Unkonventionell sind sie beide. Gerade deshalb passen Patricia Kopatchinskaja (Violine) und Fazıl Say (Klavier) so wunderbar zusammen. Die eine begibt sich meist barfuß auf die Bühne, der andere fällt durch eine markante Gestik am Klavier auf.
Musikalisch gehen beide gerne an Grenzen. Mainstream-Interpretationen sind nicht ihre Sache. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat es vor einigen Monaten so formuliert:
Beide seien „Extrem-Musiker, die sich mit den Grenzen ihrer Instrumente nicht abfinden wollen und so lange wühlen, bis sie dem Gehalt der Töne auf den Grund gegangen sind.“
Für ihre erste gemeinsame CD (erschienen 2009 bei Naive Clas) griffen Kritiker häufig zu Attributen wie „feurig“, „wild“ und „aufwühlend leidenschaftlich“. Die gegenseitige Wertschätzung ist hoch.
„Wenn Fazıl spielt, hört man nicht nur die Musik. Man fühlt sie im ganzen Körper und mit allen Sinnen“, erzählt die gebürtige Moldawierin Patricia Kopatchinskaja. Und der türkischstämmige Fazıl Say betont: „Das ist eine richtige Zusammenarbeit, eine Mischung aus Verständnis und Spontaneität. Wir fühlen die Musik auf dieselbe Art.“
Einig sind sich Pianist und Geigerin aber noch in einem weiteren Punkt, wie Kopatchinskaja in der „Welt“ einmal geäußert hat: „Fazıl hat mir die Augen dafür geöffnet, dass Musik im Moment entsteht – und nicht in der Ewigkeit. Man muss eine eigene Geschichte erzählen und sich nicht wiederholen.
“ Wie sich das anhört, erleben die Philharmonie-Besucher am Sonntag, 23. Oktober 2011 um 11 Uhr im Alfried Krupp Saal. Auf dem Programm steht die Sonate Nr. 2 a-Moll für Violine und Klavier, D 385 von Franz Schubert, die Sonate Nr. 5 F-Dur für Violine und Klavier, op. 24 („Frühlingssonate“) von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms’ Sonate Nr. 3 d-Moll für Violine und Klavier, op. 108 sowie Maurice Ravels „Tzigane“.
Konzert am Sonntag, 23. Oktober 2011 um 11 Uhr im Alfried Krupp Saal
Karten (Einheitspreis (€): 19,- zzgl. Systemgebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200 sowie www.philharmonie-essen.de.
Anke Meis
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