Hans W. Geißendörfer, preisgekrönter Regisseur, Autor, Produzent und Vater der "Lindenstraße" machte sich mit dieser Verfilmung eines eigenen Drehbuchs ein Geschenk zu seinem 70. Geburtstag im April.
Er begibt sich hinein in die Psyche zweier Drogenabhängiger, die weg wollen aus dem provinziellen Bamberg nach Neuseeland in ein neues Leben, dafür aber Geld brauchen. Nachdem ihr Vater Eva des Hauses verweist, als er sie dabei ertappt, einen Scheck zu fälschen, überfällt das Pärchen einen Buchhändler. Der wehrt sich und zieht eine Pistole. Sie erschlägt ihn und flüchtet mit der Waffe, während der Geliebte, Jo, an Ort und Stelle verhaftet wird. In ihrer Not dringt die junge Frau in die Wohnung eines Studienrats ein und nimmt ihn als Geisel. Zwischen dem Lebenserfahrenen Mann und der unerfahrenen Studentin bahnt sich langsam eine väterliche Beziehung an, doch die Polizei ist Eva auf der Spur.
Geißendörfer erzählt drei Geschichten, die Geschichte der kaputten Lehrerehe, die einer Liebe zwischen Vater und Tochter und zwischen Eva und ihrem Freund. Dabei verzahnen sich die Handlungsstränge. Die zufälligen Begegnungen entwickeln eine eigene Dynamik. Die Lovestory der den Drogen Verfallenen wirkt fast magisch, über Distanzen hinweg fühlen sie einander, teilen sich mit. Die perfekten Schnittfolgen in Bild und Ton betonen eine für Außenstehende kaum nachvollziehbare Intimität. Die Musik unterstreicht Emotionen und Stimmungen der Protagonisten, Anna Maria Mühes Figur mit starkem Lebenswillen und Max von Thuns mit seelischer Verwundung. Ihm nimmt man diese besondere, von einer fast altmodischer Reinheit und großem Vertrauen geprägten grenzenlosen Liebe ab, nicht aber den kalten Entzug, der in seiner ganzen Härte vielleicht auch nicht auf der Leinwand gezeigt werden kann. Die sich immer mehr überstürzende und nicht von Logik getriebene Handlung stört das fragile Gefüge des anfänglich fein angelegten Dramas. Der Titel "In der Welt habt ihr Angst" bezieht sich auf eine Bach-Kantate, bar jeder Hoffnung haben die zwei am Ende die Angst besiegt. mk. Quelle: www.kino.de
Drama - Deutschland 2010
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 108 Min. - Verleih: Movienet (24 Bilder)
Start: 03.03.2011
Movienet Film GmbH • Rosenheimer Straße 52 • D-81669 München
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