Ein besonderes Ereignis im Rahmen der „Kissinger Osterklänge“ verspricht das Gastspiel des Ensembles „Accentus Austria“ unter Leitung von Thomas Wimmer am Palmsonntag, dem 17. April 2011, im Weißen Saal zu werden.
Die „Leçons de Ténèbres“, Musik für die so genannten „Finstermetten“ der Karwoche, des französischen Barockkomponisten François Couperin sind Mittelpunkt eines Konzerts, das nicht nur durch die Literaturauswahl eindrucksvolle Musik in ansprechender Wiedergabe durch ein spezialisiertes Ensemble bietet, sondern durch die Art der Aufführung ein Stück der liturgischen Heimat der Kompositionen in den Konzertsaal mit hinein nimmt.
So wird der Abend, dessen Programm drei weltliche „Sonades“ aus aus Couperins Feder ergänzen, für Musikliebhaber zu einem interessanten musikalischen Erlebnis, das zusätzlich auf Gedanken und Spiritualität der folgenden Karwoche einstimmt.
Die Finster- oder Trauermetten sind Teile des Stundengebets des „sacrum triduum“, der drei heiligen Tage Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Sie werden - nach dem Beginn des achten Responsoriums „Tenebrae factae sunt“ - auch „Tenebrae“ genannt.
Die drei Lesungen der Matutin des Gründonnerstags, die zwischen Mitternacht und Donnerstagfrüh in der dunklen, schmucklosen Kirche gehalten wurde, sind den „Lamentationes Ieremiae“, den Klageliedern des Propheten Jeremias, entnommen.
Besonderheit der Finstermetten war, dass am Altar ein Leuchter mit 15 brennenden Kerzen stand, die an bestimmten Stellen der Lektionen nach und nach gelöscht wurden, bis nur eine übrig blieb. Auch „Accentus Austria“ wird an den vorgesehenen Stellen brennende Kerzen symbolisch löschen.
Couperin komponierte seine drei „Leçons de Ténèbres“ für die Schwestern der Abtei von Longchamp und veröffentlichte sie im Jahr 1714. Mit einem bzw. zwei Solosopranen und Continuo sind sie sparsam besetzt; Couperin verbindet in ihnen seine barocke musikalische Sprache mit der Tradition des gregorianischen Chorals.
Solistinnen sind in der Bad Kissinger Aufführung Betsabée Haas und Olga Pitarch. Die drei Sonades, die die Tenebrae-Lektionen gewissermaßen umrahmen, stammen aus der 1726 veröffentlichten Sammlung „Les Nations – Sonades et Suites de Symphonies“.
Die vier Teile dieser Sammlung, als „Ordres“ bezeichnet und mit Namen versehen, bestehen jeweils aus einer einleitenden Sonade, an die sich eine Suite anschließt.
Ulli Engel (Barockvioline), Michael Posch (Blockflöten), Thomas Wimmer (Viola da gamba), Hubert Hoffmann (Theorbe) und Norbert Zeilberger (Cembalo) spielen die Sonades der Ordres mit den Namen „L’Espagnole“, „La Françoise“ und „La Piémontoise“.
Eintrittskarten sind erhältlich in der Kur- und Tourist-Information, im Alten Rathaus, in der Tourist-Information im Arkadenbau und unter Telefon 0971 8048-444 oder per Email: kissingen-ticket@badkissingen.de
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