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österreichischer Film Noir

Kinostart: South - Eine verwobene Raub- und Liebesmär der ungewöhnlichen Art aus Österreich

Ein Banküberfall läuft schief. Ein Mann wird erschossen, ein anderer verletzt, der dritte entkommt schwer verwundet. Eine Spritze setzt er sich gegen den Schmerz. Dann macht er sich zum Flughafen auf. Von Los Angeles geht's nach Oregon und von dort weiter nach New York. Seine Bezahlung will er kassieren. Und dann weg... für immer. Ein typischer Krimi-Plot, hundert Mal erzählt und variiert. Doch das Spielfilmdebüt "South" der Österreicher Joachim Krenn und Gerhard Fillei ist anders. Was schon in der Entstehungsgeschichte begründet liegt. Gut zwölf Jahre haben sie an ihrem Film gearbeitet, mangels Geld musste der Dreh immer wieder eingestellt werden. Die Schauspieler arbeiteten ohne Gagen, die Drehgenehmigung an der New Yorker Central Station - hier findet der furiose Showdown statt - erkaufte man sich mit ein paar Tafeln Schweizer Schokolade.

Das klingt nach Amateurfilm - ist es aber nicht. Die atmosphärisch dichte Independent-Produktion ist vielmehr von eisernem Stilwillen geprägt, dem film noir sowie den Werken von Jim Jarmusch und Christopher Nolans "Memento" verpflichtet. (Anti-)Held Bruce (Matthew Mark Meyer) träumt davon, ein neues Leben zu beginnen, in Südamerika vielleicht, im "Jardin de dios", im "Garten Gottes", der in einem mysteriösen Tagebuch beschrieben wird, das ihm seine Ex-Geliebte Maria (Jimena Hoyos) geschickt hat. Was hat es mit diesen Aufzeichnungen auf sich, wer ist die unbekannte Frau von der sie stammen und warum kann er sich nicht an seine Vergangenheit erinnern? Ein filmisches Puzzlespiel.

Geduld braucht man als Zuschauer, ganz genau hinsehen muss man, sich auf ungewohnte Kameraperspektiven und ein nervzerrendes Sounddesign einlassen. In verwaschenem Schwarzweiß halten Krenn und Jarrod Kloiber ihre Bilder, maschinengewehrschnell, gerne assoziativ sind diese montiert. Dazu kommen Flashbacks und innere Monologe sowie ein Italo-Amerikaner (Sal Giorno könnte einem Scorsese-Film entsprungen sein), der einen heruntergekommenen Klavierladen betreibt, (scheinbar) Ärger mit der Mafia hat - wofür sein Freund büßt - und ein Herz für seine Angestellte Dana (Claudia Vick), die von ihrem Ehemann misshandelt wird. Nicht zu vergessen das FBI, das Bruce auf der Spur ist...

Es ist nicht einfach bei dieser verzwickten, in drei Hauptstränge unterteilten Raub- und Liebesmär den Überblick zu behalten. Die elliptische Erzählweise fordert hohe Konzentration, die Vielzahl der (fast) durchwegs überzeugend agierenden Darsteller muss erst miteinander in Beziehung gesetzt werden. Eine 30-minütigen Kurzfilm über Zufall und Schicksal hatten die beiden Filmemacher 1996 im Sinn als sie ihre Aufnahmen begannen, ein packender, abendfüllender Mix aus Thriller und Love Story ist daraus geworden. geh.

Quelle: www.kino.de

 

Drama - Österreich/USA 2009
105 Min. - Verleih: W-Film
Start: 11.11.2010

 

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