Kinder und Jugendliche surfen im Internet und können zwischen unzähligen Fernsehprogrammen wählen, ständig sind sie von den neuen Medien umgeben. Das Buch gerät dabei schnell in den Hintergrund. Autoren und Verlage nehmen die Leipziger Buchmesse zum Anlass, sich stärker in sozialen Brennpunkten zu engagieren, so auch im Leipziger Osten. Vom 17. bis 20. März 2011 finden hier zahlreiche Lesungen in Schulen und Kindertagesstätten statt.
„Das Interesse und das Engagement der Verlage und ihrer Autoren ist uns sehr wichtig. Die frühkindliche und schulische Bildung zu fördern gehört zu unseren Hauptanliegen. Können die Kinder nicht zu uns auf die Messe kommen, setzen wir alles daran, die Bücher zu den Kindern zu bringen“, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse.
Einige der Titel, die präsentiert werden, sind mehrsprachig. So findet beispielsweise am 17. März von 9.00 bis 10.00 Uhr in der Evangelischen Integrativen Kindertagesstätte „Kinderinsel EMMAUS“ die Lesung statt „Wer ruft denn da? - Ein mehrsprachiges Buch über Tierstimmen“. Eine Stunde später heißt es in der Wilhelm-Wander-Schule „Wie pinkelt eigentlich ein Huhn?“, geschrieben von der Autorin Sabine Busche. Beide Lesungen sind den Kindern dieser Veranstaltungsorte vorbehalten.
Beteiligt ist auch das „flakes corner“, ein neues Frühstückscafé für Kinder. „Am 5. März eröffnen wir in der Konradstraße 69 unser Lesecafé für Kinder“, sagt Karin Fahnert, Projektleiterin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende im Verein Leipziger Kinder- und Familienförderung e. V. „Wir freuen uns sehr darauf, schon wenige Tage später erstmals Veranstaltungsort für ‚Leipzig liest’ zu sein. Gerade im Leipziger Osten, wo viele Kinder in bildungsbenachteiligten Elternhäusern aufwachsen, ist es wichtig, Angebote zum besseren Zugang zu Sprache, Buch und Literatur zu schaffen.“
Ein fester Partner und seit fünf Jahren ein Buchmesse-Leseort ist die DAA-Medienwerkstatt am Torgauer Platz. Bruno Lejsek, Sozialarbeiter in der Medienwerkstatt, berichtet: „Durch Kooperationen mit Schulen hier im Stadtteil können wir unsere Buchmesse-Aktivität kontinuierlich ausbauen, so die Freude am Lesen und an der Literatur weitergeben und dadurch die soziale Kompetenz und Integration von Kindern und Jugendlichen stärken. Denn wie heißt es so schön: ‚Wer liest, hat immer einen kleinen Vorsprung’.“
Leipzig-Pass mit Zugang zur Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse mit ihrem Lesefest ''Leipzig liest'' ist ein Kulturereignis, an dem möglichst viele Besucher teilhaben sollen. Für die Inhaber des Leipzig-Passes gibt es nun eine ermäßigte Eintrittskarte. Sie kostet statt der regulären 12,50 Euro nur 6,00 Euro. Das Ticket ist ausschließlich an der Tageskasse erhältlich.
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