Am 22. Februar 2012 ist der schwedische Klarinettist Martin Fröst mit dem
Programm seines »Vinterfest« zu Gast im Kleinen Saal der Laeiszhalle. An
seiner Seite spielen Shai Wosner (Klavier) und das Apollon Musagete Quartett, das bereits 2010 in der Elbphilharmonie Konzertreihe »Rising Stars« zu erleben war.
Gemeinsam spielen sie Werke von Gossec, Debussy, Poulenc, Brahms und Mozart. Der Name »Vinterfest mit Fröst« ist Programm. Bereits zum siebten Mal lädt Martin Fröst ins winterlich tiefverschneite Mora, nördlich von Stockholm.
Dort präsentiert der schwedische Klarinettist ein extravagantes Kammermusikfestival, bei dem sich internationale Stars der Szene inmitten einer wunderbaren Winterkulisse die Ehre geben. »Das rockt«, schrieb die Times über das Festival-Programm. Nun kommt Martin Fröst mit seinem Vinterfest nach Hamburg.
Winterlich könnte das Wetter zur Einstimmung auf dieses spannende Konzert durchaus sein. Es erklingt eine reizvolle Kombination selten gespielter und bekannter Werke: Das Streichquartett des französischen Mittlers zwischen Barock und Klassik, François- Joseph Gossec, findet man ebenso selten in Kammermusikprogrammen wie die Werke seines Landsmanns Poulenc.
In einer Bearbeitung für Klarinette und Klavier bringen die Musiker im Anschluss vier von Brahms‘ berühmten Ungarischen Tänzen auf die Bühne. Auch Mozarts »Stadler-Quintett« wird viel und gern interpretiert.
2003 machte Martin Fröst mit diesem Werk international auf sich aufmerksam, in Hamburg aber spielt er es zum ersten Mal. Und man darf sich darauf verlassen, dass der Klarinettist und das Apollon Musagete Quartett einige ungehörte Aspekte dieser vielschichtigen Komposition aufdecken werden. Martin Fröst, Klarinette Shai Wosner, Klavier
Apollon Musagete Quartett:
Pawel Zalejski, Violine
Bartosz Zachlod, Violine
Piotr Szumiel, Viola
Piotr Skweres, Violoncello
Programm:
François-Joseph Gossec: Streichquartett A-Dur op. 15/6
Claude Debussy: Rhapsodie Nr. 1 für Klarinette und Klavier
Francis Poulenc: Sonate S 184 für Klarinette und Klavier
Johannes Brahms: Ungarische Tänze (Nr. 1, 12, 13 und 21)
(Bearbeitung für Klarinette und Klavier)
Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenquintett A-Dur KV 581 »Stadler-Quintett«
Einführung mit Klaus Wiegmann 19.15 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Studio E
Kartenpreise: € 38 / 31 / 23 / 11
Martin Fröst
Der Schwede Martin Fröst gilt weltweit als herausragender Klarinettist. Zu seinen Vorlieben zählen nicht nur die Klassiker unter den Klarinettenwerken, sondern auch zahlreiche zeitgenössische Kompositionen. In der vergangenen Saison brachte Martin Fröst ein Auftragswerk von Rolf Martinsson zur Uraufführung, 2012/13 wird er ein neues Konzert von Bent Sørensen mit dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra in Amsterdam und in Köln auf die Bühne bringen.
Zu seinen zukünftigen Konzert-Höhepunkten zählen Auftritte u.a. mit den Wiener Symphonikern, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, den Göteborgs Symfoniker, dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, dem Iceland Symphony Orchestra, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem City of Birmingham Symphony Orchestra sowie dem BBC Scottish Symphony Orchestra.
Der begeisterte Solo- und Kammermusiker war 2010/11 Residenzkünstler der Kölner Philharmonie, wo er fünf Konzerte gab, darunter das Tanzprogramm »Double Points« mit Geigerin Janine Jansen sowie ein »Folk Abend« mit der
schwedischen Folkgruppe Frifot.
In dieser Saison wird Fröst außer in Hamburg auch in der Wigmore Hall in London, im Concertgebouw in Amsterdam, im Konzerthaus Wien und bei den Musikfestivals in Ojai und Verbier zu Gast sein. Seine in Zusammenarbeit mit dem Australian Chamber Orchestra eingespielte CD »Dances to a Black Pipe« beinhaltet Tanzmusik von Copland, Brahms, Lutosławski und Piazzolla.
Zu Frösts musikalischen Partnern zählen neben Janine Jansen auch Leif Ove Andsnes, Maxim Rysanov, Thorleif Thedéen und Roland Pöntinen. Martin Fröst ist künstlerischer Leiter des »Vinterfest« in Schweden sowie des International Chamber Music Festivals in Stavanger/Norwegen.
Shai Wosner
Shai Wosner, 1976 geboren, erhielt Klavierunterricht bei Emanuel Krasovsky in Tel Aviv sowie Unterricht in Komposition, Musiktheorie und Improvisation bei André Hajdu. Mit 21 Jahren studierte er bei Emanuel Ax an der Juilliard School in New York, wo er auch heute lebt.
Mit seinem Repertoire von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart über Arnold Schönberg und György Ligeti bis hin zu zeitgenössischen Komponisten hat er sich internationale Anerkennung erworben.
Shai Wosner trat unter anderem mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dem Orpheus Chamber Orchestra, mit der Staatskapelle Berlin, den Göteborgs Symfoniker, dem Barcelona Symphony Orchestra, dem belgischen
Nationalorchester und der Nieuw Sinfonietta Amsterdam auf.
Im Jahr 2006 gab er während der Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag in Salzburg sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern. Er arbeitete mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Zubin Mehta und Leonard Slatkin zusammen.
Als Kammermusiker musizierte Shai Wosner u. a. mit Pinchas Zukerman, Lynn Harrell, Christian Tetzlaff und Veronika Eberle. Zu seinen Preisen und Förderungen zählen der Borletti-Buitoni Trust (2005), der Avery Fisher Career Grant (2005) und die Auszeichnung als BBC New Generation Artist (2007–2009).
Apollon Musagete Quartett 2006 gründete sich die Formation aus den polnischen Musikern Pawel Zalejski (Violine), Bartosz Zachlod (Violine), Piotr Szumiel (Viola) und Piotr Skweres (Violincello). Bereits 2008 gewannen die
vier den internationalen Musikwettbewerb der ARD, der ihnen schnell internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung brachte.
Im Sommer 2010 feierte das Quartett seine erste und vielbeachtete Ausgabe
des »Apollon Musagete Festivals« in Goslar. Das Quartett erhielt 2008 und 2009 den Förderpreis der Esterházy Stiftung und wurde mit dem Stipendium »Młoda Polska« des Bildungs- und Kulturministeriums für die jüngere polnische Generation ausgezeichnet.
2010 gab es sein Debüt in der Berliner Philharmonie und wurde 2010 vom Musikverein und vom Konzerthaus Wien für den Zyklus »Rising Stars« nominiert.
Die Musikphilosophie des Apollon Musagete Quartetts entspricht dem Tanz des griechischen Gottes Apollon mit seinen Musen, der eine Synthese aller darstellenden Künste symbolisiert.
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