Kasimir ist Chauffeur. Gestern wurde er entlassen, morgen muss er aufs Arbeitsamt, aber heute geht er aufs Oktoberfest – mit Karoline, seiner Braut. Die will sich amüsieren, Eis essen, mit der Achterbahn fahren. Doch das ist ein teurer Spaß. Kasimir hat Angst, dass Karoline ihn verlassen wird. Jetzt wo er arbeitslos ist. Das lässt er sie spüren, jähzornig wie er ist.
Er hat noch ein Kapital von rund vier Mark: „Heut sauf ich mich an und dann häng ich mich auf“, beschließt er. Auch Karoline stürzt sich ins Vergnügen. Sie lernt den Angestellten Egon Schürzinger kennen und durch ihn seinen Chef, Kommerzienrat Rauch und Landgerichtsrat Speer, einen feinen Herrn aus Norddeutschland. „Das Leben ist hart und eine Frau, die wo was erreichen will, muss einen einflussreichen Mann immer bei seinem Gefühlsleben packen“, meint Karoline und fällt dabei heftig auf die Nase. Kasimir sucht inzwischen Trost bei dem Merkel Franz seiner Erna.
„Und die Liebe höret nimmer auf“, heißt es im Untertitel zu Horváths Stück. Doch was ist ein Mensch wert, wenn er keine Arbeit mehr hat? Und was kann die Liebe da ausrichten? „Jeder intelligente Mensch ist ein Pessimist“, meint Kasimir und das Leben gibt ihm am Ende dummerweise Recht.
„Es ist die Ballade vom arbeitslosen Chauffeur Kasimir und seiner Braut“, schreibt Ödön von Horváth, „eine Ballade voll stiller Trauer, gemildert durch Humor, das heißt durch die alltägliche Erkenntnis: Sterben müssen wir alle!“
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