Mia Wasikowska, geboren 1989 im australischen Canberra, gehört zu den gefragtesten Nachwuchsstars dieser Tage. Für ihr junges Alter kann sie bereits auf eine erstaunliche Filmographie zurückblicken und steht im „Forbes“-Ranking der zugkräftigsten Hollywoodstars auf Platz 2 hinter Leonardo Di Caprio und noch vor Johnny Depp.
Ab 1. Dezember ist sie als Jane Eyre in der gefeierten Neuverfilmung des gleichnamigen Romanklassikers von Charlotte Brontë in den Kinos zu sehen.
Der ganz große Durchbruch gelang Mia mit 19 Jahren, als sie für die Rolle der Alice in „Alice im Wunderland“ vorsprach. Ganze vier Mal flog sie aus ihrem heimischen Canberra nach London, um Regisseur Tim Burton von sich zu überzeugen. „Sie hatte einfach die emotionale Willenskraft, die ich suchte“, schwärmt Burton von ihr.
Seitdem kann sie sich vor attraktiven Rollenangeboten kaum retten und so brillierte sie in den letzten Jahren in einer Vielzahl von Filmen, die die ganze Bandbreite ihres Könnens unter Beweis stellen: Im Kriegsdrama „Defiance – Unbeugsam“ (2008) an der Seite von Daniel Craig beispielsweise oder als Tochter von Julianne Moore und Annette Benning in dem Arthouse-Hit „The Kids Are All Right“ (2010).
Überhaupt scheint sich die junge Australierin besonders für Rollen in anspruchsvollen Independentfilmen begeistern zu können. Mit Sicherheit ist dies auch darauf zurückzuführen, dass ihre Eltern, beide professionelle Fotografen, große Cineasten sind und Mia schon früh für europäische Filmkunst zu begeistern wussten.
„Die Intensität dieser Werke verstörte uns Kinder manchmal, aber wir lernten ganz früh, was echte Filmkunst ist, von Jan Svankmajer bis Gus Van Sant.“ erzählte Mia kürzlich in einem Interview mit der Madame.
Mit einem ihrer Regie-Idole durfte sie auch bereits zusammenarbeiten. Für das Coming-of-Age Drama „Restless“ (2011) engagierte sie Kultregisseur Gus Van Sant für eine besonders herausfordernde Hauptrolle als todkrankes, ziemlich labiles Mädchen, das sich unsterblich verliebt.
Bei so schwerer Kost ist es wichtig, immer von liebenden Menschen umgeben zu sein und so reist die junge Australierin regelmäßig in die Heimat zu ihrer Familie. Dort kann sie sich vom Trubel Hollywoods erholen und ihre Eindrücke verarbeiten. „Ich wurde von jetzt auf gleich in andere Sphären geschleudert.“ beschreibt Mia ihre Eindrücke als gefeierte Newcomerin.
Ihr gelang der Sprung in die A-Liga ohne Umweg, ohne je ein Teenie-Star gewesen zu sein. 2006 erhielt sie gleich mit ihrem Spielfilmdebüt „Suburban Mayhem“ eine Nominierung als beste Nachwuchsdarstellerin bei Australiens wichtigstem Filmpreis.
Doch bevor sie ihre Begeisterung für die Schauspielerei entdeckte, tanzte sie sich als Primaballerina in die Herzen des Publikums. Als Kind war Sie verrückt nach Ballett und trainierte bis zu 35 Stunden die Woche.
Heute widmet sie sich mit derselben Leidenschaft ihrer eigentlichen Berufung, ohne je eine Schauspielschule besucht oder ein Studium begonnen zu haben. „Ich lerne so natürlich auch viel, aber es ist eben ein ganz anderer Einstieg ins Erwachsenenleben, als wenn ich die Uni besucht und dort meine Erfahrungen gesammelt hätte.“
Mit der Hauptrolle in „Jane Eyre“ ging ein Traum für die Australierin in Erfüllung. Als sie den weltberühmten Roman von Charlotte Brontë das erste Mal las, fragte sie gleich ihren Agenten, ob irgendjemand eine Verfilmung plane. Wenig später bekam sie das Drehbuch zu „Jane Eyre“.
Regietalent Cary Fukunaga hielt die schüchtern und zurückhaltend wirkende Darstellerin für die Idealbesetzung und bewies damit ein gutes Gespür. Die Kritiker sind sich jedenfalls einig: Mia Wasikowska ist nicht nur die jüngste, sondern auch die beste Jane Eyre, die es je gab.
Regie-Shootingstar Cary Fukunaga, dessen Erstling „Sin Nombre“ für Furore sorgte, bringt Charlotte Brontës berühmten viktorianischen Liebesroman JANE EYRE frisch und aufregend auf die Leinwand.
Neben Oscar-Preisträgerin Judi Dench und Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins unterstützten ihn dabei zwei der heißesten Newcomer des internationalen Kinos: „Alice im Wunderland“-Hauptdarstellerin Mia Wasikowska und Michael Fassbender, der in Quentin Tarantinos Mega-Hit „Inglourious Basterds“ begeisterte und kürzlich bei den Filmfestspielen von Venedig als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.
JANE EYRES neues Gesicht:
Die Besetzung der Hauptrollen
„Ich hätte JANE EYRE nicht ohne die richtige Hauptdarstellerin gemacht. Dies
ist keine Rolle, in die man jemanden hineinpressen kann. Cary und ich wollten
jemanden haben, der sich in die Figur einfühlen kann und der auch vom Alter
her zu der Jane aus dem Roman passt.“, erklärt Produzentin Alison Owen:
„JANE EYRE´s Thema ist die Adoleszenz.
In den Szenen, die in Thornfield spielen, ist Jane 18 Jahre alt. In ihr erwachen Gefühle, von denen sie vorher gar nicht wusste, dass sie existieren. Manche sind sexueller Natur, andere rein emotional. In vielen der früheren Filme ist die Rolle der Jane älter besetzt.
Manche der Schauspielerinnen sind wundervoll, aber sie sind eben einfach
eher Frauen als Mädchen.“ Mia Wasikowska war im richtigen Alter und befand sich auch genau am richtigen Punkt in ihrer Karriere: bereit, eine große Hauptrolle zu übernehmen.
Owen erinnert sich: „Mia stach gleich hervor. Es gibt viele ganz fantastische
junge Schauspielerinnen, gar kein Zweifel. Aber Mia ist geradezu für diese
Rolle geboren: Sie verkörpert diese Figur nicht nur voll und ganz, sie setzt auch
einen neuen Standard für die Rolle.“
Es war wohl auch Schicksal im Spiel. Es zeugt von der anhaltenden Faszination
des Romans, dass Wasikowska das Buch ohnehin von sich aus las und schon
nach ein paar Kapiteln bei ihrer Agentin anfragte, ob gerade ein Drehbuch zirkuliere oder ein Projekt in Planung sei.
Wasikowska: „Ich wusste, dass dies eine unglaublich gute Rolle sein würde. Sie schrieb mir eine E-Mail zurück: Nein, zurzeit nicht, es hätte wohl mal ein Skript gegeben, aber das sei lange her. Doch nur ein paar Wochen später hörte ich von ihr, dass es tatsächlich einen Film geben würde.
Sie schickte mir das Drehbuch und sagte mir außerdem, dass sich der
Regisseur unbedingt mit mir treffen wolle.“ Bei ihrem ersten Treffen verstanden sich die beiden auf Anhieb. Wasikowska sagt: „Ich bin Cary zuerst im November 2009 begegnet. Wir haben einen ganzen Tag lang damit verbracht, über die Figur zu sprechen.
Wir merkten, dass wir sehr ähnliche Vorstellungen davon hatten, was sie wohl durchmachte. Wir sprachen über Kraft und Stärke und über das, was man erleidet, wenn man in jemanden verliebt ist.“ Wasikowska weiter: „Für mich ist es eine Ehre, Jane spielen zu können.
Was ich an ihr liebe ist, dass es ihr trotz all der Nöte, die sie
in ihrem Leben auszustehen hat, nie an Selbstachtung fehlt. Sie verfolgt ihre
Ziele mit einer unglaublichen Willenskraft. Ich glaube, das muss man bei
Menschen allgemein und bei Frauen ganz besonders im Hinterkopf behalten:
es ist wichtig das zu tun, was einen als Person erfüllt, anstatt den einfachen
Weg zu gehen und es sich einfach nur bequem in seinem Leben einzurichten.“
Fukunaga kommentiert: „Mia hat nicht nur ihr unglaubliches Talent mitgebracht,
sondern auch so viele Ideen für die Rolle. Für sie ging es immer nur darum, was
der Rolle nützt. Sie war bereit, alles zu geben.“
Zur Vorbereitung sammelte Wasikowska einiges an Bildmaterial: „Ich wollte ein Bild von Jane in meinem Kopf formen. Ich schaute mir ganz viele Fotos und
Bilder aus der Zeit an - zum Beispiel, welche Körperhaltungen die Leute einnahmen.
Ich habe auch den Roman noch einmal gelesen, um die Momente zu
finden, die für Jane besonders wichtig sind und die mir helfen würden zu verstehen, wer sie war und was sie in bestimmten Situationen gedacht haben muss.“
„Es gab sehr viele Szenen zu spielen, die emotionale Herausforderungen bedeuteten und daher sehr intensiv waren - noch dazu in einer Sprache, die wir heute so nicht mehr benutzen. Der Trick ist, das Gefühl richtig hinzubekommen, dann fühlt man sich auch wohl damit, die Worte auszusprechen.
Ein Satz wie ,Ich spreche nicht durch sterblich Fleisch zu dir' ist poetisch und
sehr bildhaft, aber ich muss ihn auch echt klingen lassen.“ So emotional wie die Hauptrollen angelegt sind, war es extrem wichtig, dass zwischen den Darstellern von Jane und Rochester die Chemie stimmt - nur so wirkt die stürmische Beziehung der beiden, die gleichermaßen von Selbstbeherrschung wie von Leidenschaft geprägt ist, glaubhaft.
Owen bemerkt: „Es geht in dieser Beziehung auch um die Anziehung zwischen dem braven Mädchen und dem bösen Jungen.“ Owen lobt ihre Darsteller: „Mia
Wasikowska und Michael Fassbender spielen das einfach wundervoll. Es ist zart, romantisch, sexy und aufregend - es funkt richtig zwischen den beiden.“ Fukunaga fügt noch hinzu:
„Ich bin kein hochemotionaler Mensch, aber es gibt einige starke Szenen zwischen Mia und Michael, die mich wirklich zu Tränen gerührt haben. Ich kann nur hoffen, dass es dem Publikum ähnlich geht. Man fühlt die Verzweiflung und die Not der beiden Figuren.“
Fukunaga weiter: „Bei meinem allerersten Treffen mit Alison und Moira fiel Michaels Name als erster. Ich fand seine Darstellung des Bobby Sands in HUNGER unglaublich intensiv; ich wollte ihn unbedingt als Rochester haben.“
Owen schwärmt von Fassbender als einem „vollkommenen Schauspieler. Ich kenne auch keinen anderen, der eine so sexuelle Ausstrahlung hat wie Michael. Das kann man beides in FISH TANK sehen. Ich gehe jede Wette ein, dass man nach diesem Film ihn vor Augen hat, wenn man sich Rochester vorstellt.“
Michael Fassbender hatte Fukunagas SIN NOMBRE gesehen und war
begeistert: „Ich war mir sicher, dass Cary dem britischen Klassiker einen
neuen Dreh geben würde. Ich weiß gar nicht, ob er sich im Klaren darüber ist,
wie oft Jane Eyre schon für Kino und Fernsehen verfilmt worden ist. Aber er
ist unerschrocken und ich glaube, das ist genau die Eigenschaft, die hier
gebraucht wurde.“
Fassbender fühlte sich zu seiner Filmfigur hingezogen. „Gerade seine schroffe,
düstere Art macht es zu einer Herausforderung, sich seiner anzunehmen.
Das ist ja keine simple Liebesgeschichte. Ich spiele Rochester in erster Linie
als den Helden eines romantischen Melodrams. Er ist ein Zyniker, aber er ist
auch sensibel und hat ein gutes Herz.
Er weiß um seine Gefühle, hat Humor.
Er ist viel gereist und auf seinen Reisen sind ihm Dinge widerfahren, die ihn
geprägt haben.“ Fassbender stürzte sich auch auf die Vorgeschichte seiner
Figur: „Rochester wurde verletzt.
Er war noch so jung als er nach Jamaika ging und sein Leben wurde aus der Bahn geworfen. Ich glaube, er wäre auch ohne großen Wohlstand glücklich geworden, aber sein Vater sagte: ,Du gehst und heiratest diese Frau, denn dann bist du versorgt'.“
Fassbender weiter: „Rochester ist jemand, der so gar nicht zu den Vorurteilen
des Adels neigt. Ihm ist es egal, ob er Grenzen überschreitet, weil er soziale
Trennlinien nicht anerkennt. Ihm ist es egal, dass Jane eine Gouvernante ist und dass seine Beziehung zu ihr bei seinesgleichen Kopfschütteln auslöst.“
Der Schauspieler sieht die Beziehung als „Rochesters allerletzte Hoffnung.
Er nimmt Jane als einziger wirklich wahr, während sie für alle anderen praktisch
Luft ist. Sie inspiriert ihn. Sie führt ihn zu einem Punkt in seinem Leben zurück,
als er ein besserer Mensch war und noch nicht so zynisch. Als Jane ihm nicht
mit der üblichen Demut begegnet, fordert ihn das heraus.
Er sieht ein echtes Feuer in ihr brennen, das sie immer unterdrückt hat. Das fasziniert ihn. Das Publikum soll fühlen, dass diese beiden Menschen einander heilen und einander stärken können.“
Weil die Geschichte wahrlich keine ist, die direkt auf ein Happy End zusteuert,
ging es beiden Hauptdarstellern darum, das Zusammenspiel ihrer Figuren nicht
mit Sentimentalitäten zu füllen. Wasikowska erzählt begeistert: „Michael hat mich am Set immer wieder überrascht.
Ich kam schon ganz aufgeregt dort an, weil es so spannend war zu sehen, was er tun würde und wie er es tun würde. Von ihm geht eine unglaubliche Kraft aus und sein Blick kann einen regelrecht durchbohren.
Wenn ich mit ihm zusammenspielte, konnte ich voll und ganz glauben, dass
er und seine Figur tatsächlich eins waren.“ Aber auch Fassbender war umgekehrt von Wasikowska überrascht: „Mia kommt vom Tanztheater und dort geht es sehr diszipliniert und reglementiert zu.
Diese Disziplin hat sie auf die Schauspielerei übertragen. Sie ist so facettenreich
und wirkt dabei schon so reif. Mia ist viel bodenständiger und vernünftiger,
als ich es jemals sein werde. Sie gibt jedes Mal alles für ihre Rolle, aber
am meisten beeindruckt mich, wie sehr sie mit sich im Reinen ist.
PRODUKTIONSNOTIZEN
Ein Wiedersehen mit Thornfield:
Wie das Team zusammen fand
Charlotte Brontë nannte ihre Romanheldin Jane Eyre „genauso unauffällig und
klein wie ich selbst“. Zuviel der Bescheidenheit: Die Geschichte der Jane Eyre,
eine der faszinierendsten Frauengestalten der englischen Literatur, hat immer
wieder Generationen neuer Leser gefunden und Autoren beeinflusst:
Seit über 160 Jahren gehört Charlotte Brontës Roman zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Es gehört in vielen Ländern zur Schullektüre und ist im Lauf der Zeit wohl in jede lebende Sprache der Welt übersetzt worden.
Seit über einem Jahrhundert ist der 1847 erstmals erschienene Roman auch ein
Stoff für das Kino und später für das Fernsehen: Es gibt nicht weniger als 18
Kinofilme - der erste stammt bereits von 1910, der bislang letzte von 1996 - und
neun Fernsehfassungen.
Das Team, das sich nun an die neueste Version von Jane Eyre machte, hatte das erklärte Ziel, das Werk für ein weltweites Kinopublikum aufzubereiten, dabei aber dem Geist des Romans treu zu bleiben.
Produzentin Alison Owen, für ELIZABETH Oscar-nominiert sowie Gewinnerin
eines Emmy Awards, sieht es so: „Fragt man jemanden, was für ihn die definitive Jane Eyre-Verfilmung ist, kriegt man meistens keine eindeutige Antwort. Ich habe ja nun schon einige Literaturverfilmungen gemacht und mich irgendwann gefragt: Warum eigentlich nicht Jane Eyre?“
„Unsere Firma hat sich den Ruf erworben, bekannte literarische Stoffe erfolgreich für die Leinwand und den Bildschirm umzusetzen“, fügt Produzent Paul Trijbits hinzu: „Dass wir uns nun an Brontë wagen, ist als weiterer Schritt nur konsequent.
Dies ist ein Roman, von dem wir wissen, dass er viele begeisterte Anhänger hat
und der Verantwortung gerecht zu werden, die das mit sich bringt, war immer
eines unser Anliegen. Wir wollten mit unserem Film die gültige Interpretation für
das 21. Jahrhundert abliefern, dabei aber natürlich die düster-romantische
Atmosphäre und die Schönheit des Buches beibehalten.“
Owens und Trijbits Firma Ruby Film & Television stellten ihr Projekt bei BBC Films
vor, einem der wichtigsten britischen Filmfinanziers und begannen mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit. Owen fügt hinzu: „Das Timing stimmt einfach.
Bei Charlotte Brontë, die immer als die ,düstere' der drei Brontë-Schwestern galt, passiert jetzt das, was Jane Austen vor 20 Jahren wiederfahren ist: Es findet eine richtige Neuentdeckung statt.“
Owen weiter: „Als Produzent spreche ich immer regelmäßig mit unseren
Drehbuchautoren, und gerade als ich begonnen hatte, mich mit Jane Eyre zu
beschäftigen, traf ich mich mit Moira Buffini. Eher zufällig erwähnte ich das Buch
und es stellte sich heraus, dass Jane Eyre zu ihren absoluten Lieblingen gehörte.“
Buffini ließ sich die Chance, das Buch zu adaptieren, nicht entgehen und zusammen mit Owen legte sie schnell die Grundzüge ihrer Neufassung fürs Kino fest. Sie wussten, dass ihre Version sich von den vorigen klar unterscheiden müsste, und so entwickelte Buffini die Idee, die Elemente des Schauerromans in der Geschichte stärker als sonst herauszuarbeiten; bei ihr sollten sie die Handlung richtig vorantreiben.
„Moira wollte es düster und gruselig haben und das Ganze als ungeheuer
romantische Reise anlegen. Ich war ganz ihrer Meinung“, erinnert sich Owen.
Je weiter die Arbeit an einer Zwei-Stunden-Fassung fürs Kino fortschritt, desto
größer wurde Owens Bewunderung für seine Drehbuchautorin: „Moiras Skript ist genial strukturiert.
Das Buch ist ja in vielerlei Beziehung problematisch, wenn man
es als Filmvorlage nimmt. Natürlich erinnert sich jeder an die Szenen aus Janes
Kindheit und aus ihrer Zeit als Gouvernante auf Thornfield, als sie sich in Mr.
Rochester verliebt und schließlich an ihre Flucht.“ sagt Owen: „An dieser Stelle
aber tauchen plötzlich lauter neue Figuren auf, die ganze Familie Rivers.
In einem Roman kann man das machen, aber in einem Film nach zwei Dritteln der Laufzeit, wird das schwierig. Moiras Lösung war es eben nicht, diesen Teil stark abzukürzen oder gleich ganz zu streichen, wie das in früheren Filmen gemacht wurde.
Sie hat diesen Teil der Geschichte stattdessen an den Anfang gestellt und die früheren Szenen mit Jane in Lowood und auf Thornfield als Rückblenden behandelt. So holen wir Janes Geschichte in der Mitte des dritten Aktes schließlich ein und so verstärkt sich nur noch die emotionale Kraft der Geschichte, wenn wir Jane sozusagen in Echtzeit durch das begleiten, was sie am Schluss erlebt.“
Buffini fügt hinzu: „Ich hoffe, dass sich die vielen Liebhaber des Buches von meiner Idee überzeugen lassen. Wir weichen zwar von der Struktur des Originals ab, aber dennoch enthält unsere Fassung alle Schlüsselszenen von Janes Geschichte.
Den Film sollen auch alle genießen können, die hier zum ersten Mal auf die Geschichte stoßen; ich denke, sie können Jane umso besser verstehen und sich mit ihr identifizieren.
JANE EYRE (Ab 1. Dezember im Kino) www.JaneEyre.de

