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kreative Produktion aus peru

Kinostart 14.10.: Im Oktober werden Wunder wahr - Preisgekrönte tragikomische Geschichte über einen verschlossenen Pfandleiher

Preisgekrönte tragikomische Geschichte über einen verschlossenen Pfandleiher, der plötzlich das wahre Leben und ehrliche Emotionen kennen lernt.

Es tut sich filmisch was in Peru: Nach dem Berlinale-Sieger "Eine Perle Ewigkeit" kommt mit Daniel und Diego Vegas "Im Oktober werden Wunder wahr" (Jury-Preis der Sektion Certain Regard) ein neuer Film aus dem südamerikanischen Land, das trotz schwieriger Produktionsbedingungen immer wieder kreative Talente hervorbringt. Der Titel bezieht sich auf den "purpurnen" Monat Oktober, der in Lima eine religiöse und historische Bedeutung hat und mit seinen Prozessionen den Rahmen für das Schicksal kleiner Leute bildet:

Da ist der seelisch verkümmerte Pfandleiher, ein Pfennigfuchser und Pedant, der sich als einzigen Luxus regelmäßige Besuche bei Prostituierten erlaubt, und eines Abends ein wimmerndes Baby in seiner Wohnung findet. Völlig überfordert von Windelwechseln und Wehgeschrei holt er die gläubige Nachbarin zur Hilfe, die schon lange ein Auge auf ihn geworfen hat und macht sich auf die Suche nach der Mutter. Erstmals vernachlässigt er seinen Job und ein ihm untergejubelter falscher Geldschein kompliziert die sowieso schon schwierige Situation, kratzt an seiner Reputation. Als dann auch noch ein älterer Mann, dessen Erspartes er verwaltet, mit seiner aus dem Krankenhaus entführten Lebensgefährtin die Bude bevölkert, verliert der jeglicher Veränderung abholde Mann die Sicherheit. Sein in allen Bereichen des Lebens geltendes ökonomisches Prinzip nur etwas zu bekommen, wenn man dafür zahlt, gerät ins Wanken.

Die Sparsamkeit der Erzählung, die Wortkargheit der spröden Figuren und der absurde und sehr schwarze Humor erinnern an die Vorbilder des Regie-Duos Diego und Daniel Vega, Aki Kaurismäki und Jim Jarmusch, und das junge uruguayische und argentinische Kino wie Juan Pablo Rebellas minimalistischer "Whisky" oder Rodrigo Morenos Langfilmdebüt "Der Leibwächter". Die Symmetrie der Bilder unterstreicht die emotionale Starre der Hauptfigur, begleitet von chromatischen Farben als Zeichen einer undefinierbaren Traurigkeit. Einsamkeit und Verzweiflung bilden den roten Handlungsfaden, auch wenn ein Hauch von Glück am Ende winkt und vielleicht im ganz normalen Alltag Wunder wahr werden. mk.

Quelle: www.kino.de

Drama - Peru 2010
93 Min. - Verleih: Neue Visionen
Start: 14.10.2010