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Konsumartikel oder ideologisches Symbol

Konsumkritische Werke: Josephine Meckseper noch bis zum 24.01.2009 in Münster

Konsumartikel oder ideologisches Symbol, politische Botschaft oder Trendmanifestation – die in New York lebende deutsche Künstlerin stellt in ihren Arbeiten die klassischen Kategorien von High und Low infrage. Meckseper geht es dabei um den Diskurs als inhaltliche Auseinandersetzung mit den Gegensätzen und Absurditäten der globalen Wirtschaftswelt. Dabei versteht sie ihre Arbeit als Kapitalismuskritik mit künstlerischen Mitteln.

Die Methode der in Deutschland geborenen Künstlerin lässt sich als subversiv beschreiben: In einer bourgeois anmutenden Rhetorik des Martialischen gelingt es ihr, das Schillern der Revolte in einem wundersamen Schwebezustand präsent zu halten. Dabei greift ihr Werk Kategorien auf, die über das Readymade hinausgehen, die Warenbedeutung der Objekte transformieren und politische Statements formulieren, die dennoch tagespolitisch unabhängig sind.

In der eindrücklichen Einzelausstellung zeigt Josephine Meckseper in der AZKM eine Serie neuer Arbeiten, die im Frühjahr dieses Jahres Teil einer Ausstellung im Migros-Museum für Gegenwartskunst in Zürich gewesen sind. Die Künstlerin präsentiert in Münster zur Thematik der militärischen Auseinandersetzung über die Verteilung der Lebens-Ressource Öl zwei lebensgroße Nachbildungen von Ölbohrtürmen und einen Bunker, die für die beiden Ausstellungen in Europa entstanden sind.

In der eindringlichen Videoprojektion 0% Down (2008) liefert Meckseper eine subtile Analyse des Moral- und Wertesystems der amerikanischen Gesellschaft. In einer paradoxen Gegenüberstellung von Konsumgütern und Werbemotiven gelingt ihr eine grundlegende Dekonstruktion der politischen Rhetorik im Medium der Werbesprache. Mit dem Video 0% Down, unterlegt mit dem Industrial-Noise-Song Total war von Boyd Rice schafft Meckseper eine Hymne des Industrial Rock, die die Gewalt affirmierende Ästhetik Krieg führender Nationen auf den Punkt bringt.

Josephine Mecksepers Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Ausstellungen, Biennalen und Museumssammlungen vertreten. Das migros museum für Gegenwartskunst in Zürich und die Blaffer Gallery – The Art Museum of the University of Houston haben ihr dieses Jahr Einzelausstellungen gewidmet. Zuletzt waren ihre Arbeiten in der Ausstellung „New Photography: Josephine Meckseper and Mikhael Subotzky“ im MoMA (2008) und in einer Einzelausstellung am Nottingham Contemporary (2009) zu sehen.

2007 hatte Josephine Meckseper ihre erste Retrospektive im Kunstmuseum Stuttgart. 2006 waren ihre Installationen in der  Whitney Biennale, New York, der Royal Academy of Arts in London, der Tate Modern zu sehen.

Die acht in der AZKM gezeigten Exponate vermitteln einen pointierten Einblick in das Werk Josephine Mecksepers. Ungeschönt, dennoch hoch ästhetisch und auf die Essenz reduziert, führt die Ausstellung dem europäischen Betrachter die amerikanische Waren- und Werbewelt vor Augen, die sich vermehrt manipulativ militärischer Symbole bedient.

Dauer der Ausstellung bis zum 24.01.2010

Kontakt

Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster
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Tel. 02 51/ 6 74 46 75
Fax 02 51/ 6 74 46 85

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Sa - So 12 - 18 Uhr

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Links

http://www.muenster.de/stadt/ausstellungshalle/ausstellungen-aktuell.html