führenden Orchester, so die Philharmoniker in Berlin, New York und Los Angeles, das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam und das Gewandhausorchester Leipzig. Im Dezember 2012 gab er zudem für ein Konzert mit Hélène Grimaud sein Debüt bei der Staatskapelle Dresden; auch wird Nott ab 2014 Musikdirektor des Tokyo Symphony Orchestra. Besonderen programmatischen Schwerpunkt setzt Jonathan Nott auf zeitgenössische Musik, und auch als Interpret Gustav Mahlers hat er sich einen weltweiten Ruf erarbeitet: So gewann seine Einspielung von Mahlers 9. Symphonie mit den Bamberger Symphonikern das »Toblacher Komponierhäuschen« sowie den MIDEM Classical Award für die beste symphonische Einspielung. Jonathan Nott lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Luzern.
Laeiszhalle Elbphilharmonie Hamburg Die künftige Elbphilharmonie und die renommierte Laeiszhalle werden aus einer Hand geführt. Generalintendant ist seit 2007 Christoph Lieben-Seutter. Seit der Konzertsaison 2009/10 verantwortet er darüber hinaus ein eigenes Programm mit durchschnittlich 100 Konzerten, die neben den Veranstaltungen der privaten Konzertveranstalter in der Laeiszhalle und anderen ungewöhnlichen Orten in Hamburg stattfinden. Die Elbphilharmonie Konzerte bieten ein facettenreiches, modernes und weltoffenes Programm, welches das Publikum inhaltlich zum künftigen Konzerthaus Elbphilharmonie und die Musikstadt Hamburg in die Zukunft führt
Informationen, Karten und Abonnements erhalten Sie unter www.elbphilharmonie.de, im Elbphilharmonie Kulturcafé am Mönckebergbrunnen, Barkhof 3, 20095 Hamburg, sowie in der Konzertkasse Laeiszhalle. Tickethotline: 040 357 666 66, tickets@elbphilharmonie.de
Nataly Bombeck und Elena Wätjen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Bild 1: Junge Deutsche Philharmonie © Achim Reissner
Bild 2: Jonathan Nott © Richard Haughton