Gesellschaft Freunde der Künste

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eine sehr persoenliche fabel

KIKI VAN BEETHOVEN - Ein Dialog in acht Szenen von Éric-Emmanuel Schmitt am Wolfgang Borchert Theater in Münster

Früher erklangen in Kikis Ohren auf magische Weise die Melodien und Töne Beethovens, sobald sie eine Büste oder ein Bildnis von ihm sah. Doch die Maske, die sie bei einem alten Trödler entdeckt hat, bleibt zu ihrem Entsetzen stumm und ihre einstigen Klänge für immer erloschen.

Auch ihre Freundinnen Zoé, Rachel und Candie, mit denen sie in der Seniorenresidenz lebt, hören nichts, obwohl sie alle jahrelang seine Melodien auf dem Klavier geübt hatten. Was ist passiert? Sind sie, wie Beethoven selbst, im Alter taub geworden?


Auf einer Parkbank in Paris trifft Kiki den jungen Hip-Hopper Bob. Zwei Generationen, zwei Welten treffen aufeinander. Es beginnt eine zarte Annäherung und damit für Kiki eine Reise in die Vergangenheit, um dem Geheimnis der verloren geglaubten Musik auf den Grund zu gehen.

Bisher unentdeckte Wahrheiten kommen ans Licht, Lebenskonzepte werden brachial in Frage gestellt und Wut, Zweifel und Angst an die Oberfläche geholt.

Dabei spielt die Musik des großen Komponisten im persönlichen Verarbeitungsprozeß eine entscheidende Rolle und führt an geschichtsträchtige und persönliche Stationen ihres Lebens bis hin zum Wallfahrtsort Santiago de Compostela.

Eine amüsant plaudernde, spannende, ergreifende, tiefsinnige und zuweilen äußerst komische, vor allem aber sehr persönliche Fabel mit den zentralen Fragen: Wer bin ich, wer sind die Anderen, wer sind wir alle zusammen?
Eine schmerzvolle, aber auch schwungvolle Reise in das eigene Ich und in die wunderbare Welt der Musik von Beethoven.


Der französische Theaterautor Éric-Emmanuel Schmitt beweist mit KIKI VAN BEETHOVEN, deren Uraufführung er in freundschaftlicher Verbundenheit dem WBT gibt, wieder einmal seine Stärke, auch den ernsthaften Fragen des Lebens mit ironischem Geschick und literarischem Scharfsinn nachkommen zu können.

Seit den frühen 90er Jahren gehört Schmitt mit Yasmina Reza zu den bedeutendsten zeitgenössischen französischen Theaterautoren. Mit DER BESUCHER – ausgezeichnet mit dem Prix Molière – gelang Schmitt 1993 sein internationaler Durchbruch als Dramatiker.


Intendant Meinhard Zanger inszenierte bisher alle Schmitt-Stücke am WBT: DER FREIGEIST, MEINE EVANGELIEN, KLEINE EHEVERBRECHEN, DER BESUCHER und ENIGMA. Nun übertrug er die Inszenierung an die junge Berliner Regisseurin Tanja Weidner, die mit KIKI VAN BEETHOVEN ihr WBT-Debüt gibt.

Weidner war jahrelang Regieassistentin von Claus Peymann, Robert Wilson und Peter Stein und inszenierte unter anderem Anne Frank Tagebuch und Medea.Stimmen am Berliner Ensemble.


Inszenierung | Tanja Weidner
Ausstattung | Anja Müller
Choreographie | Manuela Silió-Funk
Mit | Florian Bender [ER (Bob)] & Monika Hess-Zanger [SIE (Kiki)]

Anna Wallitzer

WOLFGANG BORCHERT THEATER

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