Ihr scharfkantiger Blues-Minimalismus à la White Stripes gepaart mit epischer Folk-Lyrik im Stile der Bright Eyes machte die Zwei-Mann-Band Two Gallants aus San Francisco Mitte der Nuller Jahre zu einem der angesagtesten Acts des Saddle-Creek-Stalls, dem damaligen Label der Stunde.
Lediglich mit Gitarre, diversen Effektgeräten, Mundharmonika, einem Mini-Drumset und ihren Stimmen bewaffnet, ritten die beiden Protagonisten Adam Stephens und Tyson Vogel auf "What The Toll Tells", ihrem von der Musikpresse als "grandios" (Rolling Stone) bezeichneten und zum "Album des Monats" (Visions) gekürten 2006er Longplayer eine Tour de Force durch Klanglandschaften aus Folk Noir, Southern Traditionals, Outlaw Country und Indierock. Immer ein wenig neben den ausgetretenen Pfaden und immer mit ihrem ganz eigenen, raubeinigen Charme.
Nach Jahren des ständigen On-the-road-Seins nahmen sich Two Gallants zuletzt eine längere Auszeit, von der sie sich nun mit dem Comeback-Album "The Bloom And The Blight" furioser denn je zurückmelden. "Wir sind beide durch harte Zeiten gegangen, so dass dieses Album auch ein kathartisches Element innehat", erklärt Gitarrist und Sänger Adam Stephens, der zu dieser Zeit in Folge eines schweren Autounfalls monatelang weder Gitarre noch Klavier spielen konnte.
Dies alles scheint wie weggefegt, denn die neue Platte bietet zwischen melodischer Raserei und introspektiver Lyrik eine enorme Spannbreite auf, die neuerdings mehr in Richtung Grunge und Punkrock gedehnt wird. Auf wilde Distortion folgt eine herzzerreißende Akustik-Ballade, auf schier metaleske Härte bittersüße Traurigkeit. Eine Meditation über Vergangenheit und Gegenwart, die live in eines der urgewaltigsten Erlebnisse mündet, denen man auf Indie-Bühnen begegnen kann.
Aktuelle CD: "The Bloom and the Blight" (2012), Fargo Records
Support: Steaming Satellites
"Witches" ist einer dieser seltenen Songs, von denen man auf Anhieb weiß, dass er für die Ewigkeit geschrieben ist. Steaming Satellites, jene Band, die diesen psychedelisch schimmernden, zeitlosen Klassiker schuf, hat aber noch einiges mehr auf Lager. Auf ihrem Album "The Mozart Moustache Affaire" nehmen die Salzburger nicht nur den größten Sohn ihrer Heimatstadt aufs Korn, sondern rufen die Geister derer von Led Zeppelin, Pink Floyd und David Bowie zurück in die Zukunft. Effektverzerrte Gitarren und raumgreifende Synthie-Sounds verdichten sich hier zu einer geballten Ladung kosmischer Energie, die mit verrauchter 70ies-Rock-Atmosphäre Kurs auf uns Erdlinge nimmt.
Ihre Lust am ambitionierten Experiment, die nicht selten in exzessiven Jam-Eskapaden endet und ihr mörderischer Druck, den die fünf Herren auf der Bühne erzeugen, blieben auch außerhalb der Mozartstadt nicht lange ohne Widerhall. So nahmen sie etwa die befreundeten Portugal. The Man mit auf Europa-Tour. Derzeit werkt die Indie-Psy-Rock-Band am neuen Album "Slipstream", das im kommenden Frühjahr in die Umlaufbahn geworfen werden soll.
Besetzung:
Max Borchardt: vocals, guitar; Manfred Mader: guitar; Emanuel Krimplstätter: keys, guitar; Daniel Ziock: bass; Matl Weber: drums, keys
Aktuelle CD: "The Mozart Moustache Affaire" (2012), The Instrument Village
Karl Zabern
POSTHOF-Medienreferent
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Bild 1+2: Two Gallants 2012 © Eric Ryan Anderson
