Jesu Leid in drastischer Sprache und expliziten Beschreibungen: dies macht Barthold Heinrich Brockes Passion aus. Die Leidensgeschichte Christi in der Version des dichtenden Ratsherren und Senators aus Hamburg, die 1712 entstand, wurde vielfach vertont. Die bekannteste Komposition stammt von Georg Friedrich Händel. Wie Händel das religiöse Empfinden seiner Zeit in seinem einzigen deutschsprachigen Oratorium in Musik fasste, ist am 25. Februar im Wiener Konzerthaus zu hören.
Das genauer "Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus" (HWV 48) betitelte Werk wird von dem Ensemble moderntimes_1800 unter der Leitung eines glühenden Verfechters Alter Musik, Reinhard Goebel, aufgeführt. Solisten, die neben Figuren der Passionsgeschichte auch die Stadt Jerusalem und alle gläubigen Christen personifizieren, sind Christine Wolff, Simone Vierlinger, Britta Schwarz, Virgil Hartinger, Maximilian Schmitt und Daniel Ochoa, die Chorparts übernimmt die Wiener Singakademie. Thomas Larcher hat kurzfristig die Rolle des Jesus von Raimund Nolte übernommen.
Abwechslungsreich wird der Abend durch Händels vielseitige Komposition, die sich an Kirchenmusik ebenso orientiert wie an der italienischen opera seria. Erzählende Rezitative wechseln mit liedhaften, konzentrierten Arien ab, dazu kommen unkonventionelle Orchesterparts. "Händel schrieb mit der Brockes-Passion, die 1719 in Hamburg zur Uraufführung kam, unbestritten Musikgeschichte. Diese selten gespielte Passion darf am 25. Februar im Wiener Konzerthaus mit einer tollen Besetzung erlebt werden", sagt der Intendant des Wiener Konzerthauses, Bernhard Kerres.
Programm
Montag, 25. Februar 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
Interpreten
moderntimes_1800, Kammerorchester
Wiener Singakademie, Chor
Christine Wolff, Sopran, Tochter Zion, Erste Magd, Gläubige Seele (Sopran)
Simone Vierlinger, Sopran, Tochter Zion, Zweite Magd, Gläubige Seele (Sopran)
Britta Schwarz, Alt, Tochter Zion, Kriegsknecht, Dritte Magd, Maria, Gläubige Seele (Alt)
Virgil Hartinger, Evangelist (Tenor)
Maximilian Schmitt, Tenor, Petrus (Tenor)
Thomas Laske,Bass, Jesus (Bass)
Daniel Ochoa, Bass, Caiphas, Pilatus, Hauptmann (Bass)
Reinhard Goebel, Dirigent
Programm
Georg Friedrich Händel, Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus HWV 48 «Brockes-Passion» (1716)
Wiener Konzerthaus Presse
Mag. Theresa Steininger
E-Mail: presse@konzerthaus.at


Goebel Reinhard © Christina Bleier