Der stille Poet Martin jobbt sich durchs Leben und träumt von seinem Fantasy-Theaterstück, das in seiner Schreibtischschublade steckt. Dort entdeckt es die engagierte Aktivistin Isabel und entfacht damit seinen Ehrgeiz: Während Bühnenbild und Proben langsam Gestalt annehmen, entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft. Aber erst, als Isabel für längere Zeit zu einem Hilfsprojekt nach Afrika reist, gesteht ihr Martin im letzten Moment seine Liebe - und löst einen turbulenten Tag aus, bei dem sich beide verlieren, bis nur drei gemeinsame Stunden bleiben.
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Hat er mit seinem Kurzfilm "Daniels Asche" bereits Preise und Herzen gesammelt, dürfte Kunz das mit seiner HFF-Abschlussarbeit ebenfalls spielend gelingen. Sein im ganz eigenen Independent-Stil gehaltenes Debüt ist eine witzige Romcom mit liebenswert-skurrilem Ensemble. Die Lovestory bricht mit künstlerischer Ambition eine Lanze für hoffnungslose Romantiker und porträtiert eine Generation und ihre Träume auf hinreißende Weise.
Um zwei füreinander Bestimmte zusammenzubringen, braucht es die Tatkraft einer ganzen Theatergruppe plus Gott persönlich, was sowohl an die Tradition eines Ernst Lubitsch, Linklaters "Before Sunrise", als auch das Regional-Mirakel "Wer früher stirbt, ist länger tot" anknüpft. Beide sind um die Dreißig, der stille Poet Martin (Nicholas Reinke, "Buddenbrooks") und die anstrengende Weltverbesserin Isabel (Claudia Eisinger aus "Blutzbrüdaz"), die auf einer Party sein Fantasy-Theaterstück entdeckt und ihn animiert, es zu realisieren. Bis Träume verwirklicht werden und sich beide ihre Gefühle eingestehen, steht die engagierte Aktivistin vor der Abreise nach Afrika, erteilt seinem Liebesgeständnis eine Absage und stürzt den angehenden Theaterregisseur in eine depressive Weltflucht. Dann wird der Flug um einen Tag verschoben. Bis sich beide nach einer ausgiebigen Suchaktion durch alle Freunde und Verwandte endlich finden, bleiben ihnen nur noch die titelgebenden drei Stunden.
Mag zunächst nicht jede Pointe passen, je länger "Drei Stunden" läuft, desto wunderbarer wirkt die Lost&Found-Dramaturgie. Der im sonnigen München spielende Film erzählt viel über das Lebensgefühl einer Generation und die Geschlechter und betört mit zarter Musik von "Rosalie und Wanda", die verträumt-sinnierende bis melancholische Stimmungen der Protagonisten einfängt.
Überforderte Figuren verbreiten durch ihre Menschlichkeit gute Laune und wachsen ans Herz. Selten war eine Komödie näher an Leben und Stadt dran. Zugleich nutzt das augenzwinkernde Märchen einen Schuss Fantasy, wenn sich Martin mit einem legeren Gott (Dietrich Hollinderbäumer als lässiger Impresario) zum Zwiegespräch auf ein Bier trifft und zu seinem Glück geschubst werden muss. Der Tonfall aus witzig-originellen Dialogen, nächtlicher Spontan-Hochzeit in sternklarer Nacht über der Isar sowie einer Theaterkunst à la Michael Ende fällt so unverwechselbar wie unwiderstehlich aus. tk. Quelle: kino.de
Regie: Boris Kunz
Cast: Nicholas Reinke, Claudia Eisinger, Peter Nitzsche
Laufzeit: 101 min.
FSK: o.A.
Pressestimmen und weitere Links:
Offizielle Homepage:
http://www.dreistunden-derfilm.de/
Focus:
http://www.focus.de/kultur/kino_tv/film-drei-stunden-zum-finden-der-liebe_aid_1050162.html
FR:
Kaissar Film:
http://kaissar-film.com/projekte/drei-stunden/
Der Film kommt am 25.7.2013 ins Kino. Im Verleih von NFP.


Boris Kunz' im ganz eigenen Independent-Stil gehaltener Erstling ist eine witzige Romcom mit liebenswert-skurrilem Ensemble. Bild 1-4 (c) NFP


