Gesellschaft Freunde der Künste

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Hans-Michael Rehberg und Stephan Schad

Kinostart 7.3.2013: "Leg ihn um. Ein Familienfest" - Schwarze Komödie von Jan Georg Schütte über den Kriegsschauplatz Familie

Der Patriarch und Unternehmer August Manzl ist todkrank, aber auf ein qualvolles Sterben will er nicht warten. Deshalb entwirft der Zyniker einer perfiden Plan: Wer von seinen Kindern ihn ins Jenseits befördert, erbt Firma und Familienvermögen. Schafft es niemand, geht alles an die Kriegsgräberfürsorge. Die abstrusen Ideen der Jungen, den Alten um die Ecke zu bringen, gehen ins Leere. Wie er dann trotz allem zu Tode kommt, ist eine große Überraschung und dem Zufall zu verdanken.

Adieu, Familienkonventionen! Das sagen nicht nur Junge, sondern inzwischen auch Alte, die nach der Aufzucht der undankbaren Brut die Nase voll haben. Bestes Beispiel ist der Patriarch und Unternehmer August Manzl. Er ist todkrank, aber als Selfmademan will er nicht auf ein qualvolles Sterben warten, sondern die Zügel selbst in die Hand nehmen. Da kommt dem Zyniker ein perfider Plan in den Sinn: Warum nicht die Kinder gegeneinander aufhetzen? Wer ihn ins Jenseits befördert, erbt Firma und Familienvermögen. Schafft es niemand dieser unfähigen Mischpoke, geht alles an die Kriegsgräberfürsorge. Für die möglichen Erben - der koksende Hugo, der heimlich schwule Karl und die verklemmte Alleinerziehende Silvia - ist das natürlich eine furchtbare Vorstellung. Sie finden die Idee, den Vater um die Ecke zu bringen zwar nicht toll, aber der Mammon lockt. Es folgen dilettantische Marderfallen im Wald, vergifteter Kartoffelbrei beim abendlichen Dinner und eine Überdosis Sex, um den Exitus zu beschleunigen. Alles Fehlanzeige. Erst als die harmlose Lieblingstochter auftaucht, die nichts mit dem Auswahlverfahren zu tun haben soll, und Familienzusammenführung betreiben möchte, gerät das Prozedere vollends aus dem Ruder.

Vatermord ist hier keine Symbolik, sondern Realität. Mit grimmigen und fast englisch anmutendem Humor schickt Jan Georg Schütte die geldgeilen Erben ins letzte Gefecht, in dem sukzessive die bürgerlichen Masken fallen und mit der Vorstellung von heiler Familienwelt abgerechnet wird. Wie so oft in Film und Wirklichkeit ist Familie nur noch ein emotionaler Kriegsschauplatz, auf dem jahrzehntelange Verletzungen und Liebesentzug gerächt werden. Den Mangel an einer wirklichen Sympathiefigur macht Hans-Michael Rehberg als herrliche Inkarnation der Bösartigkeit wieder wett. Wie er als cooler Strippenzieher den Nachwuchs an der Nase herumführt, das macht Spaß, auch wenn nicht alle Dialoge ins Schwarze treffen. Zwar hat der Rest des Ensembles gegen ihn keine Chance, schlägt sich aber dennoch tapfer, vor allem Oliver Sauer mit Angst vorm Outing und Anne Weber, die ihren Chef insgeheim liebt. Wer den Kotzbrocken letztendlich umlegt und mehr zufällig den Erb-Joker zieht, soll nicht verraten werden, die Überraschung ist jedenfalls perfekt. mk. Quelle: kino.de

Regie: Jan Georg Schütte

Cast: Hans-Michael Rehberg, Oliver Sauer, Stephan Schad

Laufzeit: 105 min.

FSK: 16



Pressestimmen und weitere Links:

Süddeutsche Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/app/service/kino/?action=artikel&id=97397078

 

Aries Images:

http://www.aries-images.de/index.php?option=com_content&view=article&id=88:liu&catid=1:aries


Kino-Zeit:

http://www.kino-zeit.de/filme/leg-ihn-um

 

 

 

Der Film komm am 7.3.2013 in die Kinos. Im Verleih von Aries.