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ein Film von Thomas Arslan

Kinostart: Im Schatten - spannender Film-Noir über den letzten Coup eines Profiverbrechers mit Misel Maticevic

Präzisionsarbeit: Kühl und klar stellt Thomas Arslan den letzten Coup eines Profiverbrechers dar und bringt damit mehr als einen ungemein spannenden Film-Noir auf den Punkt.

3sat und das ZDF haben dieses starke Kriminalstück mit produziert, aber "Im Schatten" ist wahrlich keine Fernsehware, sondern das glatte Gegenteil von "Tatort" & Co. Thomas Arslan, der durch viele genau beobachtete Berlin-Filme von sich reden machte ("Ferien"), taucht in den Asphalt-Dschungel Berlins ein, der ganz ohne typische Konventionen - und jeden Glanz - auskommt. Schnörkellos folgt die Kamera, die düster-augenfällige Bilder jenseits vom Schmuddellook des Sozialrealismus einfängt, dem Profiverbrecher Trojan (Misel Maticevic), der sich auf bewaffnete Raubüberfälle spezialisiert hat. Frisch aus dem Gefängnis entlassen, nimmt er die Arbeit wieder auf, fordert seinen Anteil vom Ex-Partner und will wieder ins Geschäft einsteigen. Doch der einstige Alliierte schickt ihm zwei Killer auf den Hals, denen Trojan nur knapp entwischt und der Coup, den ihm der Planer (Hanns Zischler) empfiehlt, ist undurchführbar. Also kontaktiert er in seiner Not die Juristin Dora (Karoline Eichhorn), die mit ihm und seinem letzten verbliebenen Partner Nico (Rainer Bock) den Überfall auf einen Geldtransport plant. Der korrupte Polizist Meyer (Uwe Bohm) observiert ihn jedoch und kommt hinter das Vorhaben.

Das Auffälligste und Faszinierendste an Arslans straßenkundigem Heist-Movie ist der messerscharfe Stil, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt - genau wie das Figuren-Ensemble, allen voran ein stoischer Maticevic ("Im Angesicht des Verbrechens"). Die millimetergenaue Studie von Bewegungsabläufen erzeugt eine regelrecht hypnotische Dynamik, wenn sie allen fabelhaft untertourig agierenden Personen bei der Arbeit zusieht. Es sind unaufgeregte Professionals, die alle Tricks kennen, ganz besonders der Protagonist. Wie Arslan damit die Strukturen des Gangsterkinos aufdeckt, gewissermaßen ein Organigramm seiner Funktionen anfertigt und es in einer unterkühlten Ästhetik auflöst, hat etwas von Jean-Pierre Melville. Seine Autorenfilm-Reverenz an das Gangster- und Krimikino ist mit Sicherheit das stärkste deutsche Genrewerk seit langem, das pessimistisch und mit kaum vergleichbarem Realitätssog eine freudlose Welt wiedergibt. tk.

 

Quelle: www.kino.de

 

Thriller - Deutschland 2010
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 86 Min. - Verleih: Peripher (Filmagentinnen)
Start: 07.10.2010

 

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