Mit Anfang zwanzig avancierte Georg Friedrich Händel binnen kurzer Zeit zu einem Komponisten, der die Konkurrenz mit den renommierten italienischen Kollegen nicht zu scheuen brauchte.
Beigetragen zu diesem Karrieresprung hat auch die Serenata „Aci, Galatea e Polifemo“, die der junge Händel 1708 während eines Neapel-Aufenthaltes komponierte.
Erzählt wird die tragische Liebesgeschichte des Fürstensohnes Aci und der Nymphe Galatea, deren Glück durch den ebenfalls in Galatea verliebten Riesen Polyphem zerstört wird, indem der einäugige Riese seinen Nebenbuhler am Ende mit einem Felsblock erschlägt.
Die mythologische Geschichte gab Händel die Gelegenheit, ein breites Spektrum an Affekten zwischen Tragik, Komik und Idylle musikalisch zu schildern. Er tut dies mit einer bis dahin ungekannten Meisterschaft in der Darstellung seelischer Affekte durch einen hochdifferenzierten Einsatz von Tonarten und Instrumentalfarben.
Qualitäten, die Händels Musik einen nachhaltigen Erfolg sicherten und die für Peter Neumann den besonderen Reiz seiner Musik ausmachen: „In der musikalischen Darstellung menschlicher Gefühle, der Seelenzustände seiner handelnden Personen, ist Händel vielleicht der Größte.
Wer sonst vermag uns so tief zu rühren in Trauer und Klage, Jubel und Lobpreis, Kampfruf, Gebet und Abschied?“ – Ein hinreißender Geniestreich des jungen Händel also, mit dem das Collegium Cartusianum unter der Leitung von Peter Neumann die Reihe „Alte Musik bei Kerzenschein“ fortsetzt.
Die drei anspruchsvollen Solo-Partien werden von drei erstklassigen und speziell in der Barockmusik erfahrenen Solisten interpretiert – von Carolyn Sampson (Aci), Wiebke Lehmkuhl (Galatea) und Wolf Matthias Friedrich (Polifemo). Eröffnet wird der Abend mit Händels Ouvertüre zu „Rinaldo“.
Karten (Einheitspreis (€): 19,- zzgl. Systemgebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und im Internet unter www.philharmonie-essen.de.
Aufführung der Serenata am Sa., 8. Oktober 2011 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal
Anke Meis
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