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Was denkt und fühlt ein Mensch, wenn er keine Sprache hat

KASPAR von Peter Handke: von der Abrichtung des Menschen zum Menschen bis zum 19.6.2010 Theater Bonn

Was denkt und fühlt ein Mensch, wenn er keine Sprache hat? Hat er ein Bewusstsein? Eine Erinnerung? Eine innere Ordnung? Was macht den Mensch zum Menschen? Zu Beginn des Stückes hat Kaspar nur einen Satz: „Ich möcht ein solcher werden wie einmal ein andrer gewesen ist.“ Mit diesem Satz drückt er alles aus, was er sieht und fühlt.

Anonyme Einsager drillen ihm nun die Handhabung der Sprache ein, denn Sprache schafft Ordnung.Doch sie verwirren ihn, bis er nur mehr unartikulierte Laute von sich gibt. Jetzt kann er gesellschaftskonform neu geschaffen werden. Ordnung und Werte werden ihm eingehämmert, bis er zu einem Teil der perfekt gleichgeschalteten Massengesellschaft geworden ist, bis zur Verwechselbarkeit integriert.

Peter Handke erzählt in KASPAR von der Abrichtung des Menschen zum Menschen. In einer dezidiert politischen Zeit hat Handke 1968 eine komische und hellsichtige Zeitdiagnose gestellt. Während sich Lothar Kittstein in seinem neuen Stück mit der deutschen Gegenwart beschäftigt und HEAVEN (zu tristan) das Leben nach der Wende untersucht, geht KASPAR zurück in der Geschichte der BRD und zu den Wurzeln der Menschwerdung.

Regie führt Alexander Riemenschneider, geboren 1981, der als Regieassistent am THEATER BONN begann. Anschließend studierte er Regie in Hamburg. Seitdem inszeniert er am Schauspielhaus Hamburg, am Thalia Theater Hamburg, am DT Göttingen und in Potsdam. Mit seinen Arbeiten wurde er zu verschiedenen europäischen Festivals eingeladen.

Aufführungen bis zum 19.6.2010

Kontakt

Theater Bonn
Kammerspiele
Am Michaelshof 9
53177 Bonn Bad Godesberg
0228-778001
E-Mail: theater@bonn.de

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