Sobald sich der Organist Jean Guillou dem Spieltisch seines Instrumentes nähert, spürt man etwas von der faszinierenden Aura des 81 Jährigen. Ein Entertainer ist der Franzose gewiss nicht, vielmehr ein unspektakulär auftretender Musiker, der alle Energie in seine Interpretation legt.
Diese Energie allerdings ist bemerkenswert. Seit vielen Jahrzehnten brilliert Guillou als Organist in Kirchen und Konzertsälen, glänzt dabei nicht selten mit seinen Improvisationen. Eine wichtige Rolle spielen aber auch seine eigenen Werke.
Als Komponist schuf er schon in frühen Jahren eine einzigartige, individuelle Musikwelt, die er im Laufe der Jahre weiterentwickelte. „Jean Guillou ist ein Neugieriger, ein Staunender geblieben“, schrieb der Organist und Dirigent Johannes Skudlik in einer Festschrift zum 80. Geburtstag des Franzosen.
Vor allem in seinen neun „Colloques“ wird diese musikalische Neugier deutlich. Guillou setzt hier die Orgel in Beziehung zu anderen, teilweise sogar sehr gegensätzlichen Instrumenten wie Schlagwerk oder Marimbaphon. Er selbst sagt über seine „Kolloquien“:
„Sie stehen für charakteristische Persönlichkeiten, die mit Überzeugung ihre Ideen vortragen, einander widersprechen und sich dennoch gegenseitig beeinflussen.“
Vier der „Colloques“ entstanden für die Besetzung Orgel und Klavier – eines davon präsentiert Guillou gemeinsam mit Johannes Skudlik auch am>um 20 Uhr in der Philharmonie Essen.
Gespannt sein darf man darüber hinaus auf sein neues Werk „REGARD“ für Orgel solo, das Jean Guillou im Auftrag der Alfred und Cläre Pott-Stiftung komponierte. Zudem erklingen Werke von Johann Sebastian Bach/Ferruccio Busoni>Franz Liszt.
Gefördert von der Alfred und Cläre Pott-Stiftung.
Karten (Einheitspreis (€): 19,- zzgl. Systemgebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und im Internet unter www.philharmonie-essen.de.
Uraufführung u.a. am Donnerstag, 6. Oktober 2011 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal
Anke Meis
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