Die Kasseler Musiktage bieten einen ersten Überblick über ihr diesjähriges Veran- staltungsprogramm, das ganz im Zeichen zweier bedeutender Jubiläen steht. Das Festival, das zu den ältesten in Europa gehört, feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag, und sein Programm ist zugleich Teil des Stadtjubiläums anlässlich des 1100-jährigen Bestehens der Stadt Kassel.
Die Kasseler Musiktage sind bis heute eng mit den Geschicken der Stadt verbunden. Und so würdigen sie in diesem Jahr insbesondere diejenigen, die in dieser Stadt groß geworden sind und ihre Spuren hinterlassen haben. Programmatisch stehen daher Heinrich Schütz, Louis Spohr und Ernst Krenek im Mittelpunkt, drei Komponisten, die in Kassel gelebt und gewirkt haben.
Dem Künstlerischen Leiter der Kasseler Musiktage, Dieter Rexroth, ist es gelungen, mit Frieder Bernius einen weltweit renommierten Chorleiter und Dirigenten zu gewinnen, der zusammen mit dem Kammerchor Stuttgart und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen das Oratorium „Die letzten Dinge" von Louis Spohr aufführen wird. Spohr wird zudem auch in zwei Kammerkonzerten gefeiert, die in Zusammenarbeit mit dem Konzertverein Kassel und der Internationalen Louis Spohr Gesellschaft veranstaltet werden. Unter anderem wird hier der bekannte Geiger Kolja Lessing als ausgezeichneter Pianist zu hören sein. In deutscher Erstaufführung bietet das Vocalensemble Kassel unter der Leitung von Eckhard Manz Ernst Kreneks in den Jahren 1935/1936 entstandenes Oratorium „Symeon der Stylit" in der Martinskirche.
Gewichtige und klangprächtige Werke von Heinrich Schütz, u.a. komponiert in seiner Kasseler Zeit unter Moritz dem Gelehrten, präsentiert das Ensemble Weser-Renaissance Bremen unter der Leitung von Manfred Cordes in der Kasseler Friedenskirche. Das Musikfest spannt insgesamt einen inspirierenden musikalischen Bogen, der am 31. Oktober mit dem Eröffnungskonzert und der Jungen Deutschen Philharmonie glanzvoll beginnt. Das Abschlusskonzert am 17. November bestreitet die berühmte Akademie für Alte Musik Berlin gemeinsam mit dem jungen, auf historische Instrumente spezialisierten Ausnahmemusiker Sergey Malov.
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Ein Kammerorchester-Konzert mit dem Kammerorchester Louis Spohr und zwei Streichquartett-Abende mit dem Szymanowski Quartet und dem Delian Quartett runden das Programm ab. Die Kasseler Musiktage sind aber nie nur reflexiv und rückwärtsgewandt, sondern immer auch innovativ, experimentell, wenn nicht sogar Wegbereiter der Avantgarde gewesen. Und so werden auch in diesem Jahr wieder Kompositionsaufträge an junge Komponisten vergeben, diesmal zum Thema „Märchen und Musik“: In diversen Uraufführungen von Werken von Ying Wang (China), Aziza Sadikova (Usbekistan) und Jelena Dabic (Serbien) für Schlagzeug und Percussion werden erzählende Strukturen aus fremden Kulturen in Musik umgesetzt – gleichsam ein Gegenpol zu den hessischen Grimm-Projekten 2013.
Zudem führen die Kasseler Musiktage mit dem Kreativwettbewerb „Gegeneinander – Miteinander“ erstmalig ein ganz neues Veranstaltungsformat ein: Dieser richtet sich an Schüler und Schülerinnen ab der 8. Klasse aus der gesamten nordhessischen Region. Die besten Wettbewerbsbeiträge werden im Rahmen einer gesonderten Veranstaltung innerhalb des Festivals präsentiert.
Kasseler Musiktage 2013
31. Oktober bis 17. November
Informationen & Karten: www.kasseler-musiktage.de
Kasseler Musiktage e. V.
Heinrich-Schütz-Allee 35
D-34131 Kassel
Internet: www.kasseler-musiktage.de


Das Abschlusskonzert am 17. November bestreitet die Akademie Alte Musik Berlin gemeinsam mit dem Ausnahmemusiker Sergey Malov. Bild 1 (c) Kristof Fischer
Bild 2 (c) George Garnier
Bild 3 (c) Marco Borggreve