Erstmals residieren die Berliner Philharmoniker – im Rahmen des 36. Internationalen Musikfestes – von 2. bis 6. Juni im Wiener Konzerthaus. Dabei präsentieren sich die 128 Instrumentalisten unter Leitung von Sir Simon Rattle in all ihrer Vielfältigkeit: Am Programm stehen Mahlers 2. Symphonie sowie ein Abend mit Bruckners monumentaler 7. Symphonie; den Klangreichtum der Notations von Pierre Boulez bringen sie ebenso zur Entfaltung wie Schlüsselwerke von Britten, Ligeti und Hindemith, denn auch das kammermusikalische Programm der Residenz ist dem Orchester ein ganz besonderes Anliegen.
„Ich freue mich sehr, dass wir mit den Berliner Philharmonikern nicht nur ein Orchester von Weltklasse ins Haus bringen, sondern unserem Publikum auch ein so abwechslungsreiches Programm präsentieren können“, so Bernhard Kerres, Intendant des Wiener Konzerthauses.
Konzert in Österreich
Einmalig ist im Rahmen der Residenz auch der Auftritt der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, die sich mittlerweile als eigenes Orchester im Orchester etabliert haben und sich von einem Erfolg zum nächsten spielen. Am 2. Juni werden sie im Großen Saal Bearbeitungen berühmter Werke von Mendelssohn Bartholdy, Brahms und Piazzolla darbieten, wie auch Originalkompositionen für die Formation, etwa von Jean Françaix. Seit 1972 musizieren die 12 tiefen, großen Streicher gemeinsam und machten seitdem Station in den großen Konzerthallen der Welt.
Sir Simon Rattle, Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker, hat seit seiner Bestellung im Jahr 2002 nicht nur musikalisch zur Erfolgsgeschichte des Orchesters beigetragen, sondern mit dem von ihm ins Leben gerufenen Education-Programm Zukunft@BPhil auch einen wichtigen Schwerpunkt in Sachen Musikvermittlung an ein jüngeres Publikum gesetzt. Für Bernhard Kerres eine wichtige Parallele: „Ich stimme mit Sir Simon Rattle völlig überein, dass Musik kein Luxus sein darf, sondern vielmehr ein essenzieller Bestandteil im Leben aller Menschen sein soll. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Musikvermittlungs-programme am Wiener Konzerthaus und der Gründung von ((superar)) verfolgen wir genau dieses Ziel.“
Berliner Philharmoniker
Als Benjamin Bilse im Frühjahr 1882 den Mitgliedern seiner Kapelle für eine Konzertreise nach Warschau neben einem ohnehin schon mageren Honorar nur eine Bahnfahrt vierter Klasse spendieren will, verweigern ihm 50 seiner Musiker die Gefolgschaft und beschließen, sich als »Frühere Bilsesche Kapelle« selbstständig zu machen. In seinem Vorhaben unterstützt wird das junge Ensemble von Anfang an von dem Berliner Konzertagenten Hermann Wolff; auf seinen Rat hin ändern die Musiker auch den Namen ihres Klangkörpers in »Berliner Philharmonisches Orchester«. Einflussreiche Dirigenten der ersten Jahre waren Karl Klindworth und der Geiger Joseph Joachim, als Gastdirigenten fungierten 1884 Johannes Brahms, 1888 Peter Tschaikowski und 1889 Edvard Grieg, die eigene Werke aufführten. 1887 engagierte Wolff schließlich Hans von Bülow als ersten Chefdirigenten des Orchesters, ihm folgten u. a. Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Claudio Abbado und zuletzt Sir Simon Rattle.
Konzert in Wien
Programm:
Sonntag, 2. Juni 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
Interpreten
Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, Ensemble
Julius Klengel, Hymnus op. 57 für zwölf Violoncelli
Felix Mendelssohn Bartholdy, Hebe deine Augen auf (Engelsterzett aus «Elias» op. 70) (Bearbeitung für zwölf Violoncelli: Wilhelm Kaiser-Lindemann) (1845-1846), Denn Er hat seinen Engeln befohlen über Dir (Elias op. 70) (Bearbeitung für zwölf Violoncelli: Wilhelm Kaiser-Lindemann) (1845-1946)
Gabriel Fauré, Pavane op. 50 (Bearbeitung für zwölf Violoncelli) (1887)
Sofia Gubaidulina, Labyrinth (2011)
Jean Françaix, Aubade für zwölf Violoncelli soli (1975)
Georges Bizet, Romanze (Les pêcheurs de perles) (Bearbeitung für zwölf Violoncelli) (1863)
Antonín Dvorák, Lied (Bearbeitung für zwölf Violoncelli)
Astor Piazzolla, Milonga del ángel / Tango (Bearbeitung für zwölf Violoncelli: José Carli) (1962), La muerte del ángel (Bearbeitung für zwölf Violoncelli: José Carli) (1962), La resurrección del ángel (Bearbeitung für zwölf Violoncelli: José Carli) (1962)
Montag, 3. Juni 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
Interpreten
Berliner Philharmoniker, Orchester
Sir Simon Rattle, Dirigent
Pierre Boulez, Notation I für Orchester (1978/1984), Notation VII für Orchester (1997), Notation IV für Orchester (1978/1984), Notation III für Orchester (1978/1984), Notation II für Orchester (1978/1984
Anton Bruckner, Symphonie Nr. 7 E-Dur (1881-1883)
Dienstag, 4. Juni 2013, 19.30 Uhr, Mozart-Saal
Interpreten
Mitglieder und Freunde der Berliner Philharmoniker
ensemble-wienberlin, Quintett
Sir Simon Rattle, Dirigent
Benjamin Britten, Sinfonietta op. 1 (1932)
Gregory Emfietzis, Fear (not) (UA) (Kompositionspreis «Towards the Next 100 Years» des Wiener Konzerthauses in der Kategorie «Bläserquintett»)
György Ligeti, Sechs Bagatellen für Bläserquintett (1953)
Paul Hindemith, Kammermusik Nr. 1 op. 24/1 für kleines Orchester (1922)
Richard Wagner, Siegfried-Idyll (1870)
Mittwoch, 5. Juni 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
Interpreten
Berliner Philharmoniker, Orchester
Wiener Singakademie, Chor
Sarah Fox, Sopran
Anne Sofie von Otter, Mezzosopran
Sir Simon Rattle, Dirigent
Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-moll für Sopran, Alt, Chor und Orchester «Auferstehungs-Symphonie» (1888-1894)
Donnerstag, 6. Juni 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
Interpreten
Berliner Philharmoniker, Orchester
Wiener Singakademie, Chor
Sarah Fox, Sopran
Anne Sofie von Otter, Mezzosopran
Sir Simon Rattle, Dirigent
Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-moll für Sopran, Alt, Chor und Orchester «Auferstehungs-Symphonie» (1888-1894)
Wiener Konzerthaus Presse
Mag. (FH) Kathrin Stoiser
E-Mail: presse@konzerthaus.at
www.konzerthaus.at


„Ich freue mich sehr, dass wir mit den Berliner Philharmonikern ein Orchester von Weltklasse ins Haus bringen", so Intendant Bernhard Kerres. Bild 1: Berliner Philharmoniker © Sebastian Hänel/Berliner Philharmoniker
Bild 2: Simon Rattle © Simon Fowler