Aydo Abay ist ein besonderes Geschöpf der deutschen Musikszene. Er ist ein brillanter Sänger, ausgezeichneter Frontmann, der nach frischen, unkonventionellen Ausdrucksformen im Rock jagt. Er weiß, was er kann und will, lässt sich aber auch beflügeln durch die Kreativität anderer.
Das war bei seiner bisherigen Band Blackmail so, doch mehr noch gilt das für seine andere Band Ken, einem mehr oder weniger losen Verbund von äußerst kreativen Musikern, der, so Aydo, „schon immer weit mehr war als ein Sideproject. Dafür steckte darin von Anfang an zu viel Herz.“
Jetzt spielt Ken die Hauptrolle im Leben des Musikfanatikers mit der kraftvoll und weich rollenden Stimme. Denn wenn man sich mit der Platte „Yes We“ auseinander setzt, wenn man sich in die vielen Ideen, Sounds und Schichten dieser Wahnsinnsplatte eingehört hat, bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass dieses Werk eine ultimative Spielwiese ist.
Da ist Pop und Spacerock, Elektronik und Postpunk, da sind fruchtig schmatzende Melodie-Preziosen und schrullig dahin wabernde Klangabfahrten. Man hört es sofort: Alles war erlaubt, aber ebenso schien es geboten, jede nicht ganz so zündende Idee auch ebenso konsequent wieder zu verwerfen.
Was blieb, ist gut, groß, besonders. Mehr als je zuvor ist „Yes We“ das Ergebnis eines Kollektivgedankens. Da sind die wirbelnden Basslines und fies schneidenden Synthie-Sounds von Georg Brenner beispielsweise, sonst eine Hälfte der brillanten Elektrorock-Maschine Urlaub in Polen, oder die geschmackvollen, griffig-unverdorbenen Keyboardflächen von Marcel von der Weiden.
Und jetzt gehen Ken mit dieser Wahnssinnsmischung auf Tour, damit Aydo seine Live-Performance in Anschlag bringen kann. Ja, Aydo Abay und Ken können. Mehr muss man nicht wissen. Der Rest ist pure Freude.
KEN "Yes we KEN Tour 2010"
Präsentiert von Visions, Kutlurnews, Guitar, piranha, ByteFM
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