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Zsolt Bács wendungsreicher Mysterythriller

Kinostart 18.10.2012: Das Kind - Eric Roberts, Ben Becker und Christian Träumer brillieren in der Verfilmung von Sebastian Fitzeks gleichnamigen Bestseller

Der seit dem Tod seines kleinen Sohns depressive Staranwalt Robert Stern traut seinen Ohren nicht, als der im finalen Stadium krebskranke zehnjährige Simon ihm eröffnet, ein reinkarnierter Serienkiller zu sein. Seit einer Rückführungstherapie befallen ihn Mordvisionen und mit Hilfe seiner Krankenpflegerin präsentiert er dem verdutzten Strafverteidiger tatsächlich eine Leiche, die vor fünfzehn Jahren erschlagen wurde. Als ein wahnsinniger Killer Stern unter Druck setzt, das Geheimnis der Mordserie zu ergründen, gerät das Trio selbst ins Visier der Polizei.


Saftiges Crime-Paket, das alle Spannungsregister zwischen Mysterykrimi und Psychothriller zieht und mit seiner deutschen Besetzung erstaunt.

Sämtliche Bestseller von Sebastian Fitzek, dem Berliner Star am internationalen (Psycho-)Thrillerhimmel ("Die Therapie"), sollen in naher Zukunft verfilmt werden - als unschlagbares Argument dient eine Gesamtauflage von drei Millionen. Den Auftakt macht Fitzeks dritter Erfolg, der 2008 erschienene gleichnamige Thriller, der erstmals mehr Mystery als Psychologie enthält und von Zsolt Bács ("Esperanza") als wendungsreiche, dem Pulp und der Komik nicht abgeneigte Schnitzeljagd durch Berlin dargeboten wird.

Die Ausgangsidee ist ein perfekter Pitch, in dem sich Simon, ein zehnjähriger Krebspatient (Christian Träumer), dem die Ärzte nur noch ein paar Tage geben, nach einer Hypnosesitzung als Reinkarnation eines Serienkillers vorstellt. Julia Roberts' durch B-Pictures bekannter Bruder Eric fängt als Staranwalt Robert Stern an daran zu glauben, als ihn Simon mit Hilfe seiner Krankenpflegerin Carina zu einer Leiche führt.

Hinter dem esoterischen Anstrich verbergen sich am Ende zwar rationale Erklärungen, davor aber darf unter Hochdruck gerätselt werden, denn Bács übernimmt sämtliche Twists des exzessiv manipulativen Pageturners zu einer absurden Konstruktion, die aber lustvoll und mit Verve zu einer langen Reise ans Ende der Nacht aufbricht: Da erpresst ein unbekannter Drohanrufer Stern, verspricht ihm Kontakt zu seinem am plötzlichen Kindstod verstorbenen Sohn, während sich Simons Visionen zu Rachemorden gegen einen Kinderschänderring verdichten und das Trio von einem wahnsinnigen Killer zur Flucht vor der Polizei (Bond-Handlanger Clemens Schick als Noir-Detektiv) genötigt wird. Kiez-Brutalo Borchert (Ben Becker herrlich als komisch-brutaler Sidekick) begleitet sie in die Unterwelt Berlins wo diverse Überraschungen auf sie warten.

Daraus gerinnt - trotz solcher Themen wie Pädophilie und Serienkiller - ein alles andere als bitterernstes, mitunter überambitioniertes Spannungswerk, das seine Figuren permanent auf Trab hält und so viele Haken schlägt, dass es oft haarsträubend, aber niemals langweilig ausfällt. Die Leichen stapeln sich in dem mit flapsigen Sprüchen gesäumten Thriller, dessen mitunter artifizieller Noir-Stil der Überraschung, nicht der Logik verpflichtet ist. Auftritte wie der von Komikerlegende Dieter Hallervorden als perversen Kinderschänder liefern nicht den einzigen bizarren Coup eines stets unterhaltsamen Who-Dun-It ab. tk. Quelle: kino.de

 

Regie: Zsolt Bács

Cast: Christian Traeumer, Eric Roberts, Ben Becker

Laufzeit: 118 min.

FSK: ab 16 Jahre

 

Weitere Links:

Offizielle Homepage:

http://daskind-film.de/index.php?v=previews

Moviepilot:

http://www.moviepilot.de/movies/das-kind--2

Kriminalakte:

http://kriminalakte.wordpress.com/2012/10/18/neu-im-kinofilmkritik-die-sebastian-fitzek-verfilmung-das-kind/

 

 

Der Film läuft seit dem 18.10. 2012 in den Kinos. Im Verleih von Drei-Freunde.