„Wagner hätte seine Opern nicht komponiert, wenn es Liszt nicht gegeben hätte“, ist sich Hélène Grimaud sicher. Dazu passt ihre Einschätzung von Franz Liszts h-Moll-Sonate: „Ein Musikdrama, geführt von den Möglichkeiten des Klaviers.
Eine Sonate, so theatralisch, wie eine Sonate nur sein kann, opernhaft im instrumentalen Sinn.“ Die französische Pianistin, die aus dem pittoresken Aix-en-Provence stammt, stellt dieses virtuose Werk ins Zentrum eines höchst individuellen Programms, das sie am Samstag, 15. Oktober 2011 um 20 Uhr in der Philharmonie Essen präsentieren wird.
Sie kombiniert Liszt mit Wolfgang Amadeus Mozart (Sonate Nr. 8 a-Moll, KV 310), Alban Berg und Béla Bartók (Sechs Rumänische Volkstänze, Sz 56). Eine willkürliche Zusammenstellung? Keineswegs. Wohlüberlegt spürt Hélène Grimaud Verbindungslinien auf.
Bezugspunkt der vier Werke ist jeweils die kaiserlichkönigliche Donaumonarchie. Zum Beispiel Mozart: „Wir hören in seiner Musik vieles vorweggenommen, was später in der Musik des österreichisch-ungarischen Reiches, bei Liszt und sogar bei Berg wiederkehrt und sich zur vollen Blüte entfaltet“, argumentiert Hélène Grimaud, allerdings nicht ohne zu ergänzen, dass Mozarts Salzburg offiziell gar nicht zu Österreich gehört habe und Bartók sich streng gegen diese Vereinnahmung gewehrt hatte.
Ausgangspunkt für das Programm, das auch als CD-Einspielung erschienen ist, war jedoch Alban Bergs Sonate für Klavier, op. 1. Ein Stück, von dem schon die ganz junge Pianistin fasziniert war:
„Ich war elf und konnte vielleicht die ersten eineinhalb Seiten spielen. Ich hatte keine Ahnung von dem Stück, aber das, was ich lesen und spielen konnte, faszinierte mich.“ Eine Faszination, die sie als Interpretin nun auch ihrem Publikum vermitteln kann!
Werke von Mozart, Berg, Liszt, Bartók am Samstag, 15. Oktober 2011 um 20 Uhr
Karten (Preise (€): 15,-/30,-/35,-/48,-/60,-/65,- zzgl. Systemgebühr) und Informationen unter T 02 01 81 22-200 sowie unter www.philharmonie-essen.de.
Anke Meis
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